Hand- und Hautschutz

Handverletzungen und Hauterkrankungen sind in der Statistik der Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten seit Jahren im Spitzenfeld zu finden. Betroffene Berufsgruppen sind vor allem Metall-, Bau-, und Holzarbeiter, ArbeitnehmerInnen im Reinigungs-, und Gesundheitsbereich, FriseurInnen sowie Gastgewerbepersonal. Bei den Handverletzungen handelt es sich meist um Schnitt –und Stichverletzungen, Abschürfungen und ähnlichem. Beim Kontakt mit Arbeitsstoffen kann es zu Irritationen, Pigmentstörungen, allergischen Reaktionen, Ekzemen bis hin zu einer Berufskrankheit kommen. Geeignete Schutzhandschuhe sollen vor Verletzungen der Hände durch physikalische Einwirkungen und vor schädigenden Einwirkungen durch Arbeitsstoffe schützen. Wichtig ist, dass schon bei der Arbeitsplatzevaluierung der richtige Hand-, und Hautschutz ausgewählt und dieser auch verwendet wird.

Arbeitsplatzevaluierung

Bei der Arbeitsplatzevaluierung ist zu bewerten welche Gefahren bestehen (spitze oder scharfkantige Gegenstände, heiße oder kalte Stoffe) und in welchem Ausmaß damit gearbeitet wird. Ziel muss sein, gefährliche Arbeitsstoffe zu  ersetzen, technische Lösungen (Absaugungen, geschlossene Systeme) zu treffen oder organisatorische Lösungen (Jobrotation, Einwirkzeit verringern) umzusetzen.  Können all diese Maßnahmen nicht umgesetzt werden ist die Auswahl passender Schutzhandschuhe und gegeben falls Hautschutz festzulegen. ArbeitsmedizinerInnen und Sicherheitsfachkräfte unterstützen bei der Auswahl von Hand-, und Hautschutz.

Schutzhandschuhe

Viele Arbeits-, und Werkstoffe am Bau sowie in vielen anderen Bereichen machen den Einsatz von Handschutz notwendig. Denn nur geeignete Arbeitshandschuhe beugen Hauterkrankungen und Verletzungen vor. Einmal aufgetretene Verletzungen der Hand und Erkrankungen der Haut sind langwierig und teilweise sehr schmerzhaft. Die meisten Erkrankungen an Händen und Unterarmen treten auf, weil keine oder nicht die geeigneten Schutzhandschuhe getragen werden. Bei der Arbeitsplatzevaluierung ist festzulegen welche Schutzfunktionen der Handschuh erfüllen muss. Achten Sie neben der Schutzfunktion auch auf die Praxistauglichkeit da dies die Trageakzeptanz bedeutend erhöht. Im Praxistest können zusätzlich zur Schutzfunktion bspw. die ergonomische Passform, Tastgefühl, Greifvermögen und vieles mehr überprüft werden. Zu beachten ist auch, dass bei Arbeiten an manchen Maschinen (Bsp. Kreissäge, usw.) aufgrund der Einzugsgefahr keine Handschuhe verwendet werden dürfen.

TIPP

Welche Arbeitshandschuhe die richtigen sind

Für viele in der Bauwirtschaft eingesetzte Chemikalien hat die deutsche Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (GISBAU) in den letzten Jahren die geeigneten Schutzhandschuh-Fabrikate ermittelt. Auf www.gisbau.de können Sie nachsehen, ob für die von Ihrem Betrieb verwendeten Baustoffe und Chemikalien geeignete Schutzhandschuhe eingesetzt werden. (Handschuhdatenbank).

Hautschutz

Hautschutz ist der systematische Schutz der Haut durch Hautmittel um vor Hautschädigungen und Hauterkrankungen zu schützen. Zu den Hautmittel gehören Hautschutz-, Hautreinigungs-, und Hautpflegemittel. Üblicherweise werden von Herstellern vollständige „Hautschutzpläne“ angeboten, welche Art, Intervall und Zeitpunkt der Anwendung  festlegen. Treten dennoch Symptome auf, müssen wirksame Maßnahmen gesetzt werden. Bei Verdacht auf eine Hauterkrankung kontaktieren Sie ihre ArbeitsmedizinerIn, Hausärztin oder eine HautfachärztIn. Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (www.auva.at) bietet unter dem Titel „gesunde Haut“ kostenlos verschiedenste Infomaterialien und Beratung an.

Gesetzliche Grundlagen

  • § 70 ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG)
  • Verordnung Persönliche Schutzausrüstung (PSA-V)

Gesunde Arbeit

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