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18.5.2022

eMail deckte Arbeitszeitübertretungen in Osttiroler Großwäscherei auf

Bis zu 70 Wochen-Arbeitsstunden! Um den Betrieb aufrecht zu erhalten, wurden in einer Osttiroler Großwäscherei die Arbeitszeiten massiv überzogen und Ruhezeiten nicht gewährt. Die Missstände riefen Arbeiterkammer und Arbeitsinspektorat auf den Plan.

Es war ein Schreiben, das es in sich hatte: In einer Großwäscherei im Osttiroler Heinfels sollen Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter über Monate bis zu 70 Wochenstunden arbeiten, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Man sei „froh, dass bei dieser Arbeitsintensität noch nichts passiert ist“, so der Verfasser des eMails mit dem Titel „Fatale Situation“. Für die Expertinnen und Experten der AK Lienz ein klarer Fall – das Arbeitsinspektorat wurde eingeschalten, um den Sachverhalt umgehend zu prüfen.

Mehr als 12 Stunden pro Tag, keine Ruhepause

Und diese Prüfung bestätigte nicht nur den Inhalt des Schreibens, die Missstände gingen sogar weit über die erhobenen Vorwürfe hinaus. Denn nach Auswertung der Arbeitszeitaufzeichnung zeigte sich ein erschreckendes Bild: So mussten Mitarbeiter ohne Ruhepausen auskommen, einige wurden mehr als 12 Stunden pro Tag beschäftigt bzw. hatten eine Wochenarbeitszeit von mehr als 60 Stunden. Auch vorgeschriebene Ruhezeiten wurden nicht gewährt. Hinzu kamen fehlende Maskenpausen, die gemäß des Generalkollektivvertrags vorgesehen sind, und fehlende ergonomische Arbeitsmatten bei vielen Steharbeitsplätzen. Aufgrund der Schwere der angeführten Übertretungen wurde deshalb auch Strafanzeige erstattet.

Regelung

Während die Vorgaben beim Arbeitnehmerschutz wie Maskenpausen und Arbeitsplatzmatten umgesetzt wurden, dauern die Probleme bei den Arbeitszeiten weiter an, bei Weitem ist nicht alles behoben. Eine vom Arbeitsinspektorat vorgegebene Frist zur Abstellung der Missstände ließ man verstreichen, eine Nachkontrolle zeigt wieder Überschreitungen bei der täglichen Höchstarbeitszeit von 12 Stunden. Die Prüfungen des Arbeitsinspektorats dauern an.

Für AK Präsident Erwin Zangerl einmal mehr ein Zeichen, wie sehr die Beschäftigten eine starke Vertretung brauchen. „Wir stehen mit dem Arbeitsinspektorat in direktem Austausch und werden dafür sorgen, dass die Arbeitnehmer in Osttirol zu ihrem Recht kommen“, so Zangerl.

Bei Fragen und Problemen helfen die Arbeitsrechtsexpert:innen der AK Tirol unter Tel. 0800/22 55 22-1414.