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Förderungen für ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen

Gebärdensprache

Die Gebärdensprachvideos des ServiceCenters ÖGS.barrierefrei, informieren gehörlose und hörbeeinträchtigte ArbeitnehmerInnen über ihre Rechte in der Arbeitswelt. Hier geht's zu den Videos: Beihilfen + Weitere Förderungen.

Betriebe, die mehr als 25 MitarbeiterInnen beschäftigten, sind verpflichtet, auf je 25 MitarbeiterInnen mindestens einen begünstigen behinderten Menschen einzustellen. Dafür gibt es staatliche Förderungen, einerseits für ArbeitnehmerInnen mit Behinderungen, anderseits für die ArbeitgeberInnen, die sie beschäftigen.

Institutionen

Förderungen zur Eingliederung von Menschen mit Behinderungen in das Arbeitsleben werden vom Sozialministeriumservice, dem Arbeitsmarktservice (AMS), den Sozialversicherungsträgern und den Ämtern der Landesregierungen gewährt.

Wenn ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis vorliegt und alle arbeits- und abgabenrechtlichen Vorschriften eingehalten werden, können ArbeitgeberInnen Zuschüsse zu den Lohnkosten, zu Schulungs- und Ausbildungskosten sowie zu den Kosten der Adaptierung von Arbeitsplätzen beantragen.

Überblick über die wichtigsten Förderungen und Beihilfen:

Eingliederungsbeihilfe

Wenn Menschen mit Behinderung, die nicht in Beschäftigung stehen, eingestellt werden, kann beim AMS eine zeitlich begrenzte Eingliederungsbeihilfe als Zuschuss zu den Lohnkosten beantragt werden.

Die Förderung ist an ein Beratungsgespräch (vor Beginn der Beschäftigung) zwischen AMS und ArbeitgeberIn und der zu fördernden Person gebunden. Die Förderungshöhe und die Förderdauer werden im Einzelfall zwischen AMS und ArbeitgeberIn vereinbart. 

Entgeltbeihilfe

Wenn begünstigte behinderte Menschen bestimmte Leistungen nicht erbringen können, gibt es für ArbeitgeberInnen einen Zuschuss zu den Lohnkosten. Das gilt allerdings nur, wenn die behinderungsbedingte Leistungseinschränkung auch durch technische Arbeitshilfen nicht ausgeglichen werden kann. Die Entgeltbeihilfe stellt eine langfristige Förderung dar. 

Arbeitsplatzsicherungsbeihilfe, Zuschüsse zur Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen

Wenn der Arbeits- oder Ausbildungsplatz einer Person mit Behinderung gefährdet ist, kann unabhängig von einer tatsächlichen Leistungsminderung für die Zeit des Vorliegens der Gefährdung ein Zuschuss zu den Lohn- und Ausbildungskosten gewährt werden. 

Schulungs- und Ausbildungskosten, Ausbildungsbeihilfe

Sowohl zur Erlangung eines Arbeitsplatzes als auch bei Vorliegen eines aufrechten Arbeitsverhältnisses können für externe Schulungen und Ausbildungen Förderungen für behinderungsbedingt anfallende Kosten beantragt werden. Dient die Schulungsmaßnahme der Sicherung des Arbeitsplatzes, können auch Kosten gefördert werden, die in keinem Zusammenhang mit der Behinderung stehen. Zusätzlich können Kosten für Begleitpersonen oder GebärdensprachdolmetscherInnen übernommen werden. Im Rahmen einer Schul- oder Berufsausbildung kann eine Ausbildungsbeihilfe gewährt werden.

Adaptierung von Arbeitsplätzen, technischen Arbeitshilfen, Mobilitätsförderungen

Bei Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen können Zuschüsse für die Adaptierung des Arbeitsplatzes in Anspruch genommen werden.

Das betrifft auch Kosten für Geräte oder Behelfe, die die Auswirkungen einer Behinderung auf die Leistungsfähigkeit kompensieren. Darunter fallen beispielsweise elektronische Lesegeräte für schwer sehbehinderte Menschen. Die Kosten für diese technischen Arbeitshilfen können bis zur vollen Höhe übernommen werden.

Investive Maßnahmen zur Verbesserung der Zugänglichkeit von Betrieben für Menschen mit Behinderungen können ebenfalls gefördert werden. 

Für die Kosten zur Erreichung des Arbeitsplatzes oder zur Ausübung der Beschäftigung können Mobilitätsförderungen gewährt werden: z.B. Mobilitätszuschuss, Zuschuss zur Erlangung der Lenkerberechtigung, Zuschuss zum Erwerb eines Kraftfahrzeuges, Förderung für ein Orientierungs- und Mobilitätstraining, Förderung zur Anschaffung eines Blindenführhundes.

Zuschüsse zur Gründung und Sicherung einer selbständigen Erwerbstätigkeit

Wird eine selbständige Erwerbstätigkeit angestrebt, können unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse zur Gründung und Sicherung einer selbständigen Erwerbstätigkeit gewährt werden.

Achtung!

Zusätzlich können sowohl von ArbeitnehmerInnen mit Behinderungen als auch von ArbeitgeberInnen, die Menschen mit Behinderungen beschäftigen, Abgaben- und Steuervorteile in Anspruch genommen werden.

Weitere Unterstützungsangebote bietet das sogenannte „Netzwerk Berufliche Assistenz - (NEBA)“. Sie sollen den Prozess der Integration in ein reguläres Arbeitsverhältnis absichern und können unentgeltlich in Anspruch genommen werden. Dazu gehören insbesondere das Jugendcoaching, die Produktionsschule, die Berufsausbildungsassistenz, die Arbeitsassistenz und das Jobcoaching.

Jugendcoaching und Produktionsschule

Das Jugendcoaching soll Jugendlichen beim Übergang von der Schule in den Beruf unterstützen, um bei Bedarf den bestmöglichen Weg in ein Lehrverhältnis, eine berufliche Qualifizierung und Integration in den ersten Arbeitsmarkt sicherzustellen bzw. um bei individuellen Problemlagen Orientierungshilfen zu entwickeln. Die Produktionsschule stellt ein weiteres Angebot für Jugendliche dar: Sie können versäumte Basisqualifikationen und Social Skills nachträglich erwerben sowie Ausbildungsmöglichkeiten kennenlernen.

Berufsausbildungsassistenz

Die Berufsausbildungsassistenz verfolgt die Zielsetzung, den Jugendlichen durch geeignete Maßnahmen der Vorbereitung, Unterstützung und Begleitung einen erfolgreichen Abschluss der gewählten Ausbildung zu ermöglichen und somit den Rahmen für eine längerfristige Eingliederung in den Regelarbeitsmarkt zu schaffen.

Arbeitsassistenz, Jobcoaching, persönliche Assistenz am Arbeitsplatz

Die Arbeitsassistenz unterstützt Menschen mit Assistenzbedarf und deren ArbeitgeberInnen. Sie bietet Beratung und Betreuung zur Erlangung von Arbeitsplätzen, Beratung und Betreuung zur Erhaltung von gefährdeten Arbeitsplätzen, Hilfestellung bei Konflikten am Arbeitsplatz, Abklärung der beruflichen Perspektiven sowie Beratung von ArbeitgeberInnen sowie betrieblichen HelferInnen.

Jobcoaching wird grundsätzlich im Betrieb ArbeitnehmerInnen mit Behinderungen und deren ArbeitgeberInnen angeboten. Job Coaching kann als Einschulung für neue MitarbeiterInnen, aber auch als arbeitsplatzerhaltende Maßnahme bei bestehenden Arbeitsverhältnissen in Anspruch genommen werden. Ziel ist es, dass die gecoachten MitarbeiterInnen die an sie gestellten Anforderungen am Arbeitsplatz eigenständig erfüllen können.

Die Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz (PAA) kann von Menschen mit einer schweren Funktionsbeeinträchtigung in Anspruch genommen werden, wenn sie aufgrund ihrer Behinderung eine personale Unterstützung zur Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit oder zur Absolvierung einer Ausbildung benötigen.

Ein weiteres Beratungsangebot stellt das Programm fit2work dar. Durch eine gesunde Arbeitswelt soll Invalidität vermindert bzw Arbeitslosigkeit aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig verhindert werden. Erwerbsfähige Menschen sollen nach langen Krankenständen wieder eingegliedert werden.

Die AusBildung bis 18 soll allen Jugendlichen zu einer über den Pflichtschulabschluss hinausgehenden Qualifikation verhelfen und einem frühzeitigen Ausbildungsabbruch entgegenwirken. Die Ausbildungspflicht wird erfüllt durch den Besuch einer weiterführenden Schule, die Absolvierung einer Lehrausbildung oder die Teilnahme an Bildungs- oder Ausbildungsangeboten oder an einer vorbereitenden Maßnahme.

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