Arbeitszeit

In vielen Arbeitsverträgen finden sich Bestimmungen und Klauseln, in denen die Verpflichtung zur Leistung von Mehr-oder Überstunden vorgesehen ist. Vielfach behalten sich ArbeitgeberInnen vor, die Arbeitszeiteinteilung festzulegen oder nachträglich zu ändern.

Solche Regelungen sind zulässig, aber an Voraussetzungen gebunden. Sie sind zur Mehr- bzw Überstundenarbeit nur dann verpflichtet, wenn keine „berücksichtigungswürdigen“ Interessen entgegenstehen. Solche speziellen Interessen wären z.B. Kinderbetreuungspflichten, Ausbildungen, oder auch ganz einfach spezielle Erholungsbedürfnisse. Bei der Frage, ob Sie verpflichtet sind, Mehr- oder Überstunden zu leisten, ist immer im Einzelfall abzuwägen, ob Ihre Interessen oder die Ihres Arbeitgebers höher zu werten sind.

Haben Sie jedoch bereits 50 Stunden in der Woche oder 10 Stunden am Tag geleistet, dürfen Sie weitere Überstunden in der betreffenden Woche bzw. am betreffenden Tag ohne Begründung ablehnen. Sollten Sie wegen der Ablehnung derartiger Überstunden gekündigt werden, können Sie die Kündigung binnen 14 Tagen bei Gericht anfechten.

Überstunden und Mehrstunden

Überstunden sind grundsätzlich alle Stunden, die über einen Achtstundentag oder über eine 40-Stundenwoche hinausgehen. Es gibt Ausnahmen, beispielsweise bei Gleitzeitvereinbarungen oder auch dann, wenn der Kollektivvertrag abweichende Regelungen vorsieht. Überstunden sind mit 50-%igem Zuschlag zu vergüten, egal ob durch Geld oder Freizeit. Viele Kollektivverträge sehen höhere Zuschläge vor allem für Nacht-, Sonn- und Feiertagsüberstunden vor. Lesen Sie nach – ein Kollektivvertrag muss bei Ihnen im Betrieb aufliegen!

Mehrarbeit gibt es bei Teilzeitarbeit, also wenn weniger als 40 Stunden wöchentlich gearbeitet wird, und bei ArbeitnehmerInnen mit einer verkürzten Normalarbeitszeit aufgrund eines Kollektivvertrages, zB 38,5 Std im Handel. Die jeweilige Differenz zur gesetzlichen Normalarbeitszeit - 8 Stunden/Tag oder 40 Stunden/Woche - heißt Mehrarbeit.  

Für Mehrarbeit erhalten Sie einen Zuschlag von 25 %; haben Sie Zeitausgleich vereinbart, bekommen Sie dann den Zuschlag, wenn Sie nicht innerhalb eines Kalendervierteljahres Zeitausgleich erhalten haben. Die Vereinbarung eines anderen 3-Monatszeitraumes ist zulässig.

Für die Stunden zwischen der kollektivvertraglich verkürzten Normalarbeitszeit (zB 38,5 Std.) und der gesetzlichen Normalarbeitszeit (40 Std.) bekommen Sie nur dann einen Zuschlag, wenn der Kollektivvertrag einen Zuschlag vorsieht.

Achtung: Der Kollektivvertrag kann abweichende Regelungen vorsehen (zB bzgl. der Zuschlagshöhe)! 

TIPP

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