12.7.2016
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Zillertalerin sollte sagenhafte 16.440 Euro für Teppichreinigung bezahlen!

Für viel Aufsehen sorgte der Fall einer Zillertalerin, die sich wegen einer dubiosen Teppichreinigungsfirma an die AK Konsumentenschützer wandte. Mitarbeiter des Unternehmens mit angeblichem Sitz im Unterland hatten sie überzeugt, ihre fünf Orientteppiche für 16.440 Euro reinigen und reparieren zu lassen. Aber als der Kundin Zweifel kamen und sie stornieren wollte, wurde sie abgewimmelt und bedroht. Schließlich erstattete sie Anzeige und die AK Tirol warnte vor den Machenschaften. Da meldeten sich nicht nur weitere Geschädigte, letztlich wurden der Konsumentin die Teppiche wieder zurückgebracht, ohne dass sie etwas zahlen musste.

Zur Vorgeschichte

Besonders dreister Fall von Abzocke in Tirol: Für die „ganz besondere Spezialreinigung“ und Reparatur von fünf „besonders wertvollen“ Orientteppichen wurden von einer Konsumentin 16.440 Euro verlangt. Die AK Experten raten bei Angeboten, die mit Abhol- und Lieferservice werben, zu besonderer Vorsicht: Wer sich weigert, die überteuerten Preise zu bezahlen, dem droht sogar der Verlust seines Teppichs!

So etwas ist den Konsumentenschützern der AK Tirol noch nicht untergekommen. 16.440 Euro forderte eine Teppichreinigung im Tiroler Unterland von einer Zillertalerin für die Reinigung und angeblich notwendige Reparatur von fünf Orientteppichen. Glücklicherweise erkannte die ältere Dame noch rechtzeitig, dass sie mit ihrer Unterschrift am Auftrag einen großen Fehler gemacht hatte, und wandte sich verzweifelt an die AK Tirol. Die Konsumentenschützer wiesen sie auf ihr bestehendes Rücktrittsrecht hin, von dem die Frau Gebrauch machte. Weil das Reinigungsunternehmen aber ihre Teppiche nicht mehr herausgab, blieb der Konsumentin schließlich nur noch die Anzeige bei der Polizei. Diese hat jetzt die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Mit allen Tricks

Auf Besuch bei einer Freundin sah die Konsumentin das bunte Flugblatt der Teppichreinigungsfirma mit angeblichem Sitz in einer Unterländer Marktgemeinde. Von deren Existenz hatte sie noch nie zuvor gehört, aber besonders den angebotene Abhol- und Lieferservice empfand sie als sehr komfortabel. Wieder zu Hause, rief sie die angegebene Handynummer an. Schon kurze Zeit später standen zwei Männer in ihrer Wohnung und „begutachteten“ die vorgelegten Teppiche als „besonders wertvoll“. Neben einer „ganz besonderen Spezialreinigung“ schlugen sie ihr auch „unbedingt notwendige Reparaturarbeiten“ vor, denn danach seien die Teppiche noch mehr wert und könnten allenfalls zu Spitzenpreisen verkauft werden. Unter diesem psychologisch aufgebauten Druck unterschrieb die ältere Dame den vorgelegten Auftrag mit Kosten in Höhe von sage und schreibe 16.440 Euro.

Tags darauf kamen der Konsumentin und ihrem Sohn jedoch immer mehr Zweifel, ob die Auskünfte der angeblichen Teppichexperten wohl den Tatsachen entsprechen. Auch der exorbitant hohe Preis für die Teppichbehandlung – um den sich durchschnittliche Konsumenten wohl eher einen Pkw als eine Teppichreinigung bestellen würden – brachte sie zur Verzweiflung.

Drohungen statt Kundenservice

Doch die telefonische Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen brachte keinen Erfolg. Die Arbeiten wären fast schon vollständig durchgeführt, der Auftrag könne nicht mehr storniert werden. Später wurde per eMail sogar gedroht, dass die Teppiche irreparable Schäden erleiden würden, falls die Arbeiten nicht auftragsgemäß fertiggestellt werden, und dass die Konsumentin und ihr Sohn die Haftung dafür zu übernehmen hätten. Dann wiederum wurde ihr sogar mit Anzeige bei der Polizei gedroht, wenn sie den Auftrag storniere.

Nachdem die Konsumentin und ihr Sohn gegenüber der Teppichreinigung den Rücktritt erklärt hatten, vereinbarten sie einen Termin zur Rückgabe der fünf Orientteppiche. Doch diesen sagte der Unternehmer unter einem Vorwand kurzfristig ab bzw. wollte er plötzlich nur dann mit den Teppichen erscheinen, wenn das Geld bezahlt wird. Schließlich erstattete die Teppich-Besitzerin Anzeige bei der Polizei. Als diese die Daten erheben wollte, war der Mann plötzlich nicht mehr erreichbar. Das angebliche Geschäftslokal soll nahezu leer stehen.

Die AK Tirol mahnt, gut zu überlegen, welchem Unternehmer man seine Teppiche aushändigt und einen Auftrag zur Reinigung erteilt, und warnt vor voreiligem Handeln. Hier ein paar Tipps:

  • Bleiben Sie skeptisch, wenn selbsternannte Experten Teppiche als besonders wertvoll einstufen.
  • Im Zweifel an ein etabliertes Reinigungsunternehmen wenden, mit dem man im besten Fall schon gute Erfahrungen gemacht hat. Anderenfalls drohen der Verlust der Teppiche oder horrende Kosten.
  • Vor einer Übergabe Teppiche jedenfalls fotografieren und die genauen Maße sowie Besonderheiten und Zustand dokumentieren. Sollte es später zu Verwechslungen kommen oder die Teppiche identifiziert werden müssen, können diese Informationen sehr wichtig sein!

Bei Verdacht auf strafbare Handlungen raten die Konsumentenschützer der AK Tirol, umgehend Anzeige bei der nächsten Polizeiinspektion zu erstatten.

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