Zangerl
Erwin Zangerl © AK Tirol/Friedle
4.3.2026

AK Präsident Erwin Zangerl: „Es darf keine Gewinn-Preis-Spirale am Rücken der Konsument:innen geben!“

Die jüngsten Bewegungen bei Benzin- und Dieselpreisen verunsichern und verärgern Konsument:innen. Die Arbeiterkammer Tirol warnt davor, internationale Krisen vorschnell als Rechtfertigung für kurzfristige Preissprünge an den Zapfsäulen zu verwenden. AK Präsident Erwin Zangerl fordert: „In der aktuellen Lage braucht es Preis-Transparenz statt Spekulation. Kurzfristige Preissprünge sind nicht automatisch durch gestiegene Rohöl- oder Großhandelspreise erklärbar – Kraftstoffe werden entlang der Lieferkette typischerweise mit Vorlauf beschafft und gelagert.“

Gerade bei sehr raschen Preisänderungen stellt sich aus Sicht der AK die Frage, ob Aufschläge bereits vorweggenommen werden, obwohl die betroffenen Mengen noch nicht zu höheren Kosten beschafft wurden. „Ob Preissteigerungen sachlich gedeckt sind, muss nachvollziehbar und überprüfbar sein“, so Zangerl.

Österreich hat Regeln – jetzt braucht es Kontrolle und Konsequenzen

Österreich verfügt bereits über ein Transparenzsystem: Tankstellen müssen Preisänderungen an die Preistransparenzdatenbank der E-Control melden. Preiserhöhungen sind nur einmal täglich um 12:00 Uhr zulässig, Preissenkungen können jederzeit vorgenommen werden.

„Diese Regeln sind wichtig. Sie ersetzen aber keine konsequente Kontrolle, ob Preisaufschläge sachlich begründet sind und wie sie entlang der Lieferkette zustande kommen“, betont Zangerl.

Die AK Tirol fordert:

  • ein laufendes, öffentliches Preismonitoring der Treibstoffpreise,
  • eine rasche Befassung der Preiskommission bei auffälligen Entwicklungen,
  • und weitere Maßnahmen, wie Untersuchungen durch die BWB verbunden mit abschreckenden Strafen, wenn Hinweise auf ungerechtfertigte Aufschläge oder Wettbewerbsprobleme bestehen.

Unsicherheit zeigt sich auch bei anderen Energieträgern

Auch bei anderen Energieträgern zeigt sich derzeit eine erhöhte Unsicherheit am Markt. Die AK Tirol erhebt regelmäßig die Preise für Holzpellets bei Tiroler Anbietern. Laut der letzten Erhebung von Anfang Februar kosteten 6 Tonnen Pellets inklusive Transport im Schnitt 2.653,76 Euro – rund 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Für die aktuelle März-Erhebung zeigt sich nun ein ungewöhnliches Bild: Es gibt einen Händler, der „aufgrund der aktuellen Situation“ keine verbindlichen Preise nennen will. „Wenn Preisangaben plötzlich schwer erhältlich sind, zeigt das, wie angespannt und spekulativ Märkte in Krisenzeiten reagieren können. Gerade dann braucht es Transparenz und nachvollziehbare Preisbildung“, so Zangerl.

Höhere Energiepreise treiben rasch die Inflation 

Preissprünge bei Treibstoff wirken sich unmittelbar auf Haushalte aus – und mittelbar auch auf Transportkosten, Dienstleistungen und viele Güter. Steigende Energiepreise können damit rasch zu einem neuen Inflationsdruck führen.

„Gerade deshalb darf es keine vorschnellen Preisaufschläge geben, die eine neue Teuerungswelle anstoßen“, so Zangerl. „Preiserhöhungen noch vor dem Eintreffen der Kostensteigerungen in der Lieferkette zielen rein auf Gewinnmaximierung. Dies ist ein Beweis dafür, dass die Gier der Unternehmen die Inflation treibt und nicht die Löhne daran schuld sind, wie gerne von wirtschaftsnahen Institutenn und Organisationen propagiert wird. Ich warne daher ausdrücklich vor einer Gewinn-Preis-Spirale (Gierflation)!“

Aus Sicht der AK ist es daher enorm wichtig, Markttransparenz und Kontrolle zu stärken – und bei auffälligen Preisentwicklungen rasch einzugreifen.

Konsument:innen können über den Spritpreisrechner der E-Control oder des ÖAMTC Preisunterschiede in ihrer Umgebung vergleichen.


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