Klimafresser © freshidea/stock.adobe.com
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21.10.2022

Serie Teil 12: Kampf der Klimakrise und eine Analyse der Lösungsansätze

Die Klimakrise schreitet voran, wie der heurige Sommer mit langanhaltenden Trockenperioden und Starkregenereignissen gezeigt hat. Um von fossilen Energieträgern und den damit einhergehenden CO2-Emissionen loszukommen, setzt man weltweit auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Doch der Lösungsansatz für die Klimakrise ist zugleich auch von dieser betroffen – positiv wie negativ.

Serie der Tiroler Arbeiterzeitung: Die andere Seite der Energiewende, Teil 12

Wasserkraft

Rund 60 % des österreichischen Stroms stammt aus Wasserkraft. Doch der heurige Sommer zeigte, dass die zunehmende Trockenheit der Stromgewinnung aus Wasserkraft zusetzt. So produzierten die Laufwasserkraftwerke im August um 37 % weniger Strom als im Vorjahr. Auch Tirol, das im Sommer ein Nettoexporteur von Strom ist, musste im Juli eine Reduktion um mindestens 20 % hinnehmen. Langanhaltende Trockenperioden führen zu sinkenden Flusspegeln und damit zu einer Reduktion der Leistung von Laufwasserkraftwerken, die für zwei Drittel der heimischen Stromproduktion aus Wasserkraft verantwortlich sind. Starkregenereignisse gleichen diese Verluste nicht aus, denn die in kurzer Zeit anfallenden großen Wassermengen können von vielen Laufkraftwerken nicht adäquat abgearbeitet werden und müssen teils ungenützt weitergeleitet werden. Die Entwicklungen im heurigen Sommer spiegeln die neuesten Entwicklungsszenarien des UN-Weltklimarates wider. Die Prognosen sehen für Europa im günstigsten Fall (aktiver und rascher Klimaschutz) eine Reduktion der Stromgewinnung aus Wasserkraft um 5 bis 20 % vor, im schlechtesten Fall (weiter wie bisher) muss mit einer Minderung von 20 bis 40 % gerechnet werden.

Photovoltaik

Profitieren von der Klimakrise könnte die Energiegewinnung aus Photovoltaik. Insbesondere für Südeuropa prognostizieren erste Studien eine Zunahme der Sonnenscheindauer. Zwar nimmt die Energieproduktion von PV-Modulen bei höheren Temperaturen ab, die Wissenschaft geht aber davon aus, dass der technologische Fortschritt effizientere PV-Module bringen wird, welche diesen temperaturbedingten Effizienzverlust ausgleichen.

Windenergie

Die Klimakrise wird die Wind-energie vermutlich regional unterschiedlich treffen. So zeigen Szenarien, dass vor allem der Norden Europas vorteilhaft für die Windkraft sein könnte. Weniger gut schneidet der äußerste Süden ab, hier sagen Modelle eine Abnahme der Stromproduktion vorher. Beim Wind gilt es aber auch jahreszeitliche Veränderungen zu berücksichtigen. Ersten Analysen zufolge könnte die Stromproduktion im Sommer und Herbst abnehmen, im Winter aber zunehmen.
Fakt ist, der Ausbau der erneuerbaren Energien ist dringend notwendig, um die Klimaziele zu erreichen. Gleichzeitig braucht es aber auch Effizienzmaßnahmen, um den Energieverbrauch zu senken, sowie einen Ausbau der Netze und der Speicherkapazitäten, um die Schwankungen in der Produktion ausgleichen zu können. Darüber hinaus müssen bestehende Kraftwerksanlagen für die klimatischen Veränderungen fit gemacht werden. Aufgrund der starken europäischen Verflechtung im Energiebereich sind sowohl die einzelnen Mitgliedsstaaten als auch die gesamte Gemeinschaft in der Pflicht, rasche und koordinierte Maßnahmen für eine stabile und klimafitte Energieversorgung in der EU zu setzen.

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