Elekto-Auto © Blue Planet Studio/stock.adobe.com
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14.12.2021

Serie Teil 4: "Wohin mit den Akkus der Elektroautos?"

Immer mehr Elektroautos sind auf den heimischen Straßen unterwegs, doch irgendwann hat das Herzstück der Autos, der Lithium-Ionen-Akku, ausgedient und muss zwangsläufig getauscht werden. Doch wie sieht es aktuell mit der Entsorgung und dem Recycling aus?

Neue Serie der Tiroler Arbeiterzeitung: Die andere Seite der Energiewende, Teil 4

Die Lebensdauer einer Batterie in einem Elektroauto wird von den Automobilherstellern mit acht bis zehn Jahren oder einer Laufleistung von 150.000 Kilometern angegeben. Manche Hersteller sprechen mittlerweile gar von einer Lebensdauer von 15 Jahren. Wobei hier E-Mobilisten die Haltbarkeit ein Stück weit beeinflussen können. Ein Fakt ist, dass sich die Lebenszeit der Batterien verkürzt, wenn das Auto regelmäßig an Schnellladesäulen angeschlossen wird. Hinzu kommen natürliche Temperaturschwankungen, welche sich ebenfalls auf die Lebensdauer auswirken können. So hält der Akku eines E-Autos, welches immer in einer warmen Garage geparkt wird, länger als eines, das im Winter draußen auf der Straße steht

Die bislang konventionelle Methode der Entsorgung durch Einschmelzen der alten Batterien in Hochöfen stößt zum einen viele Emissionen aus und zum anderen gehen bestimmte wertvolle Rohstoffe, wie das Lithium verloren. Eine nachhaltigere Methode ist jene des Recyclings. Rein aus technischer Sicht betrachtet wäre die Verwertung von Fahrzeugbatterien nach Ansicht des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung durchaus machbar. Hierzu gibt es einige Pilotanlagen, welche versuchen, dies umzusetzen. Jedoch stellt sich hier die Frage, unter welchen Bedingungen und mit welchen Ergebnissen man recycelt. Grundsätzlich geht es darum, wie viele Stoffe man aus der Batterie herausholen kann, in welcher Qualität, in welchen Mengen und zu welchen Kosten. Zusätzlich müssen im Zuge der Ökologisierung auch die Umweltauswirkungen ausreichend berücksichtigt werden. Bei modernen Verfahren werden Batterien elektrisch tiefenentladen, auseinandergebaut und geschreddert, wobei jedoch auch hier brennbare und giftige Substanzen entstehen, was sich wiederum negativ auf die Ökobilanz der Akkus auswirkt

Da aktuell noch kein vollständiger nachhaltiger Akku-Kreislauf existiert, könnte das Recycling von Elektrobatterien zu einem globalen Müllproblem werden. Doch einer Studie der Denkfabrik „Agora Verkehrswende“ zufolge gibt es in diesem Bereich positive Tendenzen, da laut dieser bis zum Jahr 2030 zehn Prozent der Rohstoffe, welche man für die Herstellung der Batterien benötigt, aus recyceltem Material stammen könnten. Bis 2050 könnte der Anteil bereits bei 40 Prozent liegen.

Die ausgemusterten E-Auto-Batterien haben in der Regel noch einen Energieinhalt von 70 bis 80 Prozent und könnten deshalb theoretisch betrachtet auch als Stromspeicher für private Haushalte bzw. im industriellen Bereich als Großspeicher in Frage kommen. Möglich ist dies jedoch nur dann, wenn die gebrauchten Batterien die Anforderungen an Sicherheit, Zuverlässigkeit und Restlebensdauer erfüllen. Laut Ansicht des Fraunhofer-Instituts erhält nur ein Bruchteil der ausgemusterten Batterien eine zweite Chance zur Verwendung

In Zukunft wäre es aus umwelt- und ressourcenpolitischen Gründen richtig und wichtig, die alten Batterien durch Recycling oder mittels Weiterverwendung zu verwerten, denn die darin enthaltenen Rohstoffe wie Kobalt und Lithium sind bekanntlich nur begrenzt verfügbar und die Gewinnung sehr kosten- und ener­gieintensiv. Sofern Lithiumbatterien zu einem möglichst großen Anteil wiederverwertet werden, lässt sich nicht nur der Bedarf an Rohstoffen leichter decken, sondern die Preise für die Elektroautos dürften mittelfristig sinken

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