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13.10.2021

Die neue Vielfalt: Wie umweltfreundlich sind die alternativen Kraftstoffe?

E-Fuels - Vor einigen Jahren lautete die einfache Frage: Benzin oder Diesel? Heute muss sich der Autokäufer zwischen einer Vielzahl von verschiedenen Antriebsarten entscheiden. Aber Elektro-Kraftstoffe oder Biokraftstoffe sind bei weitem nicht so klimafreundlich wie gedacht und schaden bei der Gewinnung der Umwelt.

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Benzin, Diesel, Elektro, Wasserstoff, synthetischer oder biologischer Sprit – momentan ist die Vielfalt an verschiedenen Kraftstoffen so groß wie nie zuvor. Knapp 96 % des aktuellen Pkw-Bestandes in Österreich werden mittels fossiler Kraftstoffe betrieben. Doch seit einiger Zeit werden mit elektrisch sowie biologisch erzeugten Kraftstoffen zwei vermeintlich umweltfreundliche Alternativen propagiert.


E-Fuels

Als E-Fuels (Elektro-Kraftstoffe) werden synthetische Kraftstoffe bezeichnet, welche mittels des „Power-to-Liquids“-Prozesses hergestellt werden.
Diese E-Fuels sind jedoch in der Herstellung sehr energieintensiv, was wiederum einen Widerspruch zu der von der Politik gewünschten Energieeffizienz darstellt. Um synthetischen Sprit für eine Strecke von 100 Kilometern herzustellen, wird nach Ansicht der Universität Wuppertal, in etwa die gleiche Menge Strom benötigt, die in einem batterie-elektrischen Auto für eine Reichweite von 700 km ausreicht.

Bei der Verwendung des alternativen Kraftstoffes könnten theoretisch die umweltschädlichen Emissionen um bis zu 90 % gegenüber den fossilen Energieträgern reduziert werden. Mithilfe von neuen Technologien wäre es möglich synthetische Kraftstoffe als 1:1-Ersatz für herkömmliche Verbrenner zu verwenden, da viele Teile der existierenden Infrastruktur weiter genutzt werden können.

Wenn also die synthetischen Kraftstoffe den Vorteil der Emissionsreduktion mit sich bringen, warum wurde der fossile Treibstoff bisher nicht verdrängt? Dies liegt größtenteils an den hohen Herstellungskosten der E-Fuels. Um eine Leistbarkeit zu gewährleisten, würde es eine flächendeckende Errichtung von Großanlagen benötigen. Ob dann jedoch im Anschluss diese Form des Kraftstoffes tatsächlich einen Beitrag zum Klimaschutz liefert oder der bestehende Klimawandel weiter angeheizt wird, hängt von der Art der Gewinnung des Stroms ab, der für die Spritherstellung selbst benötigt wird.

Bio-Fuels

Bio-Fuels (Biokraftstoffe) sind flüssige oder gasförmige Verkehrskraftstoffe, die aus Biomasse erzeugt werden. Da Biokraftstoffe aus Rohstoffen hergestellt werden, die während ihres Wachstums die gleiche Menge an CO2 aus der Atmosphäre binden, wie sie nachher bei der Verbrennung als Kraftstoff wieder freigeben, entsteht im Vergleich zur Verbrennung von Benzin oder Diesel kein zusätzliches CO2.

Im Gegensatz zu fossilem Sprit sind die Rohstoffe für Biokraftstoffe nachwachsende Stoffe wie Ölpflanzen, Getreide, Zuckerrüben, spezielle Energiepflanzen oder tierische Abfälle. In Deutschland und Europa wird der Kraftstoff vor allem aus Rapsöl hergestellt. In Amerika und Asien wird dagegen vorrangig Palmöl verwendet, was umweltpolitisch kritisch zu betrachten ist, da mitunter große Flächen Urwald gerodet werden müssen. Darüber hinaus weist Palmöl eine schlechte Klimabilanz auf.

Da die Motoren für die Verwendung mit Biokraftstoffen explizit freigegeben werden müssen, wird Bio-Diesel lediglich in speziell dafür ausgelegten Lastkraftwagen sowie Traktoren innerhalb der Landwirtschaft eingesetzt. Eine etwaige Klimaneutralität sowie die ökologische Vorteilhaftigkeit von Biokraftstoffen sind jedoch in Fachkreisen umstritten.

Dies liegt mitunter daran, dass es weltweit betrachtet zu einer Inanspruchnahme von großen Landwirtschaftsflächen kommen würde und ohnehin bereits zu wenig Fläche verfügbar ist. In Österreich wären die benötigten Flächen schlichtweg nicht vorhanden, da es ansonsten zu einem verstärkten Interessenskonflikt mit den bestehenden Ackerflächen kommen würde, was eine Konkurrenz zum Lebensmittelanbau bedeuten würde. Des Weiteren sind Bio-Fuels aus ökologischer Sicht bedenklich, da die für die Verarbeitung der geernteten Pflanzen benötigte Energie in der Regel aus konventionellen Energieträgern stammt.

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