Spritpreise: Tirol war 3 Wochen lang durchgehend das teuerste Bundesland
Eine umfangreiche Spritpreisanalyse der AK Tirol zeigt ein klares Ergebnis: Im Erhebungszeitraum vom 13. August bis 2. September 2026 war Tirol sowohl bei Diesel als auch bei Super 95 im Durchschnitt das teuerste Bundesland Österreichs. Gleichzeitig bestanden innerhalb Tirols erhebliche Preisunterschiede. Besonders teuer waren der Bezirk Imst sowie die untersuchten Tankstellen im Wipptal und Stubaital.
Spritpreise um die 2-Euro-Marke und darüber belasten die Tiroler.innen und Tiroler erneut seit Wochen. „Dazu kommt, dass die Preise für Benzin und für Diesel – so wie auch für Lebensmittel oder beim Wohnen – in Tirol seit Jahren zu den höchsten in Österreich zählen“, kritisiert AK Präsident Erwin Zangerl und verweist dazu auf eine aktuelle Preiserhebung der AK Expert:innen: „Nicht nur im Vergleich zu den anderen Bundesländern, auch innerhalb Tirols wurden erhebliche Unterschiede festgestellt. Und jetzt ist die Branche am Zug! Sie muss endlich die Fakten auf den Tisch legen und die Ursachen für diese Ungleichbehandlung erklären!“
AK Tirol wertete 5.664 Preisangaben aus
Für die Untersuchung wurden an 21 Tagen (3 Wochen) jeweils vormittags und abends die aktuellen Preise erhoben. Insgesamt verarbeitete die AK Tirol 4.100 einzelne Tankstellenpreise von 93 unterschiedlichen Tankstellen sowie 1.564 Bezirks-, Bundesländer- und Österreichmedianwerte des E-Control-Spritpreisrechners – in Summe 5.664 Preisangaben.
Tirol bei Diesel und Super 95 an der Spitze
Der durchschnittliche Bundeslandmedian für Diesel betrug in Tirol 2,081 Euro je Liter. Dahinter folgten Salzburg und Vorarlberg mit jeweils rund 2,052 Euro. Den niedrigsten Wert verzeichnete das Burgenland mit 2,010 Euro. Zwischen Tirol und dem günstigsten Bundesland bestand damit ein Unterschied von 7,1 Cent je Liter.
Bei Super 95 lag der durchschnittliche Tiroler Bundeslandmedian bei 1,847 Euro je Liter. Salzburg folgte mit 1,816 Euro, Vorarlberg mit 1,808 Euro. Am günstigsten war Kärnten mit 1,773 Euro. Der Abstand zwischen Tirol und Kärnten betrug 7,3 Cent je Liter.
Auch gegenüber dem ausdrücklich ausgewiesenen Österreichmedian lag Tirol während des gesamten Untersuchungszeitraums höher – bei Diesel durchschnittlich um 4,8 Cent und bei Super 95 um 5,1 Cent je Liter.
„Das Ergebnis ist eindeutig: Autofahrerinnen und Autofahrer mussten im Untersuchungszeitraum in Tirol im österreichweiten Vergleich besonders tief in die Tasche greifen. Tirol war bei Diesel und Super 95 im Durchschnitt das teuerste Bundesland und lag bei jeder einzelnen Erhebung über dem Österreichmedian. Das lässt sich nicht als kurzfristiger Ausreißer abtun und zeigt wieder einmal das West-Ost-Gefälle bei den Preisen des täglichen Lebens auf“, betont AK Präsident Erwin Zangerl.
Erhebliche Unterschiede auch innerhalb Tirols
Auch innerhalb Tirols bestand kein einheitliches Preisniveau. Auf Bezirksebene war der Bezirk Imst im Erhebungszeitraum sowohl bei Diesel als auch bei Super 95 der teuerste Bezirk. Gegenüber Innsbruck-Stadt, wo die Preise tirolweit am günstigsten sind, lag der durchschnittliche Bezirksmedian in Imst bei beiden Treibstoffarten um rund 8,3 Cent je Liter höher.
Noch größer waren teilweise die Abstände zwischen Innsbruck und den untersuchten Tälern. Im Wipptal lagen die erhobenen günstigen Tankstellenpreise gegenüber Innsbruck bei Diesel durchschnittlich um 10,5 Cent und bei Super 95 um 10,8 Cent je Liter höher. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern entspricht das Mehrkosten von rund 5,27 Euro beziehungsweise 5,42 Euro.
Im ebenfalls sehr teuren Stubaital betrug der durchschnittliche Abstand zu Innsbruck 9,8 Cent bei Diesel und ebenfalls 10,8 Cent bei Super 95.
Tabelle: Preisunterschied Täler zu Innsbruck
| Untersuchtes Tal/Region | Diesel | Super 95 |
| Wipptal | +10,5 ct/l | +10,8 ct/l |
| Stubaital | +9,8 ct/l | +10,8 ct/l |
| Ötztal | +9,0 ct/l | +8,9 ct/l |
| Zillertal | +8,0 ct/l | +7,6 ct/l |
| Seefelder Plateau | +4,6 ct/l | +5,9 ct/l |
| Brixental | +4,4 ct/l | +4,3 ct/l |
Preisvergleich kann sich auszahlen
Die AK Tirol empfiehlt Autofahrerinnen und Autofahrern, vor dem Tanken die Preise im E-Control-Spritpreisrechner zu vergleichen. Die Untersuchung zeigt, dass bereits innerhalb relativ kurzer Entfernungen erhebliche Unterschiede bestehen können. Ein Preisvergleich und – soweit möglich – die Wahl einer günstigeren Tankstelle können sich daher deutlich auszahlen.
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