Foto zeigt einen gelben VVT-Postbus, auf der Anzeigetafel steht "Fahrplanwechsel"
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23.9.2026

AK Analyse zum Bushaltestellen-Check zeigt: Es gibt noch viel Luft nach oben!

Wer mit dem Bus fährt, soll nicht im Regen stehen. Wie es um Ausstattung, Sicherheit und regionale Erschließung mit Bushaltestellen in Tirol steht, zeigt eine Sonderauswertung der AK Tirol, für die 505 Bushaltestellen – rund 16 % aller Tiroler Haltestellen – des Haltestellenchecks der Mobilitätsorganisation VCÖ analysiert wurden. Zahlreiche Schwächen wurden festgestellt. Die AK Tirol fordert moderne und sichere Haltestellen.

Die Qualität des öffentlichen Verkehrs hängt nicht nur vom Fahrplanangebot ab. In Tirol ist die Bushaltestelle zumeist der erste und der letzte Berührungspunkt mit dem öffentlichen Verkehr. Eine gute und erreichbare Haltestelle ist deshalb wichtig für die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs. Eine AK Analyse zeigt Defizite in Qualität und Erreichbarkeit.

Warten im Regen und in der Sonne

505 Bushaltestellen - rund 16 % aller Tiroler Haltestellen - wurden in einer AK Sonderauswertung des Haltestellenchecks der Mobilitätsorganisation VCÖ analysiert. Das ist zwar keine flächendeckende Erfassung, gibt aber trotzdem einen guten Einblick in die Tiroler Gesamtsituation.

Sitzplätze, Radabstellplätze, Beschattung fehlen

Häufigster Kritikpunkt ist der Witterungsschutz: Bei mehr als 60 % der bewerteten Haltestellen wird dieser von den Fahrgästen als unzureichend wahrgenommen. Fehlende Sitzgelegenheiten und Radabstellplätze werden bei fast der Hälfte der bewerteten Haltestellen bemängelt. Aus Sicht der Fahrgäste fehlt bei 43 % der Haltestellen auch eine ausreichende Beschattung – angesichts zunehmender Hitzeperioden nicht mehr nur eine Frage des Komforts!

Defizite bei Barrierefreiheit, Info und Sicherheit

Bei Barrierefreiheit und Fahrgastinformation zeigt sich bei rund einem Drittel der bewerteten Haltestellen Handlungsbedarf. Es fehlen etwa digitale Anzeigen oder vollständige Fahrpläne. Defizite gibt es zudem bei der Sicherheit: Bei 28 % der Haltestellen gibt es keine sicheren Straßenübergänge, bei jeder vierten keine ausreichende Beleuchtung und bei knapp jeder fünften keinen sicheren Gehweg. Interessant: Bei Haltestellen im ländlichen Raum werden diese Sicherheitsaspekte deutlich häufiger kritisiert.

Nicht überall reicht das Angebot

Neben der Qualität der Haltestellen gibt es auch regionale Versorgungslücken. Eine im Auftrag der AK durchgeführte Studie der Technischen Universität Wien analysierte anhand der ÖV-Güteklassen, wie gut Tiroler Erwerbstätige an den öffentlichen Verkehr angebunden sind. Die Güteklassen messen die Erschließungsqualität anhand von Haltestellenentfernung, Verkehrsmittel und Fahrplan.

Das Ergebnis: Der Wohnort von rund 9 % der Tiroler Erwerbstätigen ist nicht ausreichend vom öffentlichen Verkehr erschlossen. In 80 der 277 Gemeinden trifft das auf mindestens jede fünfte erwerbstätige Person zu. Selbst nach simulierten Taktverdichtungen bleiben noch immer 31 Gemeinden übrig. In acht Gemeinden liegt der Anteil gar bei über 80 %. Mehr Verbindungen allein reichen hier also nicht aus; es braucht zusätzliche Haltestellen.

AK fordert moderne und sichere Haltestellen

Für die Tiroler Arbeiterkammer steht jedenfalls fest:

  • Die Bushaltestellen müssen modernisiert werden.
  • Ausreichender Regen- und Sonnenschutz, genügend Sitz- und Radabstell-möglichkeiten sowie leicht zugängliche und vollständige Fahrgastinformationen sind kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.
  • Unbedingt notwendig sind auch sichere Gehwege, Straßenübergänge und Beleuchtung – insbesondere am Land.
  • Weiters braucht es aber auch gezielte Angebotsverbesserungen und – wo nötig – zusätzliche Haltestellen.

AK Grafik

Balkengrafik zeigt, was bemängelt wurde, Zahlen finden sich im Text wieder
© Grafik: AK Tirol

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