29.3.2017
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AK Präsident Zangerl: „Tirol macht Wohnbaupolitik für Anleger und Spekulanten, nicht für Einheimische!“

Die AK hat mehrfach davor gewarnt, dass sich Tiroler das Wohnen kaum noch leisten können. Jetzt belegt die Statistik Austria, dass die Immobilienpreise in Tirol allein 2016 um 11,1 Prozent gestiegen sind – unter anderem auch deshalb, weil Investitionen in Immobilien für Anleger und Spekulanten höchst attraktiv geworden sind. Das wirkt sich auf Eigentum ebenso aus, wie auf Mietwohnungen – und steht für eine gescheiterte Wohnpolitik. Es braucht endlich neue Ansätze! Die AK hat dazu mehrere Studien vorgelegt und verweist auf das 10-Punkte-Programm der Sozialpartner. AK Präsident Zangerl: „Die Situation ist dramatisch: Immer weniger Familien können sich in Tirol von ihrer Arbeit noch Eigentum schaffen!“

„Jetzt haben wir es also wieder einmal schwarz auf weiß: Allen vollmundigen Versprechungen zum Trotz sind die Immobilienpreise in Tirol erneut explodiert“, verweist AK Präsident Erwin Zangerl auf die aktuellen Daten der Statistik Austria. „Allein im letzten Jahr stiegen sie in Tirol und Vorarlberg um weitere 11,1 Prozent, damit liegen wir nach Wien und Salzburg an dritter Stelle. Das bedeutet nichts anderes als eine Bankrotterklärung für die Wohnpolitik in unserem Land, die diese Bezeichnung gar nicht mehr verdient. Das ist Wohnbaupolitik für Anleger und nicht für die Tiroler Bevölkerung!“

Zangerl: „Seit Jahren fordern die Sozialpartner ein Umdenken ein, im Frühjahr 2016 haben wir der Landesregierung gemeinsam noch ein 10-Punkte-Programm  zur Senkung der Wohnkosten vorgelegt. Aber statt endlich Nägel mit Köpfen zu machen, liegen alle unsere Studien und Vorschläge auf Eis. Dafür wird Anlegern und Spekulanten noch verstärkt Tür und Tor geöffnet.“

Statt sich Anteile an den 1.200 Buwog-Wohnungen zu sichern, schaut das Land zu, wie ein luxemburgischer Investor den Deal macht. Und niedrige Kreditzinsen sowie Mehrwertsteuer-Rückerstattung machen auch Neubauprojekte zur profitablen Spielwiese für ausländische Anleger und Spekulanten, was die Mieten zusätzlich nach oben treibt. Dies belegen jetzt nicht nur die Analysen der AK zu drei aktuellen Projekten in Innsbruck, bei denen 44, 57 bzw. 58 Prozent der Wohneinheiten allein an ausländische Anleger gingen, sondern eben auch die Statistik Austria.

„Dabei vergisst der zuständige Landesrat offenbar, dass Wohnen ein Grundrecht ist, und dass das Schaffen von Eigentum für viele Menschen auch Existenzgrundlage bedeutet“, betont der AK Präsident. „Und Eigentum ist auch die beste Altersvorsorge. Wie sich die prekäre Situation am Tiroler Wohnungsmarkt auswirkt, zeigt die aktuelle Market-Umfrage für einen großen Versicherer: Von allen Österreichern haben die Tiroler am meisten Angst vor Altersarmut. 48 Prozent der Befragten fürchten eine erhebliche Pensionslücke.“

Übrigens: Auch der Vergleich im EU-Vergleich ergibt ein dramatisches Bild. Während sich die Preise in Tirol seit 2010 um 31,1 Prozent verteuerten, stiegen sie im EU-Schnitt im gleichen Zeitraum um nur 5,4 Prozent.

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