Eltern möchten Arbeitszeit ausgewogener aufteilen

Eine aktuelle AK Studie zeigt: Immer mehr Frauen mit Kindern unter 15 Jahren gehen arbeiten, doch dann vor allem in Teilzeitjobs. Dabei würden Eltern die Arbeitszeit gern ausgewogener splitten.

Die Zahlen sprechen für sich: Waren 2005 noch bei 36 % aller Paare mit Kindern unter 15 die Frauen nicht berufstätig, so lag der Anteil 2015 bei nur noch 27 %. Gleichzeitig stieg die Zahl der Paare, bei denen der Mann Vollzeit und die Frau Teilzeit arbeitet, von 38 auf 48 % – soweit eine FORBA-Studie im Auftrag der AK.

Doch die Studie zeigt nicht nur auf, wie sich Paare die Arbeitszeit derzeit teilen, sondern auch, dass sie diese lieber ausgewogener aufteilen würden:

  • 26 % aller Paare mit Kindern teilen sich die Arbeitszeit im Verhältnis 41 bis 50 %. Wünschen würden sich eine solche Aufteilung 33 % aller Paare.
  • Es sind hauptsächlich in Teilzeit beschäftigte Frauen, die gerne mehr arbeiten würden. Vollzeitbeschäftigte Frauen und Männer wollen hingegen ihre Arbeitszeit verringern.
  • Teilzeitbeschäftigte Frauen mit Kindern bis 15 Jahren möchten 2,4 Stunden mehr arbeiten. Vollzeitbeschäftigte Frauen würden im Schnitt gerne um 3,2 Stunden weniger arbeiten, Männer um 2 Stunden.
  • Höhere Arbeitszeiten von Männern schränken die Möglichkeit von Frauen ein, ebenfalls in größerem Ausmaß berufstätig zu sein.
  • Bei Vätern mit 3-jährigen Kindern gehen überlange Arbeitszeiten stark zurück: 46 und mehr Stunden arbeiteten 2015 nur 17 %, zehn Jahre davor waren es noch 27 %.

„Die Studie zeigt, dass die Aufgabenverteilung mit dem Mann als Ernährer und der Frau nur als Zuverdienerin weiter vorherrscht“, so AK Präsident Erwin Zangerl. „Dieses Modell ist nicht zukunftsweisend. Schließlich brauchen Frauen eine eigene Existenzsicherung. Die Politik muss dafür sorgen, dass sich Eltern die Erwerbsarbeit gerechter aufteilen: Mit einem Ausbau der Kinderbetreuung, ganztägigen Angeboten bis zum Ende der Pflichtschule, einer Ausweitung des Rechts auf Elternteilzeit und einer Änderung der Lage der Arbeitszeit auch bei Betrieben mit weniger als 21 Mitarbeitern. Vor allem aber ist ein gesetzlich verankerter 12-Stunden-Tag abzulehnen, weil dadurch die Schere bei der Arbeitszeit noch weiter aufginge.“

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