Pflege in Intensivstation © Valerii/stock.adobe.com
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18.11.2021

Flucht aus der Pflege: AK Tirol fordert mehr Freizeit für Beschäftigte

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pflegeberufen sind am Limit. Trotzdem kommt eine Verkürzung der Arbeitszeit für das Land aus gleichheitsrechtlichen Erwägungen nicht in Frage. Ein Lösungsansatz sind Zeitgutschriften bei hohen Belastungen, sie könnten die dringend nötige Möglichkeit zur Erholung bringen.

Die dramatische Situation, in der sich viele Pflegekräfte wiederfinden, ist nicht neu. Bereits vor der Corona-Pandemie litten Beschäftigte in diesem Bereich unter den starken psychischen und physischen Belastungen. Durch die Corona-Krise wurde dies nochmals verstärkt, gleichzeitig wurde auch der Personalmangel deutlicher spürbar.

Alarmglocken

Doch diese belastende Situation hat massive Auswirkungen auf die Betroffenen: „Derzeit denkt ein Fünftel des Pflegepersonals daran, den Beruf zu verlassen“, berichtet AK Präsident Erwin Zangerl. „Viel zu lange hat man diese Entwicklung offensichtlich nicht wahrgenommen, vielleicht nicht wahrnehmen wollen. Aber spätestens jetzt müssten doch alle Alarmglocken schrillen! Ein möglicher Verlust von gut ausgebildeten Fachkräften kann nicht so einfach wettgemacht werden, speziell in diesem sensiblen Bereich sind entsprechend qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nötig!“

Zangerl: „Es ist an der Zeit, dass die Politik endlich etwas unternimmt, denn es geht hier um ein gesamtgesellschaftliches Problem. Davon betroffen ist nicht nur die Gesundheit des Personals, das laufend am Arbeitsplatz gefordert ist, es geht auch um die Sicherheit der betreuten Patienten, Bewohner und Klienten.“

Zur Entlastung wären mehrere Möglichkeiten zwar denkbar, aber offenbar nicht alle auch umsetzbar. So geht aus einem Schreiben von Gesundheitslandesrätin Mag. Annette Leja vom 27. Juli 2021 hervor, dass eine Verkürzung der Arbeitszeit im Sozial- und Gesundheitsbereich vom Land aufgrund gleichheitsrechtlicher Erwägungen nicht angedacht wird. „Dies ist zwar nachvollziehbar. Aber Beifall oder die Auszahlung von Corona-Boni allein bringen den Pflegekräften wenig, denn der Nachhall des Applaudierens verblasst sehr rasch und die Belas-tung wird nicht geringer“, betont der AK Präsident.

Zeitgutschriften

Fakt ist: Damit unser gut ausgebildetes Personal seine Berufe im Pflegebereich nicht verlässt, müssen aktiv Handlungen gesetzt werden. Eine Handlung besteht unter anderem darin, Belastungen zu reduzieren bzw. die Regenerationszeit zu erhöhen.

So besteht z. B. auch die Möglichkeit, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer hohen Belastung durch Zeitgutschriften besonders zu honorieren. Eine gleichheitswidrige Behandlung ist durch dieses sogenannte Zeitzuschlagsystem nicht zu befürchten. Trotzdem ermöglichen zusätzliche Freizeitblöcke Entlastung und die Möglichkeit zur Erholung. Denn jede Pflegekraft, die sich gegen den Beruf entscheidet, ist eine wertvolle Fachkraft zu viel.

offen gesagt

„Es ist an der Zeit, dass die Politik endlich etwas unternimmt, denn es geht hier um ein gesamtgesellschaftliches Problem. Davon betroffen ist nicht nur die Gesundheit des Personals, das laufend am Arbeitsplatz gefordert ist, es geht auch um die Sicherheit der betreuten Patienten, Bewohner und Klienten.“

Erwin Zangerl,
AK Präsident

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offen gesagt

„Es ist an der Zeit, dass die Politik endlich etwas unternimmt, denn es geht hier um ein gesamtgesellschaftliches Problem. Davon betroffen ist nicht nur die Gesundheit des Personals, das laufend am Arbeitsplatz gefordert ist, es geht auch um die Sicherheit der betreuten Patienten, Bewohner und Klienten.“

Erwin Zangerl,
AK Präsident