altere Frau zählt Münzen © Satjawat/stock.adobe.com
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15.11.2022

"Frauen-Pensionen müssen steigen, sonst droht vielen Armut im Alter!"

Frauen haben aufgrund von Kindererziehungszeiten und langen Phasen von Teilzeitarbeit bei der Pension das Nachsehen. Das muss sich endlich ändern, fordert die AK Tirol und fordert die Anhebung der Frauen-Pensionen. Dabei geht es auch um Wertschätzung und Fairness.

Wussten Sie, dass die durchschnittliche Frauenpension 1.239 Euro beträgt und damit unter der Armutsgefährdungsgrenze von 1.371 Euro für einen Ein-Personen-Haushalt in Österreich liegt?

Die Ursachen dafür sind ebenso vielfältig, wie bekannt. Denn es sind fast immer Frauen, die sich um die Kinder kümmern, wenn es keine Kinderbetreuungs-einrichtungen gibt, die einen Vollzeit-Job zulassen. Es sind zumeist Frauen, die pflegebedürftige Angehörige versorgen. Und noch immer sind es die Frauen, die für die gleiche Arbeit weniger verdienen als Männer – im Schnitt um rund 20 Prozent.

Brisanter Cocktail

All das zusammen ergibt zum Ende des Erwerbslebens einen brisanten Cocktail: „Denn seit der Einführung des Pensionskontos 2003 durch die damalige schwarz-blaue Bundesregierung werden nicht mehr die besten 15 Jahre als Berechnungsgrundlage herangezogen, sondern die Versicherungszeiten aus dem gesamten Erwerbsleben, die Lebensdurchrechnung“, erklärt AK Präsident Erwin Zangerl. 

Equal Pension Day am 3. August

Fakt ist: Frauen erhalten in Österreich rund 41 % weniger Pension als Männer  (im OECD-Schnitt um 26  % weniger). Die durchschnittliche Frauenpension in Österreich beträgt brutto 1.239 Euro, jene der Männer 2.103 Euro. Durch diese Differenz von 150 Tagen (41,06 %) fiel der Equal Pension Day heuer auf den 3. August. An diesem Tag hatten Männer bereits so viel Pension erhalten, wie sie Frauen erst bis Jahresende ausbezahlt bekommen.

Faire Frauen-Pension gegen Altersarmut

„Das ist unwürdig und drängt Frauen in die Altersarmut“, so Zangerl. „Deshalb fordert die AK von der Bundesregierung eine faire Frauen-Pension.“

  • Die Bemessungsgrundlage für Kindererziehungszeiten soll auf das Durchschnittseinkommen von Männern und Frauen angehoben werden (2020: 2.640 Euro).
  • Nach Pensionsantritt soll die Frauenpension einmalig um den jährlich berechneten Gender Pay Gap erhöht werden. Faktoren für diesen sind die strukturelle Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt, Einkommensdiskriminierungen und die niedrige Bezahlung in frauendominierten Branchen.


ZAHLEN & FAKTEN

Ein Faktor ist die niedrige Bemessungsgrundlage für Kindererziehungszeiten: Diese orientiert sich am Medianeinkommen der Frauen (= jenes Einkommen, das 50 % aller erwerbstätigen Frauen überschreiten) und beträgt für 2022 gerade einmal 1.738,07 Euro (14 Mal). Das trifft vor allem Frauen und nur 3 % der Väter.

Knapp 50 % aller beschäftigten Frauen arbeiten in Teilzeit; bei Männern sind es nur 11 %. Ein Jahr Teilzeitbeschäftigung im Ausmaß von 50 % vermindert die Pension im Schnitt bereits um 1 %.

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