Inflation-Kugel zerstört österreichische Fahne
© GoodIdeas, stock.adobe.com
11.3.2026

Einkommensverlust durch Teuerung: Wohin gingen die Lohnerhöhungen?

Eine von der AK Tirol in Auftrag gegebene Studie der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) zeigt nun erstmals das Verhältnis von Inflation und Einkommen und wohin die Lohnerhöhungen in den Teuerungsjahren 2022 - 2025 geflossen sind: Die Ergebnisse sind dramatisch, denn die Anpassung der Löhne an die teils enorme Inflation hatte keine Einkommenssteigerung zur Folge, sondern aufgrund der gestiegenen Preise kam es zu großen Einkommensverlusten, die teils bis heute noch nicht ausgeglichen sind.

Wie haben sich die Teuerungsjahre 2022 - 2025 auf die Tiroler Beschäftigten aus gewirkt und wirken sich bis heute aus? Im Auftrag der AK Tirol wurde von der GAW eine Studie erstellt.

Die Ergebnisse in Kürze

Im Schnitt mussten die Tiroler Arbeitnehmer:innen zwei Drittel ihrer Einkommenserhöhungen direkt für gestiegene Preise aufwenden. Die drei größten Ausgabeposten dabei waren Wohn- u. Mietkosten (15 %), Lebensmittel, Getränke, Tabak (11 %), Gastronomie (11 %: hierunter fällt u. a. auch Mittagessen während der Arbeitswoche, Kostenbeiträge für Kantinen; nicht nur der „freiwillige“ Restaurant- oder Cafebesuch).

Das restliche Drittel („Restgeld") blieb aber nicht einfach übrig, sondern damit müssen verschiedenste Ausgaben bewältigt werden, die nicht direkt als Konsum erfasst werden: z. B. Kreditraten und -zinsen, verschiedene Unterhaltsleistungen, private Zahlungen (Taschengeld, finanzielle Unterstützung von Familie/Verwandten), Sanierungsmaßnahmen bei Haus und Wohnung (PV-Anlagen, Fenster- und Heizungstausch) sowie alle Arten von Sparen bzw. Rücklagenbildung (Sparbuch, Bausparen, Fonds…). In allen diesen Bereichen gab es natürlich genauso inflationsbedingte Kostensteigerungen. Angesichts dessen ist kaum zu vermuten, dass sich finanzielle Spielräume durch Einkommens- und Lohnsteigerungen erweitert haben, viel eher im Gegenteil.

Denn trotz Lohnerhöhungen bzw. Einkommenssteigerungen (Einkommen können z. B. auch aufgrund von Ausdehnung von Arbeitszeiten, mehr Beschäftigungstagen, Jobwechsel steigen) erlitten rund drei Viertel der Tiroler Arbeitnehmer:innen im Zeitraum von Jänner 2022 bis Juni 2025 finanzielle Verluste – teilweise von mehreren tausend Euro (über den Analysezeitraum). Das galt u. a. für die größte Gruppe unter den Tiroler Arbeitnehmer:innen, nämlich jene, die durchgehend beim selben Arbeitgeber beschäftigt waren („typischer Fall“). In der Studie wurden auch zwei Fälle analysiert, die sich ausschließlich an den kollektivvertraglichen Lohnerhöhungen orientieren (andere Faktoren wie ein höheres Einkommen aufgrund z. B. einer Ausdehnung von Arbeitszeiten werden dadurch ausgeblendet), aber auch hier gab es ebenso deutlich inflationsbedingte Verluste.

Rund ein Viertel der Tiroler Arbeitnehmer:innen konnte mit einer positiven Bilanz aus der Hochinflation aussteigen. Dies lag jedoch vor allem daran, dass diese Personen Job- und Branchenwechsel in besser entlohnte Positionen vornahmen bzw. Beschäftigungstage ausdehnten (z. B. durch einen Wechsel vom saisonalen Gastgewerbe in eine durchgängige Arbeitsstelle im Gesundheits- und Sozialwesen). Sprich: Die Einkommenssteigerungen hatten wenig mit einer Lohnerhöhung eigentlichen Sinne zu tun, sondern mit einem Positionswechseln am Arbeitsmarkt.

Die Studie zeigt deutlich, dass ein reiner Vorher-Nachher-Einkommensvergleich in einer Teuerungswelle wie seit 2022 längst nicht das gesamte Bild zeigt. Denn damit wird außer Acht gelassen, dass die Arbeitnehmer:innen gestiegene Preise immer „vorfinanzieren“ müssen, bis die Einkommen nachziehen können. Wobei an dieser Stelle das „Spiel“ dann wieder von vorne beginnt, da die Teuerung ja laufend erfolgt. Dadurch erleben die Arbeitnehmer:innen erhebliche finanzielle Einschränkungen, die aber in den Einkommensstatistiken nicht sichtbar werden. Die vorliegende Studie berechnet diese inflationsbedingten, finanziellen Verluste für die Tiroler Arbeitnehmer:innen.

Die Studie vertieft diese Ergebnisse noch erheblich.

Die gesamte Studie finden Sie rechts als Download.

Kontakt

Kontakt

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

E-Mail: presse@ak-tirol.com

Telefon: +43 800 22 55 22 1300
(Kostenlose Hotline )

Fax: +43 512 5340 1290