Mann beim Geld zählen © vectorfusionart/stock.adobe.com
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So hilft der AK Unterstützungsfonds

Der Unterstützungsfonds hilft, koordiniert und setzt auch dort an, wo Systeme überlastet sind. Wie etwa beim Thema Pflege. Denn die Zahl derer, die sich in puncto Pflege allein gelassen fühlen, steigt von Tag zu Tag…   

Dass Not und Armut auch in Tirol allgegenwärtig sind, zeigt nicht nur die aktuelle Armutsstudie des Landes, sondern auch die immer größer werdende Zahl derer, die sich an den AK Unterstützungsfonds (U-Fonds) wenden. Besonders dramatisch ist dabei der Anstieg von Betroffenen, die mit der Pflege von Angehörigen nicht mehr zu Rande kommen: Zeit, Kraft und vor allem Geld reichen nicht aus. Es sind harte Schicksale von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit denen die AK Experten täglich konfrontiert sind.  

Fehler im System

Schicksale, wie jenes von Eva H., alleinerziehende Mutter von drei Kindern. Eines ihrer Kinder ist behindert und wird von ihr zuhause betreut. Als es bei ihr zu gesundheitlichen Problemen kommt, kann sie das Kind nicht mehr persönlich versorgen. Trotz intensiver Suche ist kein geeigneter Betreuungsplatz zu finden, der letzte Ausweg ist eine 24-Stunden-Betreuung. Die hohen Kosten dafür muss die Alleinerzieherin selbst bezahlen…

Oder der Fall von Maria M., die an Multipler Sklerose erkrankte. Als ihr Mann für eine Operation ins Krankenhaus muss, kann kein Kurzzeitpflegeplatz für sie gefunden werden. Die daraufhin eingestellte 24-Stunden-Fachkraft muss überwiegend aus eigener Tasche bezahlt werden. Das Pflegegeld sowie die Höhe der Förderung durch das Sozialministerium decken bei Weitem nicht die Kosten…

kontakt

So erreichen Sie das Team des AK Unterstützungsfonds: 

persönliche Vorsprache:
Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr im AK Gebäude in der Schöpfstraße 2 (Postadresse: Maximilianstraße 7), 6020 Innsbruck 

telefonisch: 
Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr und Freitag von 8 bis 12 Uhr unter 0800/22 55 22 – 1111

eMail: ufo@ak-tirol.com

offen gesagt

"Wir versuchen, den Menschen Perspektiven zu zeigen, damit sie wieder in geordnete Verhältnisse kommen. Umso unverständlicher ist deshalb die Haltung einiger Politiker, die die AK schwächen wollen."

Erwin Zangerl
AK Präsident

gut zu wissen

Für einen Antrag braucht es ein kurzes formloses Schreiben sowie Kopien aller wichtigen Unterlagen zu Einkommen, Beihilfen, Alimenten und Mietzinsbeihilfen sowie zu Ausgaben, wie Miete und Rückzahlungsverpflichtungen.

Vernetzungsstelle

Zwei Fälle von vielen, die offenbaren, dass im Pflegebereich Handlungsbedarf besteht. Zudem beschäftigt viele die Frage, wie es nach der Entlassung aus dem Krankenhaus weitergeht – eine zufriedenstellende Antwort gibt es oft nicht. Denn es fehlt an Tages- und Übergangspflegeplätzen, Aufnahmestopps sind an der Tagesordnung, Koordination, Organisation und Finanzierung überfordern die meisten. Hier versteht sich der Unterstützungsfonds als Lichtblick am Ende des Tunnels.

Dabei geht es nicht in erster Linie um die finanzielle Soforthilfe (u. a. auch für Medikamente, Heilbehelfe oder entsprechende Pflegebetten), es geht vor allem um eine Überbrückungsfunktion mit Nachhaltigkeitscharakter. „Gerade hier ist es wichtig, eine auf den jeweiligen Fall abgestimmte Gesamtlösung zu finden, auch in Kooperation mit anderen Sozialeinrichtungen. Der Unterstützungsfonds ist nicht nur Überbrückungshilfe, sondern auch Vernetzungsstelle, um Betroffene langfristig zu entlasten“, so AK Präsident Erwin Zangerl, auf dessen Initiative der Unterstützungsfonds im Jahr 2008 seine Arbeit aufnahm. 

Die Armut nebenan 

Seither wurde tausenden Hilfesuchenden rasch und unbürokratisch geholfen: Waren es im Jahr 2009 noch 629 Anträge, mit denen um Unterstützung angesucht wurde, hat sich diese Zahl bis ins Jahr 2017 mehr als verdoppelt (1.350 Anträge). „Immer mehr Menschen brauchen Unterstützung, vor allem, da sie durch eine marktwirtschaftlich orientierte Politik immer mehr unter Druck geraten. Dies sollten vor allem jene bedenken, die den solidarischen Kern der Arbeiterkammer immer noch nicht verstanden haben. Denn die monatlichen Solidarbeiträge der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden auch dazu verwendet, in Not geratene Mitglieder zu unterstützen“, so AK Präsident Zangerl. So wurden seit Beginn bis einschließlich September 2018 mehr als 3 Millionen Euro an Unterstützungen ausbezahlt. Vor allem bei Wohnen und Energie reicht das Geld für viele nicht mehr aus, wie die zahlreichen Hilfsanfragen zu Mietrückständen, Delogierungen oder beim Strom- und Gashärtefonds (etwa bei Problemen mit Strom- bzw. Gasjahresrechnungen, Nachforderungen, Stromabschaltungen etc.) zeigen.

„Wer glaubt, wir hätten die Armut in unserem Land im Griff, der irrt gewaltig. Sie wohnt oft nebenan. Denn viele Mitbürger wissen nicht mehr, wie sie angesichts der hohen Lebenshaltungskosten und trotz Vollzeitarbeit über die Runden kommen sollen“, warnt Zangerl. 

Wer hilft wo? 

Neben finanzieller Hilfe geht es den Experten des Unterstützungsfonds auch um Beratung. Wie im Fall von Claudia M.

Die Alleinerzieherin kümmert sich um ihre Tochter und arbeitet halbtags als Verkäuferin. Obwohl sie in einer vergleichsweise günstigen Wohnung leben, ist das Geld stets knapp. Bei einem persönlichen Gespräch erkennen die Experten des Unterstützungsfonds sofort, dass die 31-Jährige Anspruch auf Mindestsicherung hat – dadurch wird für sie und ihre Tochter vieles leichter.

Der Unterstützungsfonds versteht sich somit nicht nur als Stelle für finanzielle Soforthilfe, sondern auch als Ort wo beraten, überbrückt und mit anderen Sozialeinrichtungen vernetzt wird. Diese Zusammenarbeit von Vereinen und Institutionen im sogenannten „Josefikreis“ ist von großer Bedeutung. Denn oft ist eine einmalige Finanzspritze zu wenig. „Wir versuchen, den Menschen Perspektiven zu zeigen, damit sie wieder in geordnete Verhältnisse kommen. Umso unverständlicher ist deshalb die Haltung einiger Politiker, die die AK schwächen wollen. Denn damit nehmen sie auch jenen, die sich an den U-Fonds wenden, die Möglichkeit auf Hilfe“, so Zangerl.

kontakt

So erreichen Sie das Team des AK Unterstützungsfonds: 

persönliche Vorsprache:
Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr im AK Gebäude in der Schöpfstraße 2 (Postadresse: Maximilianstraße 7), 6020 Innsbruck 

telefonisch: 
Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr und Freitag von 8 bis 12 Uhr unter 0800/22 55 22 – 1111

eMail: ufo@ak-tirol.com

offen gesagt

"Wir versuchen, den Menschen Perspektiven zu zeigen, damit sie wieder in geordnete Verhältnisse kommen. Umso unverständlicher ist deshalb die Haltung einiger Politiker, die die AK schwächen wollen."

Erwin Zangerl
AK Präsident