Mann beim Lesen eines Briefes © AntonioDiaz/stock.adobe.com
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15.11.2022

"Swisspoint Sales AG": Werbeanrufe zu Zeitschriften-Abos werden zur Falle!

In der AK Tirol mehren sich Anfragen von Betroffenen, bei denen die Schweizer Firma nach einem unerwünschten Werbeanruf behauptet, dass damit ein Zeitschriften-Abo abgeschlossen worden sei. Zum „Beweis“ werden sogar Mitschnitte des Telefonats übermittelt. Die Konsumentenschutz-Expert:innen warnen davor, sich auf ein Gespräch einzulassen. Sie helfen unter Tel. 0800/22 55 22 – 1818.

In letzter Zeit werden Konsument:innen vermehrt von der Schweizer Firma „Swisspoint Sales AG“ angerufen und mit aggressiven Methoden bedrängt, Jahres-Abos für Zeitschriften, etwa zu Autos und Motorrädern abzuschließen.

Mahnung, Inkasso

Soweit, so schlecht: Denn bald nach dem Telefonat erhalten die Betroffenen nicht etwa eine Vertragsbestätigung sowie Infos und eine Aufklärung über das Widerrufsrecht, wie dies laut den fernabsatzrechtlichen Bestimmungen vorgeschrieben ist, sondern gleich auch schon das erste Heft und dazu eine Mahnung. Wer nicht zahlt, dem wird umgehend ein Inkasso-Schreiben mit Forderungen über mehrere hundert Euro zugeschickt! Wer reklamiert, erhält als „Beweis“ einen Mitschnitt des Telefonats.

„Das ist natürlich absolut unseriös und nicht zulässig. Schon die unerbetenen Werbeanrufe sind nach dem Telekommunikationsgesetz strafbar“, betont AK Präsident Erwin Zangerl. Hinzu kommt, dass laut den Bestimmungen des Fernabsatzgesetzes Vertragsbestätigung und Aufklärung über das Widerrufsrecht vorgeschrieben sind, andernfalls verlängert sich die 14-tägige Rücktrittsfrist bis zu einem Jahr.

Der Firma sind alle diese Bestimmungen offensichtlich egal. Sie beruft sich einfach dreist darauf, dass beim Telefonat ein mündlicher Vertrag abgeschlossen worden sei, obwohl dies allein unzureichend ist. Und das erschwert die Angelegenheit. „Konsument:innen, die in diese Falle tappen, müssen sich dessen bewusst sein, dass man gegen eine unberechtigte Forderung eigentlich nichts unternehmen kann – außer auf die Klage zu warten und zu hoffen, dass diese abgewiesen wird.

Tipps der AK Konsumentenschutz-Expert:innen:

  • Wenn Sie einen unerbetenen Werbeanruf erhalten, dann lassen Sie sich am besten erst gar nicht auf ein Gespräch ein.
  • Falls die Firma dennoch behauptet, Sie hätten mündlich ein Abo abgeschlossen, dann erklären Sie umgehend (binnen 14 Tagen ab Erhalt) schriftlich den Rücktritt vom behaupteten Vertrag (achten Sie bei der eMail-Adresse auf die richtige Schreibweise „leserservice@swissmediaservices.ch“!)
  • Falls die 14-tägige Rücktrittsfrist übersehen wurde, berufen Sie sich auf die Ihnen zustehende Verlängerung des Rücktrittsrechts, weil weder Vertragsbestätigung, noch Infos zum Widerrufsrecht übermittelt wurden.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Fernmeldebehörde wegen unerbetener Werbeanrufe

Die AK Konsumentenschutz-Expert:innen beraten und helfen kostenlos unter Tel. 0800/22 55 22 – 1818.

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