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21.11.2022

Inflationstreiber: Die Mieten steigen schneller als Löhne und Gehälter

Wohnen wird für immer mehr Menschen zu einem  finanziellen Problem. Die AK fordert deshalb Gegenmaßnahmen. „Die Mieten dürfen nicht schneller steigen als Löhne und Gehälter, hier muss der Gesetzgeber eingreifen und für Betroffene eine planbare Lösung bieten“, sagt AK Präsident Erwin Zangerl.

Die durch den Ukraine-Krieg massiv verstärkte Teuerungswelle lässt die Preise in allen Bereichen ansteigen, besonders deutlich zeigt sich das bei den Wohnkosten. Hier ist die Lage prekär, weil sich bei den Mietkosten nicht sparen lässt – das, was verlangt wird, ist zu bezahlen.

Da auch Vermieter:innen die Teuerung für Mieterhöhungen nutzen bzw. Mieten an die enorme Inflation angepasst werden, ergibt sich die Situation, dass Löhne und Gehälter mit den Mietpreisen nicht mehr Schritt halten. So ziehen freie Mietverträge relativ zu den Gehältern ab Herbst 2022 davon, die Richtwertmieten im Altbau ab kommendem Frühjahr. Am stärksten ziehen die Kategoriemieten an, sie werden im Dezember bereits zum dritten Mal in diesem Jahr angehoben. Der Effekt, der sich daraus ergibt, ist fatal: Werden die Mieten mit der Inflation erhöht, werden sie selbst zu einem wesentlichen Treiber der Teuerung.

Bereits vor einem Jahr forderte die AK Tirol angesichts der ansteigenden Teuerungwelle Maßnahmen, darunter das Einfrieren der aktuellen Mieten, d. h. Aussetzen der Index- bzw. Wertsicherungsklauseln sowohl aufgrund der gesetzlich festgelegten Wertsicherung, als auch der in Mietverträgen vereinbarten Wertsicherung. „Die Inflation wird teils mit den hohen Energiepreisen importiert, bei den Mieten ist die Teuerung aber hausgemacht“, vertritt auch AK Präsident Erwin Zangerl die Expertenmeinungen.  „Dass die Mieten durch die Inflation steigen, war klar absehbar, deshalb war auch unser Vorschlag, hier gezielt einzugreifen, um die Teuerung zu dämpfen“, so Zangerl. In anderen EU-Ländern wird dieses Problem bereits angegangen: So dürfen in Spanien und Portugal die Mieten in den nächsten Jahren nur einmal jährlich um maximal zwei Prozent steigen, in Schottland wurden die Mietpreise vorübergehend eingefroren. „Der Gesetzgeber muss auch in Österreich endlich reagieren, sonst laufen die Wohnkosten aus dem Ruder. Menschen stehen dann, klar gesagt, irgendwann auf der Straße, weil sie sich die Wohnkosten nicht mehr leisten können“, warnt Tirols AK Präsident.

Mieten ziehen davon

In den knapp drei Jahren seit Pandemiebeginn von Jänner 2020 bis November 2022 erhöhten sich die monatlichen kollektivvertraglichen Löhne und Gehälter um 5,8 Prozent. Die Miete eines freien Mietvertrags, der außerhalb des Vollanwendungsbereichs des Mietrechtsgesetzes liegt, stieg seitdem aber mehr als doppelt so stark – um 11,2 Prozent. Lediglich die Richtwertmieten im Altbau, die nach 1994 abgeschlossen wurden, entsprechen mit 5,8 Prozent Anstieg jenem der Löhne und Gehälter gemäß Tariflohnindex der Statistik Austria. 2023 werden die prozentuellen Mietanstiege noch deutlicher über jenen der Löhne und Gehälter liegen. Bis Mitte 2023 steigt die Miete eines freien Mietvertrags, abgeschlossen 2020, um 18,8 Prozent, Löhne und Gehälter jedoch nur um 12,9 Prozent (bis Jahresende). Richtwertmieten steigen um 14,8 Prozent, wobei  die Prognose immer von einer – wie prognostiziert – sinkenden Inflationsrate ausgeht.

Fakt ist: Betroffene müssen einen immer größeren Teil ihres Einkommens für Mieten aufwenden, während Energie- und Lebensmittelkosten ständig steigen. „Das wird sich für viele nicht mehr ausgehen, deshalb braucht es hier keine Gießkannenlösungen, sondern eine Lösung, mit der die Menschen planen können. Mieterhöhungen sind deshalb gesetzlich einzubremsen, sodass sie nicht schneller steigen als Löhne und Gehälter“, sagt Zangerl. 

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