AK Präsident Zangerl sitzend im Gespräch.
© AK Tirol/ Angelo Lair

AK Präsident Erwin Zangerl: „Stubaital-Aufschlag an der Zapfsäule ist nicht nachvollziehbar!“

Genau hinschauen werden die AK Expert:innen in den nächsten Wochen bei den Spritpreisen in ganz Tirol. Eine beispielhafte Auswertung der AK Tirol auf Basis von Spritpreisrechner-Abfragen zeigt deutliche Preisunterschiede zwischen Innsbruck und dem Stubaital. Das Ergebnis ist eindeutig: Wer im Stubaital tankt, zahlt 15 bis 20 Cent pro Liter mehr als an den günstigsten Tankstellen in Innsbruck. „Wir fordern nun Aufklärung, wie diese Preisunterschiede zustande kommen. Ob Einheimische und Gäste in tourismusstarken Regionen wie dem Stubaital Wucherpreise an der Zapfsäule in Kauf nehmen müssen oder ob es nachvollziehbare Begründungen für diese Preisunterschiede gibt, wollen wir jetzt genau wissen“, stellt AK Präsident Erwin Zangerl klar.

Verglichen wurden bislang im Zeitraum 29. Juni bis 7. Juli 2026 die jeweils günstigsten erhobenen Tagespreise für Diesel und Eurosuper in Innsbruck und im Stubaital. Der günstigste Dieselpreis lag im Stubaital im Durchschnitt bei 1,897 Euro pro Liter und damit um 19,3 Cent pro Liter über dem günstigsten Vergleichspreis in Innsbruck. Bei Eurosuper betrug der durchschnittliche Abstand 15,0 Cent pro Liter.

Für eine 50-Liter-Tankfüllung bedeutet das Mehrkosten von rund 9,65 Euro bei Diesel und rund 7,50 Euro bei Eurosuper. Für Arbeitnehmer:innen, Pendler:innen und Familien, die regelmäßig auf das Auto angewiesen sind, ist das keine Kleinigkeit. Wer mehrmals im Monat tanken muss, zahlt rasch deutlich drauf. Auf das Jahr hochgerechnet ergeben sich bei einer durchschnittlichen Jahreskilometerleistung von 12.000 km für eine:n Stubaier Autofahrer:in Mehrkosten von 126 bis 139 Euro.

AK Präsident Erwin Zangerl fordert deshalb Aufklärung: „Die Menschen im Stubaital dürfen nicht still und leise zur Kasse gebeten werden. Wenn Diesel und Benzin deutlich teurer sind als in Innsbruck, dann braucht es dafür nachvollziehbare Erklärungen. Pauschale Hinweise auf Standort, Transport oder Tourismus reichen bei Preisunterschieden von teils rund 20 Cent pro Liter nicht aus.“

Aus Sicht der AK Tirol stellt sich damit eine zentrale Frage: Funktioniert der Wettbewerb im ländlichen Raum und speziell in Tälern ausreichend – oder zahlen Konsument:innen dort einen Aufschlag, weil es weniger Ausweichmöglichkeiten gibt? Wer im Stubaital wohnt, arbeitet oder pendelt, kann nicht beliebig zwischen vielen günstigen Tankstellen wählen. Und wer für Arbeit, Kinderbetreuung, Pflege oder Alltag auf das Auto angewiesen ist, kann hohen Spritpreisen somit nur schwer entkommen.

„Mobilität ist in vielen Regionen Tirols keine Luxusfrage, sondern Voraussetzung für den Alltag“, betont Zangerl. „Es kann nicht sein, dass gerade jene Menschen, die ohnehin auf das Auto angewiesen sind, beim Tanken zusätzlich belastet werden. Wenn die günstigsten Preise im Stubaital im Schnitt um 15 bis fast 20 Cent pro Liter über Innsbruck liegen, dann ist das ein Alarmsignal.“ 

Die AK Tirol fordert daher mehr Transparenz, eine genaue Beobachtung regionaler Preisunterschiede und nachvollziehbare Antworten der Branche. Bei Preisspannen von 15 bis 20 Cent pro Liter braucht es mehr als allgemeine Erklärungen. Gerade in Tälern und ländlichen Regionen darf es keinen stillen Teuerungsaufschlag beim Tanken geben. Die AK Erhebung zeigt einen klaren Prüfbedarf. Wenn schon Tirol im Bundesländervergleich auffällig hoch liegt und das Stubaital zugleich deutlich teurer ist als Innsbruck, dann müssen Politik, Branche und zuständige Stellen genau hinschauen.

Um die festgestellten Preisunterschiede zwischen Innsbruck und dem Stubaital besser einordnen zu können, will AK Präsident Erwin Zangerl weitere Zahlen erheben lassen und Regionen vergleichen: „Wir werden in den nächsten Wochen Spritpreise in unterschiedlichen Regionen miteinander vergleichen. Sollten sich die eklatanten Preisunterschiede auch hier feststellen lassen, werden wir erneut Druck machen.“

KennzahlDieselEuro Super / Super 95
Durchschnitt Innsbruck (günstigster Tagespreis)€ 1,704€ 1,652
Durchschnitt Stubaital ohne OMV Matrei€ 1,897
€ 1,802
Mehrkosten Stubaital zu Innsbruck/ Liter€ 0,193€ 0,150
Mehrkosten Stubaital bei 50 Liter€ 9,650€ 7,511
Mehrkosten pro Jahr€ 138,960€ 126,187

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