AK Zangerl fordert eine Pflicht-Ampel, Zuckersteuer und Werbeverbot
Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes etc. sind auf dem Vormarsch. AK Präsident Erwin Zangerl: „Die Bundesregierung muss handeln: mit Information auf Verpackungen, Steuer auf Zucker und Werbeverbot für stark zuckerhaltige Getränke!“
Noch nie wurde so viel über gesunde Ernährung, Fitness und Selbstoptimierung gesprochen wie heute. Andererseits alarmieren Studien zur Verbreitung von ernährungsbedingtem Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf- und anderen Zivilisationskrankheiten, die oft chronisch und lebensbedrohlich verlaufen.
Rund 30 Prozent in der Bevölkerung Österreichs sind übergewichtig, etwa 9 % an Diabetes erkrankt, immer häufiger auch junge Menschen. Was für Betroffene ein Leidensweg ist, bringt für das Gesundheitssystem eine große Belastung.
Bundesregierung am Zug
„Wann, wenn nicht jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um gegenzusteuern: für mehr Infos und mehr Gesundheitsbewusstsein“, betont AK Präsident Erwin Zangerl. „Obwohl die wissenschaftliche Faktenlage klar ist und es Best-Practice-Erfahrungen aus anderen Staaten gibt, die Maßnahmen bezüglich Produktinformation, Bildung bis hin zu einer dezidierten Zuckersteuer umgesetzt haben, hat sich die österreichische Bundesregierung hier eher in Zurückhaltung geübt.“
Infos zu Ernährung und Nährwerten
Studien belegen, dass viele Konsument:innen Lebensmittel falsch einschätzen, Zutaten oder Nährwertetabellen nicht lesen oder nicht verstehen. Hier gilt es anzusetzen, um das Ernährungsbewusstsein zu fördern, Angaben auf Produkten im Handel klarer ersichtlich zu machen und so Kaufentscheidungen zu erleichtern. Und zwar möglichst ab dem Kindes- und Jugendalter, da Ernährungsgewohnheiten in jungen Jahren erlernt werden.
AK Forderungen
Die AK Tirol fordert von den zuständigen Ministerien deshalb
- eine gesetzliche Verankerung der bisher freiwilligen „Nutri-Score“-Angabe auf Produktverpackungen: Diese Ampelkennzeichnung mit einer Skala von A (dunkelgrün) bis E (rot) informiert anschaulich und leicht verständlich zu Zucker-, Salz-, Fett-, Ballaststoff- und Eiweißgehalt und ermöglicht eine bewusste Kaufentscheidung. Ungesunde Lebensmittel sind auf einen Blick zu erkennen, ohne Zutaten und Nährwerttabellen lesen zu müssen.
- ein gesetzliches Verbot der Bewerbung von stark zuckerhaltigen Getränken. Aktuell erreicht oder überschreitet der Zuckergehalt von einzelnen 0,3- oder 0,5- Liter-Getränken bereits die von der WHO empfohlene Tagestoleranzmenge von 25 Gramm.
- Zucker soll stärker besteuert werden, denn die Verteuerung ungesunder Produkte wirkt sich nicht nur positiv auf die Steuereinnahmen aus, sondern zieht auch Lenkeffekte und mehr Aufmerksamkeit nach sich.
- mehr verpflichtende präventive Aufklärung ab der Volksschule durch Adaptierung der Lehrpläne.
- mehr Informationsangebote für die Bevölkerung sowie eine attraktive Bewerbung derselben.
Bei den Maßnahmen darf nicht zwischen Industrie- und anderen Zuckern differenziert, sondern es soll auf die ernährungsphysiologisch relevante Gesamtmenge abgestellt werden. Zudem müssen alle Zuckerarten und Süßstoffe gleich behandelt werden, um ein Ausweichen bei den Rezepturen und damit ein Egalisieren des positiven Effektes zu verhindern.
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