Pelletpreise auf hohem Niveau: Tiroler heizen österreichweit am teuersten
Wer jetzt seinen Pelletvorrat für den Winter auffüllen möchte, muss sich auf eine gesalzene Rechnung einstellen. Eine aktuelle AK Erhebung zeigt: Die Preise sind um 30 % höher als noch im Juni des Vorjahres. Außerdem zeigt sich, dass die Tiroler:innen auch hier viel tiefer in die Tasche greifen müssen, als Konsument:innen in anderen österreichischen Bundesländern.
Der Sommer steht in den Startlöchern. Doch was früher oft ein guter Zeitpunkt war, um günstiger Heizmaterial für den Winter einzulagern, scheint seine Gültigkeit verloren zu haben.
Das zeigt sich deutlich in der aktuellen Juni-Erhebung der Pelletpreise bei 10 Tiroler Anbietern durch die Wirtschaftsexper:tinnen der AK Tirol: Die Preise sind im Vergleich zum Vormonat Mai 2026 zwar relativ konstant geblieben, allerdings auf extrem hohem Niveau, zwischen 2.224,38 Euro (Theurl Holz Assling GmbH, Osttirol) und 2.666,57 Euro (Sinnesberger MineralölvertriebsGmbH), jeweils für 6 Tonnen, brutto inklusive Transportkosten.
+ 30 % gegenüber Juni 2025
Im Jahresvergleich zum Juni 2025 wurde jedoch eine immense Steigerung von 30 % des durchschnittlichen Preises bei allen Tiroler Anbietern festgestellt.
„Somit sind die Pelletspreise 3 Mal so stark gestiegen wie beispielsweise die Gaspreise“, kritisiert AK Präsident Erwin Zangerl. „Nur die Heizölpreise explodierten aufgrund des Nahostkrieges noch stärker und stiegen mehr als doppelt so stark wie die Pellets. Hinzukommt die hohe CO2-Bepreisung, die das Heizöl weiter teurer macht!“
Die hohen Pelletpreise in Tirol sind aus mehreren Perspektiven nicht nachvollziehbar. Denn
- die in Tirol benötigten Pellets werden überwiegend in Tirol produziert,
- Tirol produziert sogar mehr Pellets, als in Tirol verbraucht werden.
In Tirol am teuersten!
Und: Nirgends in Österreich sind Pellets teurer als in Tirol!
Bei den AK Erhebungen vom 2. und 3. Juni rangierte Tirol mit einem Durchschnittspreis von 2.426,82 Euro (für 6 t brutto inkl. Transport) vor Salzburg (2.412,54 Euro), OÖ (2.388,76 Euro) und Kärnten (2.227 Euro).
Auch bei den Preisen, die vom Verein proPellets Austria nach Regionen veröffentlicht werden, wird dieses West-Ost-Preisgefälle deutlich: Westösterreich (Tirol, Vorarlberg) liegt laufend vor Nord- (Salzburg, OÖ, NÖ, Wien) und Südösterreich (Burgendland, Steuermark, Kärnten, Osttirol).Eine Begründung für den konstant hohen Preis ist, dass derzeit weniger Bauholz für die Pelleterzeugung zur Verfügung stehe.
AK Zangerl: "Maßnahmen gegen Tirol-Aufschlag"
„Und schon wieder ist der da, der unsägliche und mit nichts zu rechtfertigende Tirol-Aufschlag!“, ärgert sich AK Präsident Zangerl. „Wenn es ums Abkassieren geht, sind die Tiroler:innen offenkundig in fast allen Bereichen ganz vorne mit dabei“, fordert Zangerl einmal mehr die Bundesregierung zum Handeln auf. „Neben Lebensmitteln, Drogeriewaren, Sprit oder Wohnen zahlen die Tiroler Konsument:innen auch bei den Holzpellets die höchsten Preise. Und das, obwohl die Tiroler:innen seit Jahren bei den Einkommen ganz hinten liegen und damit diese hohen Kosten stemmen sollen. Wer soll sich das Leben da noch leisten können. Wir werden nicht damit aufhören, diese Ungerechtigkeiten aufzuzeigen und Maßnahmen einzufordern!“
Zur Info
Das mittlere Bruttojahreseinkommen (Median) lag 2024 laut Statistik Austria in Tirol bei rund 36.463 Euro und damit deutlich unter dem österreichweiten Schnitt von ca. 39.121 Euro der unselbständig Erwerbstätigen (ohne Lehrlinge, inkl. Sonderzahlungen). Im Bundesländervergleich belegt Tirol beim Einkommen meist den vorletzten Platz, nur in Wien fällt das mittlere Einkommen strukturell noch etwas niedriger aus.
Die Tabelle zur AK Erhebung finden Sie in der rechten Spalte als Download.
AK Tipp:Wer daran denkt, sein Pelletlager aufzufüllen, sollte die Preisentwicklung im Auge behalten, möglicherweise könnten die Preise zum Hochsommer hin günstiger werden.
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