Aufmarsch SA-Sturm Oberland © Stadtarchiv Innsbruck
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WISO 3 History: „Tirol in den 1930er Jahren - Der Weg in den Abgrund"

Eine dunkle Zeit: Die 1930er Jahre waren eine Phase des fatalen Umbruchs in der Geschichte des 20. Jahrhunderts – so auch für Tirol.

Für die Menschen war dieses Jahrzehnt extrem schwierig: eine verzweifelte wirtschaftliche Lage, Arbeitslosigkeit, Armut und eine unversöhnliche und gewaltbereite Politik. Wir, die wir fast hundert Jahre später auf diese Zeit zurückblicken können, wissen, wie die 1930er Jahre endeten: mit dem Tod der Demokratie, dem Ende Österreichs als eigenständiger Staat und schließlich im Weltkrieg.

Der Arbeiterkammer erging es wie vielen, die den Mächtigen lästig werden können: Sie wurde zunächst mit Zwangsmitteln ruhiggestellt. Da sich die Arbeiterkammer aus Sicht des österreichischen „Ständestaates“ zu kritisch äußerte, wurde sie Ende 1933 unter Staatsverwaltung gestellt. Die demokratischen Arbeiterkammerwahlen wurden abgeschafft, es kam zu Suspendierungen und Entlassungen unter den Beschäftigten und die AK Büchereien wurden von „volksverhetzender und klassenkämpferischer“ Literatur „gesäubert“. Dies alles geschah, als Österreich noch Österreich war. Nach dem Anschluss an Hitler-Deutschland kam das endgültige Aus, die Arbeiterkammer wurde abgeschafft, Funktionäre und Mitarbeiter z. T. verhaftet. NS-Gauleiter Franz Hofer nahm in der Maximilianstraße 7, dem Gebäude der Tiroler Arbeiterkammer, Quartier.

Die 1930er Jahre stellten die Gesellschaft in Tirol, wie überall in Österreich und Deutschland vor eine enorme Zerreißprobe, der sie schlussendlich nicht standhielt. Soziale Spaltungen wurden vertieft, die Not trieb viele – nicht alle! – in die Arme der Nationalsozialisten, die ihnen einen scheinbaren Ausweg boten.

Aber zu welchem Preis!  Es ist das Privileg unserer Zeit, die Periode der 1930er Jahre als Warnung und als Verpflichtung zu haben. Als Warnung, weil sie zeigen, wie Not, Hoffnungslosigkeit, aber auch echte Begeisterungsfähigkeit von Skrupellosen ausgenutzt und instrumentalisiert werden können. Als Verpflichtung, weil es gerade in herausfordernden Zeiten darauf ankommt, zusammen zu stehen, auch wenn das schwierig und mühevoll ist. Und immer den Blick auf die Menschlichkeit zu wahren. Das Einstehen für Zusammenhalt und für Gerechtigkeit in der Gesellschaft ist heute noch der Auftrag der Arbeiterkammer, den zu erfüllen wir uns täglich bemühen.

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