31.8.2018

AK Tirol berät zum 12-Stunden-Tag ab 1. September - Unterschreiben Sie nichts!

Hotline eingerichtet.

Die Arbeitsrechtsexperten der AK Tirol beantworten ab sofort telefonisch unter 0800/22 55 22 – 1414 alle auftretenden Fragen zur Arbeitszeit, Gleitzeitvereinbarung, Arbeitsverträgen, Änderungskündigungen, Überstunden oder Mehrarbeit, die im Zuge des 12-Stunden-Arbeitstages auftreten.

Der 12-Stunden-Tag wurde bereits im Vorfeld seitens der Arbeiterkammer scharf kritisiert. Denn es drohen finanzielle Einbußen für Arbeitnehmer, und die gesundheitliche, die sozial- sowie gesellschaftspolitische Verantwortung gegenüber den Beschäftigten rücken in den Hintergrund. 

Ab dem 1. September tritt nun der von der Regierung verordnete und mit Mehrheit im Parlament beschlossene gesetzliche 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche in Kraft. „Ab diesem Termin wird erkennbar, wie sich Theorie und Praxis vereinbaren lassen“, sagt AK Präsident Erwin Zangerl und bekräftigt die volle Unterstützung der AK Tirol für die betroffenen Arbeitnehmer. „Werden Schutzmechanismen gelockert, dann treten wir umso stärker für die Interessen der Beschäftigten ein.“ Die AK Arbeitsrechtsexperten raten Arbeitnehmern dringend, nichts ungeprüft zu unterschreiben, denn das könnte zu finanziellen Einbußen führen. Besondere Vorsicht ist dabei bei All-In-Verträgen und Gleitzeitvereinbarungen geboten.

„Flexibilität ja, aber nicht zu Lasten der Tiroler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“, bekräftigt Zangerl. „Das Arbeitsrecht soll eigentlich das Verhandlungsungleichgewicht zwischen wirtschaftlich unterlegenen Arbeitnehmern gegenüber dem Dienstgeber ausgleichen und für gesunde Arbeitsbedingungen sorgen. Durch das neue Arbeitszeitgesetz werden Schutzbestimmungen gelockert, umso mehr wird die AK Tirol für den finanziellen und gesundheitlichen Schutz der Arbeitnehmer eintreten.“

Bestehende Betriebsvereinbarungen weiterhin gültig. Das neue Gesetz weist viele unklare Formulierungen auf. Etliche Klarstellungen werden erst vor Gericht ausgefochten werden müssen, befürchten die Arbeitsrechtsexperten. Dennoch gilt: Eine Ausdehnung der maximalen Normalarbeitszeit muss in manchen Fällen ausdrücklich neu vereinbart werden. Daher rät die AK: Unterschreiben Sie nichts! Mit Inkrafttreten des Gesetzes wird nicht jede bestehende Vereinbarung automatisch an die neue Rechtslage angepasst, sondern es bedarf zum Teil der schriftlichen Zustimmung der Beschäftigten oder des Betriebsrates. Damit sich die Unterschrift nicht nachteilig für den Dienstnehmer auswirkt, sollte man neue Vereinbarungen von AK-Experten überprüfen zu lassen.

Arbeitszeitaufzeichnungen. Generell rät die AK den Arbeitnehmern, eigenständig Aufzeichnungen über ihre Arbeitszeit zu machen, um einen möglichen Missbrauch zu vermeiden. Die Arbeitszeitaufzeichnungen kann man ebenfalls von der AK überprüfen lassen, zudem zählen sie bei einem notwendigen Einschreiten der AK als Beweis. 

Hotline eingerichtet. Die Arbeitsrechtsexperten der AK Tirol beantworten ab sofort telefonisch unter 0800/22 55 22 – 1414 alle auftretenden Fragen zur Arbeitszeit, Gleitzeitvereinbarung, Arbeitsverträgen, Änderungskündigungen, Überstunden oder Mehrarbeit.

Neben dem telefonischen Angebot reicht das AK Service für die Mitglieder von der Rechtsberatung über Interventionen und die Kommunikation mit dem Arbeitgeber bis zur Vertretung vor Gericht.