AK Präsident Erwin Zangerl © AK Tirol/Friedle
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11.8.2020

Zangerl: Swarovski-Task-Force muss Nägel mit Köpfen machen!

1800 Mitarbeiter werden bis 2022 beim Kristallkonzern in Wattens abgebaut. Die Frage wie das passieren soll, ist aber alles andere als beantwortet. „Das Unternehmen ist viele Antworten schuldig geblieben, anstelle ständig von Redimensionierung zu sprechen, sollte es darum gehen, Arbeitsplätze zu retten und den Standort zu sichern. Hier erwarte ich mir von den Gesprächen der Task-Force endlich konkrete Zahlen und Fakten, denn es geht hier um viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit ihren Familien und um menschliche Schicksale“, so AK Präsident Erwin Zangerl.

 Die Lage ist trist, die Informationen dürftig. Bisher wird nur gemutmaßt, wie viele Beschäftigte genau beim Swarovski-Konzern in Wattens gehen müssen und wie lange sich der Personalabbau hinziehen wird. Auch über Strategien, wie man den Standort nachhaltig sichern will, ist wenig bekannt, außer eben durch „Redimensionierung“, sprich Personalabbau. „Dass das Land viel für das Unternehmen getan hat, wird wohl keiner wegdiskutieren wollen, umgekehrt schaut die Situation jetzt anders aus.  Die Fäden werden nicht mehr in Tirol gezogen, die  Konzern-Zentrale wandert jetzt in die Schweiz, vermutlich, da sich die Manager dann die Wege ins ausgedünnte Wattens sparen können“, so AK Präsident Zangerl. 

Von der Schweiz nach Tirol?

„Warum aber wird nicht in die umgekehrte Richtung gedacht und von der alles andere als kostengünstigen Schweiz nach Tirol verlagert?“, fragt der AK Präsident. Doch persönliche und Prestigegründe würden überwiegen, immerhin trägt der Abschnitt am Zürichsee, wo auch Swarovski residiert, nicht umsonst den Namen „Goldküste“. Dass sich auch innerhalb der Familie Widerstand regt, zeigt, wie unklar die wirklichen Pläne des Managements sind. „Hier erwarte ich mir klare Ergebnisse von den Task-Force-Gesprächen“, so Zangerl.
Es sei auch kein gutes Zeichen, wenn sogar Familienmitglieder keine vollständigen Informationen hätten, was in Wattens vor sich geht. „Ich bin mir aus diesem Grund sicher, dass mehrere Familienmitglieder eine Verlagerung der Zentrale von der Schweiz nach Wattens begrüßen würden“, sagt Zangerl.   

Verlagern, Auslagern und dann?

Dass das Management nach außen hin betont, es würde zu keinen Verlagerungen von Arbeitsplätzen kommen, hält Zangerl für unglaubwürdig. „Wenn dem so ist, dann kann das Management ja problemlos eine Arbeitsplatzgarantie abgeben und einer Pönalzahlung zustimmen. Pro Arbeitsplatz, der verlagert wird, 50.000 Euro an das Netzwerk Tirol, wo das Geld für soziale Zwecke verwendet werden kann“, so Zangerl.   

Auch den geplanten Auslagerungen, die öffentlich wenig Beachtung finden, kann Zangerl nichts abgewinnen. „Was soll das für eine Strategie sein etwa einen Schlosser zu kündigen und wenn Schlosserarbeiten anfallen, diese Leistungen zuzukaufen? Dieser Outsourcing-Gedanke führt lediglich zu einem Preisdumping und keiner Standortsicherheit. Kein Wunder also, dass es gerade um diese Auslagerungen derzeit so ruhig ist“, erklärt Zangerl. Auch über diese Themen erwartet sich der Tiroler AK Präsident klare Auskünfte beim Treffen der Task-Force, ebenso wie u. a. über die Frage der Härtefälle: „Schließlich werden viele gekündigt, die über 50 sind, doch es gibt auch andere Härtefälle, für die Lösungen her müssen“, so Zangerl.

Der AK Präsident appelliert daher noch einmal an das Management und an die Familienmitglieder, im Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und im Sinne des Standortes zu handeln und akzeptable Lösungen zu präsentieren.

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