AK Präsident Erwin Zangerl
© AK Tirol/Angelo Lair
9.1.2024

AK Präsident Erwin Zangerl: "Wer wählt, der schützt sich letztlich selbst!

Von 29. Jänner bis 8. Februar findet die Tiroler AK Wahl 2024 statt. AK Präsident Erwin Zangerl legt im Interview dar, was hinter der Wahl steckt, wie sie funktioniert und warum die AK als Schutzschild für die Beschäftigten unverzichtbar ist.

Wir befinden uns wenige Tage vor Beginn der AK Wahl. Wie ist die Ausgangslage?
Erwin Zangerl: Die Ausgangslage ist vor allem für die Beschäftigten in diesem Land schwierig. Wir haben Corona hinter uns und stecken seit fast zwei Jahren in einer Teuerungs- und Inflationswelle fest, hinzukommen die hohen Energiepreise, die hohen Lebenshaltungskosten und dass wir bei den Löhnen nach wie vor hinten sind. Gleichzeitig gibt die Politik immer mehr den Wünschen der globalisierten Industrie und des Groß-Kapitals nach, so bleibt immer weniger für die Arbeitnehmer-Familien übrig. Für uns bedeutet das ebenso einen tagtäglichen Kampf um die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Wir haben in den letzten fünf Jahren aber einmal mehr bewiesen, welchen Einsatz wir für unsere Mitglieder leisten. Siehe etwa beim Strompreis, der in Tirol bei ca. 30 Cent liegen würde, hätte sich die AK nicht dagegengestemmt. 

OFFEN GESAGT

„Ohne AK gibt e keine
kostenlose Hilf und Beratung mehr und die Beschäftigten
würden zudem vie Geld
verlieren.“

Erwin Zangerl,
AK Präsident


Man hat aber oft das Gefühl, dass die Leistungen der AK als selbstverständlich gesehen werden…
Das ist sicher ein Problem, denn die AK ist nur so stark wie ihre Mitglieder und umgekehrt. Wir wissen, dass es in Österreich politische Stimmen gibt, die die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschneiden wollen indem sie die AK schwächen. Das muss den Beschäftigten auch klar sein: Ohne AK gibt es keine kostenlosen Beratungen mehr, keine kostenlose Hilfe oder Rechtsschutz und die Beschäftigten würden dann auch viel Geld verlieren. Allein 2022 waren es 50 Millionen Euro, die die AK für die Beschäftigten erkämpft hat. Das sind gute Gründe, um sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen und an der AK Wahl teilzunehmen. Wer wählt, schützt nämlich letztlich sich selbst und die Solidargemeinschaft der Beschäftigten.

Bundespolitisch wurde in den letzten Jahren viel Porzellan zerschlagen. Wo sehen Sie die AK politisch bzw. was ist Ihr persönlicher Zugang?
Wir vertreten eine Politik der Wertschätzung gegenüber den Leistungen der Arbeitnehmer-Familien und wollen ein faires Miteinander zwischen Arbeitgebern und Mitarbeitern. Denn das sichert die Stabilität in unserem Land. Wir wollen Solidarität und Zusammenhalt stärken anstatt gesellschaftliche Spaltung zu befeuern, wie das andernorts leider betrieben wird. Die AK steht für Verteilungsgerechtigkeit und für sozialen Ausgleich. Das betrifft vor allem Arbeitnehmer-Familien, Familien mit Kindern, Alleinerzieher, chronisch Kranke und Mindestrentner. Unser Einsatz gilt auch dem Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Ich setze auch künftig auf breite Zusammenarbeit aller Fraktionen im Kampf gegen arbeitnehmerfeindliche Maßnahmen, gegen hohe Lebenshaltungskosten, teures Wohnen oder hohe Energiepreise. Wogegen ich auch klar auftrete, ist, wenn Hetze betrieben wird.

Die AK Wahl beginnt Mitte Jänner. Worauf müssen die Wahlberechtigten achten?
Rund 225.000 Mitglieder haben um den 17. Jänner ihre Wahlunterlagen erhalten. Diese Wahlunterlagen sollten nicht im Altpapier verschwinden und nicht vergessen werden, sondern sollten so rasch wie möglich ausgefüllt und zurückgeschickt werden. Denn damit kann jeder Wahlberechtigte per Briefwahl seine Stimme für die Stärkung der AK Tirol abgeben, die sich für die Rechte der Mitglieder einsetzt. Einfach kostenlos in den Postkasten werfen oder bei einer Postfiliale bzw. einem Postpartner abgeben. Mit Zustimmung des Arbeitgebers bzw. der Arbeitgeberin kann das Wahlkuvert auch zur Geschäftspost des Unternehmens gegeben werden, um sich die Suche nach einem Briefkasten zu ersparen. Dem Unternehmen entstehen dadurch keine Kosten, da das Porto vom Empfänger getragen wird. Ich kann nur immer wieder betonen: Nutzen Sie die Chance einer demokratischen Wahl, denn Sie stärken mit Ihrer Stimme nicht nur Ihre Arbeiterkammer, sondern letztlich sich selbst!

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Nutzen Sie Ihre Stimme - für ein starkes Schutzhaus!

Das Grundrecht, zu wählen, stärkt nicht nur die Demokratie, sondern im Fall der AK Wahl auch die Interessen und Anliegen der 370.000 Beschäftigten in Tirol. Nur wer wählt, hat eine Stimme und kann mitbestimmen. Und das ist wichtiger denn je. Denn mittlerweile wird vielfach ignoriert, dass die Beschäftigten die Leistungsträger im Land sind, die mit ihrer Arbeit, ihrem ehrenamtlichen Einsatz und ihren Steuerleistungen das Land am Laufen halten. Ihnen muss die Politik wieder mehr Respekt entgegenbringen.

Wir wissen aus 1,6 Millionen Beratungen in den letzten fünf Jahren, wo die Menschen der Schuh drückt. Und wir antworten mit unserem großen Leistungsspektrum von Arbeitsrecht bis Wohnen und wir stellen uns der Politik mit der Kraft von 370.000 Mitgliedern entgegen. Dass wir eine starke Stimme für die Menschen in diesem Land sind, hat auch die Diskussion um die Strompreise gezeigt. Ohne die AK Tirol würden die Preise bei über 30 Cent brutto pro kWh liegen, ohne die AK hätten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Land auch viel an Geld verloren: 250 Millionen Euro haben wir für sie in den letzten fünf Jahren zurückgeholt. Wir sorgen für die Beschäftigten in diesem Land, und hoffen, dass die Beschäftigten diesen Einsatz schätzen und wissen, was sie verlieren würden, würde es die AK nicht mehr geben. Deshalb: Sorgen Sie für eine starke AK und geben Sie Ihre Stimme ab. Zeigen Sie, dass Sie eine Stimme haben, die uns gemeinsam stärker macht. Denn nur eine starke AK garantiert eine starke Interessenvertretung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Denken Sie daran, wenn Sie seit 15. Jänner 2024 per Post Ihre Wahlkarte zur AK Wahl erhalten haben oder zwischen 29. Jänner und 8. Februar 2024 in Ihrem Betrieb wahlberechtigt sind: Sie bestimmen, wie stark die AK die Arbeitnehmer-Interessen gegenüber der Politik vertreten kann!

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