AK Präsident Erwin Zangerl © AK Tirol/Friedle
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8.9.2021

AK Zangerl: „Die ÖGK braucht dringend eine grundlegende Reform!“

„Die Struktur der Österreichischen Gesundheitskasse geht völlig an der Lebensrealität der Menschen vorbei. Der Zentralismus der ÖGK ist zudem schwerfällig und lässt die regionalen Bedürfnisse völlig außer Acht“, stellt AK Präsident Erwin Zangerl klar. Er fordert eine grundlegende Reform der ÖGK hin zu einem echten Service-Center für die Menschen vor Ort. „Die Versicherten müssen im Vordergrund stehen und nicht ein aufgeblähtes System, das keinen Platz für rasche und individuelle Entscheidungen lässt und bei dem wir in Tirol kein Mitspracherecht haben“, so Tirols AK Präsident. Schließlich gehe es um die Gesundheitsversorgung und um viel Geld, das nach Wien abfließt: Allein für Tirol sind das jährlich 1,3 Milliarden Euro an Beiträgen!

Finanzen, Personal, grundlegende Entscheidungen – all das wird bei der ÖGK derzeit von Wien aus gesteuert. „Die Verteilung der Gelder sowie versorgungsrelevante Entscheidungen werden fast ausschließlich zentral getroffen, dabei hat man den Menschen jahrelang vorgegaukelt, dass die Regionen gestärkt werden sollen, doch genau das Gegenteil ist passiert, siehe auch ÖGK“, urteilt AK Präsident Erwin Zangerl über die derzeitige Situation.

Schnellere Entscheidungswege

Durch die momentane Konstruktion entstehen lange und mühsame Entscheidungswege. Das rasche Reagieren auf regionale und lokale Bedürfnisse ist meist schwierig und mit viel Zeitverlust verbunden. „Hier muss es zu einem Umdenken kommen, die regionalen Bedürfnisse und die Anliegen der Bevölkerung, insbesondere im ländlichen Raum, müssen in den Mittelpunkt rücken. Ebenso hat die Finanzierung auf Länderebene zu erfolgen, die Beiträge dürfen nicht in eine Zentrale abfließen, wo wir keinen Einfluss mehr haben, wie die Gelder verwendet werden“, fordert Zangerl. Ebenso fordert der AK Präsident kürzere und schnellere Entscheidungswege, eine Stärkung der Selbstverwaltung und eine massive Stärkung der Präsenz der ÖGK in den Ländern.

1,3 Milliarden Euro Beiträge aus Tirol

„Als Hauptfinanzier aller Gesundheitsangebote – vom Krankenhaus über die Apotheke bis hin zur ärztlichen und therapeutischen Versorgung – muss die ÖGK in den Bundesländern wieder stärker mitgestalten können und der Chef im Land sein – aus Verantwortung gegenüber den Versicherten und den treuhändig verwalteten Geldern. Wir sprechen hier allein in Tirol von rund 1,3 Milliarden Euro an Beiträgen. Dieses Geld soll in Tirol verwaltet werden“, sagt Zangerl.

Überhaupt seien die Mittel und die ersparten Rücklagen gerechter zu verteilen. „Die auf die ÖGK übergegangenen Rücklagen sind zur Verbesserung der Versorgung wieder an jene Bundesländer zurück zu geben bzw. diesen bereit zu stellen, die diese Gelder durch ihre Beiträge erwirtschaftet haben“, fordert Zangerl. Dies auch vor dem Hintergrund, dass gerade in Tirol, aber auch in Oberösterreich oder Salzburg, die Mittel zum Ausbau der Versorgung im ärztlichen Bereich, der Primärversorgung, der Versorgung der Kinder und bei den Therapeuten dringend gebraucht werden.

Zentralisierungstendenzen umkehren

„Die Zentralisierung bringt uns nicht voran, schon gar nicht im Gesundheitsbereich“, stellt der AK Präsident klar. Überhaupt müssten die starken Zentralisierungstendenzen der letzten 20 Jahre umgekehrt werden. „Keine Tirolerin bzw. kein Tiroler hat etwas davon, wenn seine Anliegen vor lauter Bürokratie quer durch Österreich geschickt werden. Das kostet nur Zeit, Geld und unter Umständen auch die Gesundheit“, so Zangerl abschließend.

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