14.12.2017
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Nach der Niki-Pleite: AK Tirol informiert

Die Air Berlin PLC & Co Luftverkehrs KG hatte bereits am 15. August 2017 einen Insolvenzantrag gestellt, am 13. Dezember 2017 auch die österreichische Tochter Niki nach dem gescheiterten Versuch der Lufthansa-Übernahme. Seit Mitternacht bleiben die Niki-Flieger am Boden. Kolportierterweise sind 350.000 ausgestellte und bezahlte Tickets ungültig, zudem 410.000 über Reisebüros und Reiseveranstalter gebuchte Tickets. In den nächsten 14 Tagen sollten 40.000 Passagiere ihren Heimflug mit Niki antreten und sind nun gestrandet.

AK Präsident Erwin Zangerl: „Die Probleme des Insolvenzrisikos bei Airline-Pleiten sind hinlänglich bekannt. Deshalb setzt sich die Arbeiterkammer seit Jahren intensiv für eine Verbesserung der gesetzlichen Bestimmungen ein, gegen heftigen Widerstand der Airline-Branche. Als gäbe es nicht schon genug dramatische Beispiele, wie etwa die Pleiten von Sky Europe, Spanair, Malev, kommen jetzt auch noch die Turbulenzen bei Air Berlin bzw. Niki hinzu. Das Risiko bei einer Insolvenz tragen stets die Passagiere bzw. Kunden, denn sie müssen den gesamten Ticketpreis ja im Voraus bezahlen! Die Politik sieht offensichtlich keinen Handlungsbedarf. Doch es bräuchte dringend eine zwingende Insolvenzabsicherungspflicht, wie es sie jetzt bereits bei Pauschalreisen gibt, damit könnte die Rückzahlung an die Passagiere auch bei Nur-Flug-Buchungen gewährleistet werden.“

Die AK Tirol informiert über die Rechtslage:

Nur-Flug-Buchung oder Pauschalreise
Ist der betroffene Niki-Flug Teil einer Pauschalreise (darunter versteht man eine Bündelung von mind. zwei Hauptreiseleistungen wie etwa Transport - z.B. Flug - und Unterbringung in einem Hotel zu einem Gesamtpreis), muss der Veranstalter für eine alternative Beförderung mit einer anderen Airline sorgen. Reisende sind also abgesichert und haben durch den Konkurs der Airline keine zusätzlichen Kosten zu tragen.

Bei Nur-Flug-Buchungen (außerhalb einer Pauschalreise) können Ansprüche auf Erstattung der Ticketkosten, aber auch Gewährleistung, Schadenersatz und Ansprüche aufgrund der Fluggastrechte-Verordnung (EG) 261/2004 nur noch im Insolvenzverfahren geltend gemacht werden. Es gibt hier nämlich keine umfassende gesetzliche Insolvenzabsicherungspflicht. Bereits bezahlte Gelder für Flugtickets sind daher für die Reisenden meist verloren. Da Ansprüche nach der Verordnung (EG) 261/2004 immer gegenüber der ausführenden Airline geltend zu machen sind, können auch Pauschalreisende diese Forderungen nur gegen die Insolvenzmasse geltend machen.

Gestrandete Passagiere
Noch am 13. Dezember 2017 hat die Bundesregierung eine Rückholaktion für gestrandete Passagiere beschlossen, zudem haben viele Airlines Angebote unterbreitet. Es dürfte somit zumindest hier eine Schadensbegrenzung für gestrandete österreichische Reisende geben. Ein Rechtsanspruch auf eine kostenlose Ersatzbeförderung besteht – außerhalb von Pauschalreisen – allerdings nicht.

Update 15. Dezember 2017
Aktuellen Informationen zufolge besteht laut dem vorläufigen Insolvenzverwalter ein Treuhandkonto, das verwendet würde, um Niki-Kunden den Flugpreis zurückzuerstatten oder diese umzubuchen. Einschränkend soll dies jedoch nur für bestimmte Buchungsdaten gelten. Wenn dies zutrifft, müssten sich Betroffene nicht, wie bei Insolvenz des Vertragspartners sonst leider gegeben, mit einer geringen Quote aus der Konkursmasse zufrieden geben. Es laufen auch Verhandlungen über eine Übernahme des Unternehmens, sodass laufend mit neuen Informationen zu rechnen ist.

Die AK Tirol empfiehlt Niki-Kunden, sich betreffend die weitere Vorgehensweise und Optionen an die jeweiligen Stellen zu wenden, bei denen die Tickets gekauft wurden, und sich laufend auf der Niki-Homepage zu informieren. Unter https://www.flyniki.com/de/start.php sind zudem jene Airlines angeführt, die Rückflüge für gestrandete Niki-Passagiere zu Sonderkonditionen anbieten.


Bei Fragen können sich Betroffene an die Konsumentenschützer der AK Tirol unter Tel. 0800/22 55 22 – 1818 wenden.

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