11.5.2018
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AK fordert: Lehrlinge dürfen nicht durch ganz Österreich geschickt werden!

AK fordert: Lehrlinge dürfen nicht durch ganz Österreich geschickt werden!

Derzeit spielen österreichweit agierende Unternehmen im Speditionsbereich bzw. Handel mit dem Gedanken, sämtliche ihrer Lehrlinge an einem zentralen Berufsschulstandort unterrichten zu lassen. Für die Lehrlinge bedeutet das große Belastungen, lange Anfahrtswege und erhebliche Kosten. Die AK fordert deshalb schon im Vorfeld ein Ende dieser Überlegungen, noch dazu, da die Unternehmen damit rechtlich fragwürdige Wege beschreiten.   

Bereits jetzt werden immer wieder Fälle publik, in denen große Betriebe ihre Lehrlinge einfach in anderen Bundesländern anmelden, um auf diese Weise die Wunsch-Berufsschule auswählen zu können. Aus den Überlegungen der Unternehmen lässt sich schließen, dass diese Einzelfälle zur Regel werden sollen. Dies hätte gravierende Folgen für die Lehrlinge und die duale Ausbildung an sich.

Lehrlinge müssten über Wochen in Internaten untergebracht werden, lange Anfahrtswege und die damit verbundenen Kosten in Kauf nehmen. Einige Berufsschulstandorte an der Peripherie, wie etwa Reutte oder Landeck, kämen unter Druck und wären von der Schließung bedroht. Außerdem würde die Idee der dualen Ausbildung ad absurdum geführt, im theoretischen Berufsschulunterricht Lehrlinge verschiedener Betriebe zusammenzuführen.   

Interessant erscheinen die Überlegungen eines zentralen Berufsschulstandorts auch hinsichtlich der Übernahme der Internatskosten durch den Bund, die seit 1. Jänner 2018 gilt. Bei einem zentralen Standort würde die Zahl der Lehrlinge, die auf einen Platz im Internat angewiesen wären, wesentlich steigen. Und damit auch die Kosten der öffentlichen Hand. Die AK lehnt deshalb eine Entwicklung entschieden ab, die die Berufsschulen zunehmen der Oberhand von Konzernen überlässt und zudem den öffentlichen Haushalt weiter belastet. Sie fordert deshalb das Wirtschaftsministerium auf, bei den Lehrlingsstellen dafür Sorge zu tragen, dass Lehrlinge dort die Berufsschule besuchen, wo sich ihr tatsächlicher Ausbildungsstandort befindet.

Kosten-Rechnung. Die Abrechnung der Internatskosten ist aber nicht nur hinsichtlich der Unterbringung von Lehrlingen bei Besuch einer zentralen Berufsschule ein Problem. Schon jetzt erfolgt die konkrete Abwicklung uneinheitlich und zum Nachteil der Betriebe, Berufsschulen und Lehrlinge.

So hat der Lehrbetrieb nach der neuen gesetzlichen Regelung die Internatskosten dem Internatshalter zu überweisen, kann deren Ersatz aber bei der zuständigen Lehrlingsstelle beantragen. Aktuell werden die Kosten aber teilweise noch immer dem Lehrling in Rechnung gestellt und viele Jugendliche trauen sich nicht, den Einzahlungsbelegt ihrem Chef weiterzuleiten. Auf der anderen Seite führt der bürokratische Aufwand oft dazu, dass manche Betriebe ihren Lehrlingen nahelegen, auf den Internatsbesuch zu verzichten. Beides liegt nicht im Interesse der Lehrlinge.

Um eine praktikable und ökonomisch vernünftige Lösung zu erzielen fordert die AK das Land Tirol als Berufsschulerhalter auf, mit der Lehrlingsstelle der Tiroler Wirtschaftskammer eine vertragliche Vereinbarung zur Direkt-Verrechnung der Internatskosten zu treffen und schnellstens umzusetzen.

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