Frau macht Corona-Test, Covid-19-Test © Dan Race/stock.adobe.com
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31.3.2021

Gesundheitsberufe: Wer COVID-Tests durchführen will, muss registriert sein

Beschäftigte in Gesundheitsberufen sind derzeit von der Registrierungspflicht im Gesundheitsberufe-Register ausgenommen. Wer aber freiberuflich Covid-19-Tests durchführen möchte, braucht dazu auch einen Berufssitz. Voraussetzung dafür ist die Registrierung.

Mit der COVID-Gesetzgebung wurde es Beschäftigten der gehobenen Dienste der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der gehobenen medizinisch-technischen Dienste ermöglicht, COVID-19-Testungen freiberuflich durchzuführen und die entsprechenden Atteste dafür auszustellen. Viele, die von dieser Möglichkeit Gebrauch machen wollen, fragen sich jetzt, ob sie dafür auch im Gesundheitsberuferegister eingetragen sind. (Denn die Registrierungspflicht wurde vom Gesundheitsministerium aufgrund der Pandemie von März 2020 bis Ende 2021 ausgesetzt.)

Berufssitz nur mit Registrierung möglich

Für freiberufliche Tests ist aber nach Ansicht des zuständigen Gesundheitsministeriums die Begründung eines Berufssitzes notwendig – und dafür ist der Eintrag im Register Voraussetzung.

„Die AK Tirol appelliert an alle Beschäftigten in den Gesundheitsberufen, die COVID-19-Tests freiberuflich anbieten möchten, sich unbedingt im öffentlichen Register eintragen zu lassen“, betont AK Präsident Erwin Zangerl. Wenn bereits eine Registrierung besteht, kann man den Berufssitz über eine Änderungsmeldung bei der AK Tirol begründen. Nähere Infos unter: https://www.arbeiterkammer.at/corona-tests-durch-pflegende

Tipp: Offene Registrierung rasch nachholen

Unabhängig davon rät die AK allen Berufsangehörigen, die noch nicht registriert sind, das möglichst bald nachzuholen, damit die Berufsberechtigung nicht unterbrochen wird. Denn ab 1.1.2022 darf die entsprechende Tätigkeit wieder nur von denjenigen ausgeübt werden, die auch im Register stehen.

Infos zum Gesundheitsberufe-Register

Seit Juli 2018 führt die Arbeiterkammer die Registrierungen von Beschäftigten in den Gesundheitsberufen der Pflege sowie in den gehobenen medizinisch-technischen Diensten durch. Die Berufsberechtigung wird durch die Eintragung in das öffentliche Register erteilt und kann durch den kostenlos ausgestellten Berufsausweis belegt werden. Mit 31.12.2020 waren österreichweit rund 194.000 Berufsberechtigte in diesem Register eingetragen.

Obwohl die verpflichtende Registrierung aufgrund der Pandemie vom Gesundheitsministerium für den Zeitraum von März 2020 bis Ende 2021 ausgesetzt wurde, ließen sich 2020 österreichweit mehr als 10.000 Berufsangehörige eintragen. Das zeigt, dass das Register sehr gut angenommen wird. Arbeitgeber können durch Einsicht in den öffentlichen Teil des Registers feststellen, ob jemand im Gesundheitsberuferegister eingetragen ist. Auch mit dem Berufsausweis kann man diesen Nachweis jederzeit erbringen.

Info & Kontakt

Antworten auf alle Fragen gibts
in der AK Tirol von den Expertinnen und Experten des Referats Gesundheit & Pflege unter Tel. 0800/22 55 22 – 1650 oder gup@ak-tirol.com sowie
beim Gesundheitsministerium unter testung@gesundheitsministerium.gv.at

Im Anhang finden Sie noch alle FAQs zu den COVID-19-Tests und das Formular für einen Testnachweis.

FAQs: COVID-19-Testungen durch pflegepersonen

Gem. § 28d Epidemiegesetz 1950 (https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10010265) dürfen Angehörige des Gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Pflegefachassistenz im Rahmen von Screenings ohne ärztliche Anordnung COVID-19-Testungen (aus Nase und Rachen) zu diagnostischen Zwecken durchführen.

Angehörige der Pflegeassistenz dürfen die Abstriche aus Nase und Rachen auf Anordnung und unter Aufsicht eines Arztes oder einer Ärztin bzw. einer Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegeperson durchführen.

Kann ich meine Familienmitglieder, Freunde kostenlos testen?

Grundsätzlich ist die Durchführung der Testungen im privaten Bereich und eine Ausstellung der Bestätigung über das Testergebnis zulässig. Für diese Tätigkeit benötigen DGKP eine Meldung der Freiberuflichkeit im Gesundheitsberuferegister.

Welches sind die notwendigen Inhalte des Testergebnisses?

Folgende Angaben müssen im Testprotokoll beinhaltet sein:

  • Vorname und Nachname der getesteten Person, Geburtsdatum, Ort und Art der Testung, Zeitpunkt der Probeentnahme, Testergebnis
  • Stempel mit Vorname und Nachname der testenden Person, GBR-Nummer
  • Unterschrift der testenden Person

Ein Formular zur Ausstellung des Testergebnisses finden Sie hier

Welche Unterlagen benötige ich für eine Meldung der Freiberuflichkeit im Gesundheitsberuferegister (GBR)?

Eine Änderungsmeldung im GBR ist möglich per eMail an gbr@ak-tirol.com oder gbr@goeg.at  Geben sie für die Änderungsmeldung folgende Daten an:

  • Name und Registrierungsnummer
  • Berufssitzadresse (dies kann auch die persönliche Adresse sein) CAVE: diese Anschrift erscheint im öffentlichen Register
  • Ausmaß der freiberuflichen Tätigkeit (überwiegend freiberuflich oder im Angestelltenverhältnis tätig?)

oder

das Formular (https://tirol.arbeiterkammer.at/service/Aenderungsmeldung_2019.pdf) ausfüllen, einscannen und per Mail an die jeweilige Behörde schicken. Mit der Handysignatur bzw. Bürgerkarte können Sie die Änderungsmeldung selbständig online durchführen.

Kann ich mich als Pflegefachassistenz freiberuflich melden?

Laut § 90 GuKG besteht für Berufsangehörige der Pflegefachassistenz (PFA) keine Möglichkeit einer freiberuflichen Ausübung der Tätigkeit.

Um rechtlich anerkannte Testergebnisse ausstellen zu können, müssen PFA in einem Arbeitsverhältnis zu einer Institution stehen, welche COVID-19-Screening anbietet.

Muss ich eine Nebenbeschäftigung dem Dienstgeber melden?

Eine freiberufliche Tätigkeit bzw. Nebentätigkeit ist mit dem Dienstgeber abzusprechen!

Muss die freiberufliche Tätigkeit noch anderen Stellen gemeldet werden?

Gibt es eine Verrechnungsmöglichkeit mit der Österreichischen Gesundheitskasse?

Aktuell ist eine Verrechnung mit der ÖGK nicht möglich.

Welche Berufspflichten habe ich bei einer freiberuflichen Tätigkeit?

  • Dokumentationspflicht gem. § 5 GuKG: Im Rahmen der Point-of-care-Covid-19-Tests sollte zumindest der Name der getesteten Person, Name der durchführenden Person, Zeitpunkt, Ort, Testergebnis und Einverständniserklärung zur Testung dokumentiert und mindestens 10 Jahre (Abs. 4)) aufbewahrt werden.
  • Meldepflicht gem. § 2 Epidemiegesetz: Im Falle eines positiven Testergebnisses besteht eine Meldepflicht bei der zuständigen Gesundheitsbehörde.

Info & Kontakt
Antworten auf alle Fragen gibts
in der AK Tirol von den Expertinnen und Experten des Referats Gesundheit & Pflege unter Tel. 0800/22 55 22 – 1650 oder gup@ak-tirol.com sowie
beim Gesundheitsministerium unter testung@gesundheitsministerium.gv.at

Kontakt

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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

E-Mail: presse@ak-tirol.com

Telefon: +43 800 22 55 22 1300
(Kostenlose Hotline )

Fax: +43 512 5340 1290