AK Präsident Erwin Zangerl © AK Tirol/Hetfleisch
© AK Tirol/Hetfleisch
17.11.2022

"Gier frisst Regionalität!": AK Zangerl kritisiert Fernwärme-Abzocke in Lienz

Die überfallsartige Ankündigung einer satten Preiserhöhung der Stadtwärme Lienz verärgert nicht nur die rund 5.100 Kundinnen und Kunden, sondern ruft auch die AK Tirol auf den Plan. Selbst betroffen mit ihrer Bezirksstelle in Lienz werden nun die allgemeinen Geschäftsbedingungen geprüft und gegebenenfalls stellvertretend für alle betroffenen Osttirolerinnen und Osttiroler gerichtlich gegen den Fernwärmeanbieter vorgegangen, so AK Präsident Erwin Zangerl

Bereits vor zwei Tagen warnte die AK Tirol vor der Monopolstellung von Fernwärme-Anbietern und hat diesbezüglich auch gesetzliche Änderungen bei der zuständigen Ministerin eingefordert. Nun zeigt sich, wie dringend notwendig dieser Vorstoß der AK Tirol war: 5.100 Kundinnen und Kunden der Stadtwärme Lienz wurden kürzlich informiert, dass enorme Nachzahlungen auf sie zukommen werden.

"Kriegsgewinnlerei"

Für AK Präsident Erwin Zangerl ein neuer Fall von Kriegsgewinnlerei. „Es ist ein Unding, wie mit den Kundinnen und Kunden hier verfahren wird. Man beruft sich wieder auf einen Index wie im Stile der Merit-Order, der keine Rücksicht auf die Endverbraucher nimmt“, kritisiert Zangerl. „Scheinbar müssen die Eingriffe des Staates noch stärker werden, um die Verbraucher vor derartigen Abzock-Methoden zu schützen“, sagt Zangerl.

Denn in Wirklichkeit geht es hier rein um den Profit einiger weniger. „Wie kann es sein, dass 95 % der Biomasse den Bezirk verlassen und dann die Preise so massiv steigen?“, fragt Zangerl. – „Die Gier frisst hier die Regionalität“.

Vom Steuerzahler subventionierte Abzocke

Besonders ärgerlich ist für Tirols AK Präsident, dass hier mit Steuergeld Profit gemacht wird. Zangerl erinnert an die Unwetterereignisse von 2018 bzw. 2019, die dem Bezirk an die 1,1 Millionen Festmeter Schadholz beschert haben. Schon damals fragte die AK nach, wo das Holz geblieben sei – weit über 90 Prozent haben damals den Bezirk verlassen und wurden bis nach China exportiert. Gleichzeitig wurden Millionen aus Steuergeldern zur Bewältigung der Schäden oder zur Errichtung eines Holzlagerplatzes investiert. „Die Gewinne werden auch hier privatisiert, während die Verluste sozialisiert werden“, so Zangerl. Die rechtliche Situation rund um die Fernwärmeanbieter macht es diesen auch besonders leicht, weshalb die AK auch verstärkten rechtlichen Schutz für die Konsument:innen fordert und eine behördliche Regulierung sowie eine effektive Preisregulierung.

„Die zuständige Ministerin muss hier dringendst eingreifen, das Beispiel Lienz wird nur das erste in einer Kette sein, bei der Fernwärme-Anbieter die Preise erhöhen werden. Das passiert, wenn man den Markt solchen Unternehmen überlässt. Wir haben davor gewarnt, jetzt zeigen sich die Folgen. Deshalb braucht es Preisregulierungen und schnellstmöglich ein Abschöpfen der Kriegsgewinne, die den Betroffenen wieder zugutekommen müssen“, fordert Zangerl.

Kontakt

Kontakt

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

E-Mail: presse@ak-tirol.com

Telefon: +43 800 22 55 22 1300
(Kostenlose Hotline )

Fax: +43 512 5340 1290

Das könnte Sie auch interessieren

AK Präsident Erwin Zangerl © AK Tirol/Friedle

"Fernwärmemarkt braucht klare Regelung!"

AK Zangerl: "Bund und Länder müssen im Bereich Grundversorgung, zu der auch die Energie zählt, dafür sorgen, dass der Markt im Zaum gehalten wird."