9.3.2017
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Erst Drogeriekette Müller, jetzt Hornbach: Schon wieder folgte auf Betriebsratsgründung die Kündigung für den Mitarbeiter

Obwohl gesetzlich dazu verpflichtet, haben längst nicht alle Betriebe einen Betriebsrat. Damit nicht genug, sehen sich Beschäftigte, die einen Betriebsrat gründen möchten, immer öfter mit Repressalien konfrontiert. Dies zeigt sich in der täglichen Beratung im AK Betriebsservice. Die AK Tirol hilft Betroffenen mit kompetenter Beratung und unterstützt sie dabei, ihre Ansprüche geltend zu machen.

„In letzter Zeit nehmen offenbar die Fälle zu, in denen Mitarbeiter, die einen Betriebsrat gründen wollen, gekündigt werden“, berichten die Experten von der Abteilung Betriebsservice in der AK Tirol. „Arbeitgeber behaupten dann zwar regelmäßig, dass die Kündigung rein gar nichts mit der Betriebsratsgründung zu tun habe. Allerdings sind die zeitlichen Abläufe meistens so auffallend, dass klar wird, dass es ohne das Thema ,Betriebsratsgründung‘ wohl nie zu einer Kündigung gekommen wäre.“

Nach der Drogeriemarktkette Müller ereignete sich ähnliches nun auch beim Baumarkt Hornbach: Hier bemühte sich ein Mitarbeiter um eine Betriebsratsgründung, führte Gespräche mit seinen Kollegen – und erhielt gleich darauf vom Chef die Kündigung. Auf seine ausdrückliche Frage nach dem Kündigungsgrund wurde ihm mitgeteilt, dass man ihm das nicht sagen müsse.
Interessantes Detail ist jedoch, dass der Betrieb genau zur gleichen Zeit auf Personalsuche war und zahlreiche Stellen ausgeschrieben hat. – Ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Kündigung allein wegen der Betriebsratsgründung erfolgte.

Verpöntes Kündigungsmotiv

Die Gründung eines Betriebsrates ist jedoch kein zulässiger Grund für eine Kündigung, es handelt sich hier nämlich um ein so genanntes „verpöntes Kündigungsmotiv“ und kann somit gerichtlich bekämpft werden.  „Die AK wird gegen solche Kündigungen entschieden vorgehen“, erklärt AK Präsident Erwin Zangerl. Auch der engagierte Hornbach-Mitarbeiter wird von der AK Tirol unterstützt, um seine Forderungen geltend machen zu können.

„Generell ist es jedoch einfach unverständlich, wovor Unternehmen Angst haben, wenn Beschäftigte einen Betriebsrat ins Leben rufen möchten. Ein Betriebsrat bringt ja allen nur Vorteile“, betont AK Präsident Zangerl. 

11 gute Gründe, warum ein Betriebsrat wichtig ist: 

  1. Verzicht auf einen Betriebsrat bedeutet Verzicht auf Mitsprache und auf wichtige Arbeitnehmerrechte.
  2. Der Betriebsrat überwacht die Einhaltung von Gesetzen und Kollektivverträgen.
  3. Er hat ein Mitspracherecht bei Kündigungen.
  4. Interessenausgleich und Sozialplan bei Personalabbau sind nur mit Betriebsrat möglich!
  5. Der Betriebsrat schützt vor Überwachung,
  6. mit ihm erhalten Beschäftigte viel mehr Informationen.
  7. Er kann bei Betriebsurlaub, Arbeitszeitmodellen etc. mitbestimmen
  8. Nur mit einem Betriebsrat können Betriebsvereinbarungen verhandelt werden.
  9. Aufgrund seiner Tätigkeit ist er vor Kündigung geschützt und hat Anspruch auf Schulungen.
  10.  Auf Wunsch ist er bei jedem Gespräch dabei und kann
  11.  Sanktionen überwachen

Obwohl gesetzlich dazu verpflichtet, haben längst nicht alle Betriebe einen Betriebsrat. Aus Erfahrung der AK Experten wäre es jedoch speziell in Branchen, wie Gastgewerbe oder Handel höchst notwendig, Betriebsräte einzurichten. Aber gerade dort stellen sich Betriebsratsgründungen wegen saisonaler Beschäftigung, Filialstruktur und hoher Mitarbeiterfluktuation als äußerst schwierig dar.

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