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7.2.2020

Osttiroler Beschäftigten wird der Lohn vorenthalten: AK Tirol zeigt Betriebe wegen Lohn- und Sozialdumpings an

Mehrere Osttiroler Betriebe haben ihren Beschäftigten im Zuge der starken Schneefälle im November 2019 keine volle Entgeltfortzahlung wegen Dienstverhinderung geleistet. Die AK Tirol hatte mehrfach informiert, dass diese Zahlungen voll zu leisten und den Beschäftigten nicht vorzuenthalten sind. Da weder mündliche noch schriftliche Appelle fruchteten, wird die AK Tirol drei dieser Betriebe jetzt wegen Lohn- und Sozialdumpings anzeigen.

AK Präsident Erwin Zangerl zeigt sich empört über die Vorgangsweise einzelner Betriebe in Osttirol: „Jede Firma, von der wir Kenntnis erlangen, dass sie die volle Entgeltfortzahlung ihren Dienstnehmern gegenüber nicht leistet, werden wir ab sofort zur Anzeige wegen Lohn- und Sozialdumping bringen. Das ist eine Ungeheuerlichkeit und eine tiefe Respektlosigkeit gegenüber den Beschäftigten, ihnen einseitig den gerechten Lohn vorzuenthalten. Derartige Vorgangsweisen werden nicht toleriert. Das ist eine Benachteiligung sowohl für die betroffenen Beschäftigten als auch für korrekt abrechnende Betriebe.“

Ebenso ungeheuerlich ist die Vorgangsweise eines namhaften Osttiroler Betriebes, der im Zuge eines Hacker-Angriffs auf seine Firmensoftware fast alle Beschäftigten für einen Tag nach Hause geschickt und dafür eine ganz eigenwillige Vereinbarung getroffen hat. Für diesen Tag bekommen Arbeiter nur 50 Prozent bezahlt und müssen 50 Prozent Zeitausgleich bzw. Urlaub nehmen. Die Angestellten bekommen gar nichts - außer sie beschweren sich: Dann bekommen sie die volle Lohnfortzahlung. Auch diese Firma wird angezeigt.

Zangerl: „Das ist der Versuch, die Arbeitnehmer wieder zu Tagelöhnern zu machen! Wo beginnen derartige Diskriminierungen und wo hören sie auf? Hier wird die Abhängigkeit der Osttiroler Beschäftigten und ihre Betriebstreue massiv ausgenützt. Werden als Nächstes dann die Krankenstandstage als Urlaub gerechnet? Wo bleibt der Respekt der Betriebe gegenüber den Beschäftigten und ihren Familien?“, so der AK Präsident.

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