AK Präsident Erwin Zangerl © AK Tirol/Hetfleisch
© AK Tirol/Hetfleisch
14.12.2021

AK Präsident Zangerl: "Wir stehen den Mitgliedern immer zur Seite!"

Die Zeit seit Beginn der Corona-Pandemie zeigte einmal mehr, wie wichtig die Arbeiterkammer für die Tiroler Beschäftigten ist. Das wird von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auch honoriert, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Bei Glaubwürdigkeit bzw. Vertrauen liegt die AK Tirol nur hinter dem Roten Kreuz auf Platz Zwei. Für Tirols AK Präsidenten Erwin Zangerl eine Bestätigung, dass sich der Einsatz der AK gerade in Krisen-Zeiten bewährt. Lesen Sie mehr im Interview.

Herr Präsident, bei der Frage nach der Glaubwürdigkeit von Parteien und Institutionen liegt die AK ganz vorne*. Ein gutes Gefühle für Sie?
Erwin Zangerl: Natürlich freuen mich die wirklich ausgezeichneten Umfragewerte, die zeigen, dass wir hohes Ansehen und Vertrauen bei unseren Mitgliedern genießen. Das ist auch enorm wichtig, denn das unterstreicht, dass unsere Leistungen notwendig sind und dass sie – gerade in Zeiten der Krise – sehr gefragt sind. Es geht ja nicht allein um rechtliche Fragen auf allen Gebieten, es geht ja auch um menschliche Schicksale. Gerade seit Beginn der Pandemie sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur in der gewohnten Beratung, sondern auch oft als psychologische Betreuer tätig. Man merkt, dass die Menschen, die zu uns kommen, immer stärker unter Druck stehen, je länger die Pandemie dauert. Dieser Druck steigert sich mit jeder Virus-Welle. Viele fragen sich, ob sie jemals wieder zu einem normalen Leben zurückfinden werden. Wie die Umfragewerte zeigen, wird diese oft wirklich schwere Aufgabe von  unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aber ausgezeichnet gelöst, wofür ich ihnen an dieser Stelle auch meinen Dank aussprechen möchte.

offen gesagt

„Wir werden uns auch kommendes Jahr gegen Schieflagen und Ungerechtigkeiten stemmen, denn diese Idee kommt nie aus der Mode!“

Erwin Zangerl,
AK Präsident

Die AK liegt auch bei der Frage nach den besten Zukunfts­ideen für das Land ganz vorne. Mit welchen Ideen will man im kommenden Jahr punkten?
Das Land an und für sich ist ja etwas Unpersönliches. Aber das Land sind die Menschen, die hier leben und arbeiten und die Tirol zu dem machen, was es ist. Darunter sind 350.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die darauf vertrauen, dass wir für sie da sind. Das ist die große und erfolgreiche Idee, die hinter der Arbeiterkammer steckt.  Leider werden unsere Vorschläge von Seiten der Politik oft in die Schublade gelegt und verzögert. Das ist beim Thema Wohnen so, bei der Abschaffung der Kalten Progression, natürlich auch bei der Pflege. Wirklich Bewegung brachte erst unsere Kampagne Pflege.Handeln.Jetzt., die ja auf einem fundierten Strategiepapier basiert, mittels dem der Pflegenotstand bekämpft werden kann. Trotzdem ist es langwierig, denn das Land wählt oft lieber den sehr teuren Weg von Gerichtsverfahren, der belastend für die Beschäftigten und natürlich auch für die Steuerzahler ist.

Zum Beispiel?
Die letzten beiden Beispiele betreffen gerade den Pflegebereich. Beim Fall, der vom Krankenhaus St. Johann ausging, haben wird die zuständigen Landesräte bereits 2017 auf den Missstand hingewiesen, dass es eine Diskriminierung von Teilzeit- gegenüber Vollzeitbeschäftigten hinsichtlich der Bezahlung von Zuschlägen gibt. Passiert ist jedoch nichts, weshalb wir einschritten. Letztlich brauchte es erst den kosten- und zeitraubenden Umweg über die Gerichte, dass die Beschäftigten zu ihrem Recht kamen. Jetzt ist das Land in der Pflicht, das Gesetz nun endlich im Sinne des Pflegepersonals zu reparieren. Der zweite Fall betrifft die Umkleidezeiten bei den Tirol Kliniken (siehe Seite 2). Hier handelt man sogar gegen eine EU-Richtlinie, nur damit man den Beschäftigten nicht das geben muss, was ihnen zusteht. Das können und werden wir nicht akzeptieren, denn der Auftrag für kommendes Jahr wird weiterhin sein, unseren Mitgliedern zu ihrem Recht zu verhelfen. Und die Erfolge, die wir für die Beschäftigten erzielen, geben uns ja recht, dass dieser Weg der richtige ist.

Welche Themen werden die AK im kommenden Jahr noch beschäftigen, außer der Pflegeoffensive?
Die Umfrage zeigt deutlich, wo die Tirolerinnen und Tiroler Handlungsbedarf sehen. Das sind die Themen Verkehr und Umwelt, wo wir uns wieder stark einbringen werden, gefolgt von den Themen Wohnen, Arbeit und Corona-Krise. Das werden auch unsere Themen sein, denen wir uns wieder widmen. Dazu werden wir auch die notwendige Grundlagenarbeit liefern wie bei den Themen Wohnen, Pflege oder Bewältigung der Corona-Krise. Mir ist bewusst, dass diese Themen nur gemeinsam bewältigt werden können und gemeinsam heißt für mich auch im Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Wir werden uns gegen Schieflagen oder Ungerechtigkeiten stemmen, denn diese Idee kommt nie aus der Mode.

* MARKET-Umfrage, Befragungszeitraum 4.10. – 22.10.2021, Tiroler Bevölkerung ab 16 Jahre, 1.000 Interviews. 

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