AK Präsident Erwin Zangerl © AK Tirol/Berger
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8.1.2021

Zangerl: Bis März müssen alle, die sich impfen lassen wollen, geimpft sein!

Nach heftiger Kritik an der Corona-Impfstrategie, darunter von der AK Tirol, kommt nun offenbar Bewegung in den Impfprozess. Das Problem, dass die notwendigen Dosen immer noch fehlen, will man allerdings abschieben, interessanterweise nach Belgien. Brüssel würde nicht nur die Zulassung, sondern auch Ankauf und Zuteilung der Impfstoffe regeln, weshalb Österreich eben auf seinen Anteil warten müsse. Für AK Präsident Erwin Zangerl eine klare Vernebelungstaktik. „Wenn man seit November weiß, dass geimpft werden kann, wäre genug Zeit gewesen, um sich Impfstoff zu sichern und einen Impfplan auszuarbeiten. Während in Großbritannien und in Israel mehr geimpft wird als in der gesamten EU, muss man auch in Österreich warten. Fakt ist: Es wurde spekuliert und zu wenig Impfstoff bestellt und jetzt heißt es eben bitte warten“, so der AK Präsident.

So schnell wie das Corona-Virus derzeit mutiert, so schnell ändern sich auch die Argumente, mit denen das momentane Corona-Chaos kleingeredet werden soll. Neueste Strategie: Viel zu wenig bestellter Impfstoff wird nun mit Lieferproblemen erklärt. „Es ist mittlerweile klar, dass zu wenig Impfstoff bestellt wurde. Während man sich sonst immer so emanzipiert gegenüber Brüssel gibt, wird nun die Verantwortung dahin abgeschoben. Fest steht: Es wurde hier spekuliert und zugewartet, erst jetzt kommt man langsam in die Gänge, aber sehr langsam. Wenn es kein Problem war den Impfstoff nach Israel zu liefern, kann es wohl auch kein Problem sein, den Impfstoff von Belgien nach Österreich zu liefern“, kritisiert AK Präsident Zangerl.

Während in Israel – bei gleicher Einwohnerzahl wie Österreich – derzeit etwa 1,5 Millionen Menschen geimpft sind, seien es in Österreich gerade einmal an die 7.000. Für Zangerl ist klar, dass man sich angesichts dieser Ausnahmesituation auf die eigenen Beine hätte stellen müssen, denn es gehe hier um die Gesundheit der Österreicherinnen und Österreicher.  

OFFEN GESAGT

„Wenn man seit November weiß, dass geimpft werden kann, wäre genug Zeit gewesen, um sich Impfstoff zu sichern und einen Impfplan auszuarbeiten. Während in Großbritannien und in Israel mehr geimpft wird als in der gesamten EU, muss man auch in Österreich warten. Fakt ist: Es wurde spekuliert und zu wenig Impfstoff bestellt und jetzt heißt es eben bitte warten.“

Erwin Zangerl,
AK Präsident

„Großbritannien und Israel haben das vorgemacht, hier ist mehr Impfstoff vorhanden als in der EU. Das kann keine Kostenfrage sein, denn hier geht es um Menschenleben“, so Zangerl. Jede Woche Lockdown würde je nach Expertenschätzung allein in Österreich zwischen einer und eineinhalb Milliarden Euro kosten. Deshalb fehlt Zangerl das Verständnis, warum hier gezögert wurde. Ebenso kritisch sieht Zangerl das Verhalten der Regierung. Hier hätte man selbst die Initiative ergreifen sollen. „Jetzt spricht man aber nicht mehr von einem Mengenproblem, sondern von einem Lieferproblem, dabei werden bereits in Österreich eingetroffenen Impfdosen einfach gelagert, anstatt sie zu verwenden. Der Plan, wer wann in Österreich geimpft werden soll, ist absolut unklar. Auch die Aussagen der zuständigen Personen sind voll von Worthülsen und geben wenig Anlass zu Optimismus. Man verliert sich in Bürokratie, sucht nach Ausreden und ist scheinbar mit der Situation völlig überfordert. Dadurch wird auch den Ländern der Überblick genommen. Gut, dass Landeshauptmann Günther Platter das Impfen zumindest in Tirol zur Chefsache erklärt hat“, sagt Zangerl.

Zangerl erwartet sich deshalb endlich exakte Angaben, wann welcher Impfstoff in Österreich angeliefert wird und wie bzw. wo er zum Einsatz kommt. Ebenso fordert der AK Präsident eine klar kommunizierte Impfstrategie, aus der hervorgeht, wie viele Personen im ersten Quartal wirklich geimpft werden können. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Bekämpfung des Virus trotz Impfung langwierig sein wird, deshalb braucht es auch dringend eine Strategie, wie wir in dieser Übergangszeit leben und wirtschaften können. Finden wir keine Wege, drohen uns etwa im Tourismus womöglich zwei weitere verlorene Saisonen und weitere schwere wirtschaftliche Einbrüche“, erklärt Zangerl.

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OFFEN GESAGT

„Wenn man seit November weiß, dass geimpft werden kann, wäre genug Zeit gewesen, um sich Impfstoff zu sichern und einen Impfplan auszuarbeiten. Während in Großbritannien und in Israel mehr geimpft wird als in der gesamten EU, muss man auch in Österreich warten. Fakt ist: Es wurde spekuliert und zu wenig Impfstoff bestellt und jetzt heißt es eben bitte warten.“

Erwin Zangerl,
AK Präsident