Studentin wird von Eurozeichen erdrückt © sergey Nivens/stock.adobe.com
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Preistreiber Studenten-WG: Mieten wird immer teurer

Drei-Zimmer-Wohnung, 85 m2, WG-geeignet, Küche, Bad, WC getrennt, Uninähe, Miete 996 Euro plus 140 Euro BK… 

Nur ein Inserat von vielen, die die Wohnrechtsexperten der AK ein Jahr lang akribisch gesammelt haben. Und nebenbei gesagt, das Angebot ist ein wahres Schnäppchen. Denn die Auswertung hunderter Angebote für Wohngemeinschaften* zeigt, dass, je nach Lage, für ein normales Zimmer in einer WG über 600 € brutto an Miete zu bezahlen sind. So etwa in den für Studenten besonders ideal gelegenen Stadteilen wie Hötting West, Höttinger Au, Wilten oder der Innenstadt. Kein Wunder also, dass auch die oben genannte Wohnung innerhalb kürzester Zeit vermietet war. Denn während die Gesamtzahl der Studierenden in Innsbruck unverändert hoch bleibt und die Zahl ausländischer Studenten leicht steigt, wird Wohnraum immer knapper. Und damit auch immer teurer: Wer unbedingt eine Wohnung braucht um in Innsbruck studieren zu können, ist auch bereit, teilweise absurde Preisvorstellungen zu erfüllen.  

So wird für relativ kleinen Wohnraum gerade in Innsbruck viel bezahlt: Die durchschnittlichen Quadratmeterpreise reichen von 22,15 € brutto (Dreiheiligen, Schlachthof) über 27,57 € (Reichenau), 26,51 € (Hötting West) bis zu 28,39 € (Sieglanger, Mentlberg). Zu den hohen Mieten kommt noch, dass es für Studenten schwer ist, eine Fixkostenplanung aufzustellen: Es sind Betriebskostenvorauszahlungen bzw. -nachzahlungen zu leisten, hinzu kommen Kosten für Strom, Internet bis hin zu Wartungskosten für Heizthermen. In vielen Fällen fehlt dafür das Geld und die Allgemeinheit muss mittels Mietzinsbeihilfe die ständig steigenden Preise am Wohnungsmarkt mitfinanzieren. So wurden von 2016 bis 2018 mehr als 13,5 Millionen Euro an Antragssteller ausbezahlt. Nach Überarbeitung der Beihilfekriterien (siehe „Mietzinsbeihilfe“) sank die jährliche Summe zwar (2016: 7,5 Mio. €, 2017: 3,1 Mio. €), lag aber 2018 immer noch bei 2,9 Millionen Euro. Zahlen, die zeigen, dass die Tiroler Arbeiterkammer und die Sozialpartner nicht umsonst seit einigen Jahren die Errichtung eines Studenten-Campus fordern, der dem Lebensstil junger Menschen entsprechen soll.  

Mietzinsbeihilfe

Mietzinsbeihilfe kann erst nach Ablauf einer Wartefrist beim Innsbrucker Stadtmagistrat beantragt werden. Österreichische Staatsbürger und Unionsbürger müssen vor Antragsstellung durchgehend zwei Jahre mit Hauptwohnsitz in Innsbruck gemeldet sein, Drittstaatsangehörige mindestens fünf Jahre. An Studierende wird im Falle sozialer Bedürftigkeit und bei Vorliegen eines Mietvertrags für das gesamte Wohnobjekt eine Beihilfe gewährt, wobei als Wohnungsaufwand höchstens ein Betrag von 2,40 Euro je m2 förderbare Nutzfläche und Monat und eine förderbare Nutzfläche von höchstens 50 m2 zugrunde gelegt wird. Wohnen mehrere Studierende in einem Objekt, so werden maximal 90 m2 Nutzfläche anerkannt. An andere Wohngemeinschaften bzw. bei der Vermietung von Einzelzimmern werden keine Beihilfen gewährt.

offen gesagt

„Es ist unbedingt notwendig, den Dampf aus dem Kessel zu nehmen, da sich mit den Preisen, die man in Innsbruck mittlerweile für ein Zimmer erzielt, das gesamte Preisgefüge nach oben verschiebt. Hier muss dringend der Hebel angesetzt werden.“ 

Erwin Zangerl,
AK Präsident    

Die Preiserhebung

Ein Jahr lang* haben Wohnexperten der AK Tirol hunderte Inserate gesichtet, in denen Zimmer in Wohngemeinschaften bzw. WG-taugliche Wohnungen in Innsbruck angeboten wurden. So entstand ein Überblick über die Angebots- und Preissituation in den einzelnen Stadtteilen. Das Angebot in von Studenten bevorzugten Stadtteilen in Uni-Nähe wie Wilten (217 ausgewertete Inserate), Pradl (148), der Innenstadt (146) oder der Höttinger Au (143) ist dabei naturgemäß höher als etwa in der Reichenau (29). Klarerweise richten sich die Preise nach dem Angebot: Die Maximalpreise für ein durchschnittlich großes Zimmer bewegen sich zwischen 650 Euro (Hötting West) bzw. 640 Euro (Wilten) und 383 Euro (Olympisches Dorf). Die durchschnittlichen Quadratmeterpreise reichen von 28,39 Euro (Sieglanger/Mentlberg) bis hin zu 22,15 Euro (Dreiheiligen/Schlachthof). Innsbruck zählt damit auch beim studentischen Wohnen österreichweit zu den teuersten Städten. 

Mietpreise für WG-Zimmer in Innsbruck

Mietpreisspiegel © AK Tirol
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offen gesagt

„Es ist unbedingt notwendig, den Dampf aus dem Kessel zu nehmen, da sich mit den Preisen, die man in Innsbruck mittlerweile für ein Zimmer erzielt, das gesamte Preisgefüge nach oben verschiebt. Hier muss dringend der Hebel angesetzt werden.“ 

Erwin Zangerl,
AK Präsident    

Die Preiserhebung

Ein Jahr lang* haben Wohnexperten der AK Tirol hunderte Inserate gesichtet, in denen Zimmer in Wohngemeinschaften bzw. WG-taugliche Wohnungen in Innsbruck angeboten wurden. So entstand ein Überblick über die Angebots- und Preissituation in den einzelnen Stadtteilen. Das Angebot in von Studenten bevorzugten Stadtteilen in Uni-Nähe wie Wilten (217 ausgewertete Inserate), Pradl (148), der Innenstadt (146) oder der Höttinger Au (143) ist dabei naturgemäß höher als etwa in der Reichenau (29). Klarerweise richten sich die Preise nach dem Angebot: Die Maximalpreise für ein durchschnittlich großes Zimmer bewegen sich zwischen 650 Euro (Hötting West) bzw. 640 Euro (Wilten) und 383 Euro (Olympisches Dorf). Die durchschnittlichen Quadratmeterpreise reichen von 28,39 Euro (Sieglanger/Mentlberg) bis hin zu 22,15 Euro (Dreiheiligen/Schlachthof). Innsbruck zählt damit auch beim studentischen Wohnen österreichweit zu den teuersten Städten.