Frau ärgert sich am Telefon © DDRockstar/stock.adobe.com
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10.5.2021

Finanzamt Österreich: AK Tirol fordert besseren regionalen Kundenservice

Die Zentralisierung zeigt einmal mehr ihre Schattenseiten, so derzeit auch beim Finanzamt Österreich: Laufend melden sich Mitglieder mit Steueranliegen bei der AK Tirol und berichten, dass unter der österreichweiten Finanzamts-Telefonnummer oder unter dem Anschluss zur Terminvereinbarung kein Ansprechpartner erreichbar ist. „Die AK Tirol fordert deshalb eine rasche regionale Nachbesserung beim Kundenservice, denn die Zentralisierung darf nicht zulasten der Kundinnen und Kunden gehen“, betont AK Präsident Erwin Zangerl.

Die Lage ist prekär: Wenn Steuerpflichtige beim Finanzamt Auskünfte einholen möchten und zu einem Steuerakt oder einer Familienbeihilfenangelegenheit Informationen brauchen, ist es nahezu unmöglich, dies telefonisch unter der österreichweiten Einheitsnummer 050 233 233 abzuwickeln. Denn am anderen Ende der Leitung meldet sich meistens – niemand. Selbst nach zahlreichen Versuchen bzw. lang andauernder Warteschleife. Ähnlich ergeht es Bürgerinnen und Bürgern, die unter 050 233 700 einen Termin für eine persönliche Vorsprache vereinbaren möchten.

„Die Arbeiterkammer Tirol springt hier seit Monaten in die Bresche und berät auch jene Rat- und Hilfesuchenden, die bei den Finanzamts-Infocentern aufgrund der Corona-Maßnahmen von Sicherheitsmitarbeitern und Portieren abgewiesenen wurden bzw. vergeblich versucht haben, bei der Finanzamt-Telefonhotline durchzukommen“, so AK Präsident Erwin Zangerl. „Es zeigt sich einmal mehr, dass die hochgelobte Zentralisierung nur zu Beschwerden führt. Sie rufen mit Ihrem Problem aus Tirol an und landen bei einer Auskunftsperson, die unter Umständen im Burgendland sitzt, das ist der falsche Ansatz“, kritisiert Zangerl.

OFFEN GESAGT

„Es zeigt sich, dass die hochgelobte Zentralisierung nur zu Beschwerden führt. Sie rufen mit Ihrem Problem aus Tirol an und landen bei einer Auskunftsperson, die unter Umständen im Burgendland sitzt, das ist der falsche Ansatz!“

ERWIN ZANGERL,
AK PRÄSIDENT

Anträge auf Familienbeihilfe nur schleppend bearbeitet

in weiteres großes Problem sind die vielen unbearbeiteten oder nur mit großer Verzögerung abgearbeiteten Fälle betreffend die Familienbeihilfe. Ursache dafür ist, dass das Finanzamt Österreich aufgrund der Zentralisierung die Anträge auf Familienbeihilfe nicht zeitnah – und vor allem nicht nach Priorität gereiht – bearbeitet. Die Folge sind viele unmenschliche Härtefälle, die vermeidbar wären: Jungen Müttern – teilweise Alleinerzieherinnen – wird der rechtmäßige Anspruch auf Familienbeihilfe und in weiterer Folge auf das Kinderbetreuungsgeld verwehrt. Und solange das Kinderbetreuungsgeld mangels Zusage der Familienbeihilfe nicht ausbezahlt werden kann, müssen Alleinerzieherinnen teilweise sogar noch zusätzlich Krankenversicherungsbeiträge an die ÖGK einzahlen, um sich selbst und ihren Säugling nach Ende des Wochengeldbezuges über eine freiwillige Versicherung krankenzuversichern.

„Offenbar hat die Umstellung und Zentralisierung der regionalen Finanzämter zu einem Finanzamt Österreich den Servicegedanken des Finanzamtes leider nicht gefördert, im Gegenteil“, stellt AK Präsident Zangerl fest. „Diese Zentralisierung hin zu einer Einheitsfinanz wirkt sich natürlich auch auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus. Sie geraten dadurch unter Druck und sind mit den Vorgaben oft alles andere, als einverstanden.“

Zangerl: „Vor allem aber ist die Situation für die Bürgerinnen und Bürger, die noch dazu laufend Geld an diese Institution abliefern müssen, unverständlich. Die AK Tirol fordert daher dringend, die Kontaktaufnahme wieder zu erleichtern und den Servicegedanken in den Mittelpunkt zu stellen.“

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OFFEN GESAGT

„Es zeigt sich, dass die hochgelobte Zentralisierung nur zu Beschwerden führt. Sie rufen mit Ihrem Problem aus Tirol an und landen bei einer Auskunftsperson, die unter Umständen im Burgendland sitzt, das ist der falsche Ansatz!“

ERWIN ZANGERL,
AK PRÄSIDENT