Mann fährt mit Lupe über Geldstapel © Jürgen Fälchle/stock.adobe.com
© Jürgen Fälchle/stock.adobe.com
17.9.2021

Corona-Hilfspaket: 7 Milliarden Euro wurden an Unternehmen bezahlt

Bereits mehr als 7 Milliarden Euro Corona-Förderungen wurden an Unternehmen ausbezahlt. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aber können von so einer Entlastung leider nur träumen.

Die Corona-Krise hat die heimische Wirtschaft auf eine harte Bewährungsprobe gestellt. Ganze Wirtschaftszweige mussten monatelang ihre Pforten schließen. Doch die Bundesregierung schnürte ein gigantisches, 50 Milliarden Euro schweres Hilfspaket.

Dieses beinhaltet unter anderem die Kurzarbeitsbeihilfe, die staatliche Übernahme von Haftungen und Garantien sowie Stundungen von Sozial- und Steuerabgaben. Aber auch direkte finanzielle Zuschüsse werden seit jeher großzügig an Unternehmen ausbezahlt. Und so kam es, dass Begriffe wie Fixkostenzuschüsse, Verlustersatz, Ausfallsbonus oder Lockdown-Umsatzersatz plötzlich durch die Medienlandschaft kursierten.

Geld für Tourismus

Bis Anfang Juli 2021 wurden auf diese Art und Weise bereits über 7 Milliarden Euro direkt an die heimischen Unternehmen ausbezahlt. Das meiste Geld floss dabei in Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe.

Allein die Umsatzersätze im November und Dezember 2020 machten für diese beiden Branchen fast 1,1 Milliarden Euro aus, hinzu kommen noch Fixkostenzuschüsse von 202 Millionen Euro (Stand: Ende 2020).

Aber auch Handelsunternehmen zählen diesbezüglich zu den Gewinnern (406 Millionen Euro Umsatzersatz im November/Dezember 2020 und rund 100 Millionen Euro Fixkostenzuschüsse bis Ende 2020).

Doch damit nicht genug. Zusätzlich wurden noch steuerliche Entlastungen beschlossen. Denn seit 1. Juli 2020 müssen Betriebe der Gastronomie und Hotellerie auf Speisen und Getränke nicht mehr 10, sondern nur mehr 5 Prozent an Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Die Umsatzsteuer auf Zimmervermietungen wurde bereits Ende 2018 von 13 auf 10 Prozent gesenkt.

offen gesagt

„Während Unternehmen in der Corona-Krise trotz großzügiger finanzieller Zuschüsse sogar noch steuerlich begünstigt wurden, lassen Entlastungen für die arbeitende Bevölkerung immer noch auf sich warten. Es gilt also, genau zu beobachten, ob durch die bevorstehende ökosoziale Steuerreform längst angekündigte Versprechen der Regierung endlich auch umgesetzt werden."

Erwin Zangerl,
AK Präsident

Wo bleibt die Steuersenkung?

Und die Entlastungen für die von der Krise betroffenen Arbeitnehmer? Trotz der Corona- Kurzarbeit stiegen die Arbeitslosenzahlen auf ein Rekordniveau. Letztes Jahr waren teilweise weit über eine halbe Millionen Menschen beim AMS als arbeitslos gemeldet. Die Statistik Austria geht davon aus, dass im Jahr 2020 die Ausgaben für das Arbeitslosengeld in Summe rund 2,4 Milliarden Euro betragen. Das klingt viel, aber im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 ist das eine Steigerung von (im Vergleich zu den 7 Mrd. Euro, die direkt an Unternehmen bezahlt wurden, nur) 850 Millionen Euro.

Auch den Angestellten wird schon lange eine versprochene Steuersenkung in Aussicht gestellt. „Während Unternehmen in der Corona-Krise trotz großzügiger finanzieller Zuschüsse sogar noch steuerlich begünstigt wurden, lassen Entlastungen für die arbeitende Bevölkerung immer noch auf sich warten. Es gilt also, genau zu beobachten, ob durch die bevorstehende ökosoziale Steuerreform längst angekündigte Versprechen der Regierung endlich auch umgesetzt werden“, stellt AK Präsident Erwin Zangerl klar.

Kontakt

Kontakt

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

E-Mail: presse@ak-tirol.com

Telefon: +43 800 22 55 22 1300
(Kostenlose Hotline )

Fax: +43 512 5340 1290

offen gesagt

„Während Unternehmen in der Corona-Krise trotz großzügiger finanzieller Zuschüsse sogar noch steuerlich begünstigt wurden, lassen Entlastungen für die arbeitende Bevölkerung immer noch auf sich warten. Es gilt also, genau zu beobachten, ob durch die bevorstehende ökosoziale Steuerreform längst angekündigte Versprechen der Regierung endlich auch umgesetzt werden."

Erwin Zangerl,
AK Präsident

Das könnte Sie auch interessieren

Trotz Millionenförderungen steigen die Preise. © Canva

Freizeitkarten: Preissteigerung trotz Millionen-Förderung

An die Bergbahnen werden Millionen ausgeschüttet, trotzdem müssen Familien teils ein Monatseinkommen für Freizeittickets ausgeben.