Europabrücke mit LKW © WestPic/adobe.stock.com
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27.8.2018

AK fordert: Brenner-Transit muss vermindert werden!

Tirol ist wie kein anderes Bundesland in Österreich vom grenzüberschreitenden Verkehr betroffen. Vor allem der Grenzübergang Brenner ist der am stärksten genutzte Übergang im gesamten Alpenland. Daher sollte eines der wichtigsten politischen Ziele des Landes die Verlagerung des Straßengüterfernverkehrs auf die Schiene darstellen.

Die Arbeiterkammer Tirol hat die Mauttarife in Österreich und den anderen Alpenstaaten untersucht. Das Ergebnis: Auch wenn die Maut durch Tirol relativ hoch ist, relativiert sie sich, da sowohl Italien und vor allem Deutschland weit weniger Maut auf ihren Autobahnabschnitten kassieren. Da Frächter viel längere Teilstücke durch Deutschland und Italien zurücklegen als durch Tirol, fällt die Tiroler Maut insgesamt nicht wirklich ins Gewicht. Hier muss es sowohl in Deutschland als auch in Italien zu einer Anhebung der Mautpreise für LKW kommen um den Verkehr langfristig von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

So kostet der Kilometer durch Tirol etwa 64 Cent für einen fünfachsigen LKW der saubersten Schadstoffkategorie. In Deutschland und Italien sind es aber unter 20 Cent.

Durch die Schweiz haben große LKW – abhängig vom Gewicht, Schadstoffklasse und dem Wechselkurs - um einiges mehr zu bezahlen, als in Deutschland bzw. in Italien. Um vieles kostspieliger ist die Situation im Transit zwischen Italien und Frankreich: Mit dem Mont-Blanc-Tunnel und dem Frejus-Tunnel gibt es zwei relevante Korridore. Da hier allein zur Durchfahrt der Tunnel 324 Euro bzw. 254,45 Euro verlangt werden, sind beiden Routen automatisch um ein vielfaches teurer als jene über den Brenner.

schon gewusst?

Durch die Schweiz haben große LKW – abhängig vom Gewicht, Schadstoffklasse und dem Wechselkurs - um einiges mehr zu bezahlen, als in Deutschland bzw. in Italien. Um vieles kostspieliger ist die Situation im Transit zwischen Italien und Frankreich: Mit dem Mont-Blanc-Tunnel und dem Frejus-Tunnel gibt es zwei relevante Korridore. Da hier allein zur Durchfahrt der Tunnel 324 Euro bzw. 254,45 Euro verlangt werden, sind beiden Routen automatisch um ein vielfaches teurer als jene über den Brenner.

offen gesagt

"Welcher Frächter soll seine Güter durch den Tunnel schicken, wenn das Benutzen der Autobahn billiger ist?"

AK Präsident
Erwin Zangerl

Mautpolitik muss sich ändern

Somit ist klar, dass sich Umwege über den Brenner sich nur deshalb lohnen, weil die Mauten in den verschiedenen Ländern so unterschiedlich sind. Die Arbeiterkammer Tirol fordert deshalb:

Staaten müssen die Maut als Instrument für eine vernünftige Verkehrspolitik zurückbekommen!

 Es braucht eine stärkere Kostenwahrheit im Verkehr in allen Mitgliedstaaten: Es kann nicht sein, dass auf weiten Teilen des europäischen Autobahnnetzes die Maut für LKW so niedrig ist, dass sich Umwege von mehreren hundert Kilometern für internationale Frächter lohnen.
Die Bauarbeiten am BBT gehen weiter voran, daher muss endlich auf europäischer Ebene sichergestellt werden, dass der neue Tunnel nach Fertigstellung auch ausreichend genutzt wird. Fahrverbote – wie zum Beispiel das sektorale Fahrverbot – oder die Anhebung der Maut galten bisher als EU-rechtswidrig. Ohne Änderung auf Europäischer Ebene wird der Tunnel ein Milliardengrab, der keine Entlastung für die transitgeplagte Tiroler Bevölkerung bringt. Denn welcher Frächter soll seine Güter durch den Tunnel schicken, wenn das Benutzen der Autobahn billiger ist?