29.1.2015
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AK Kritik an Preispolitik der IVB: Jahreskarte zwar billiger, aber wichtige weitere Tarife werden massiv verteuert!

Ab Sonntag, 1. Februar, gelten die neuen Tarife im öffentlichen Verkehr in Tirol. Während der VVT die Ticketpreise um etwa 2,2 % anhebt, kommt es bei den IVB zu wesentlichen Neuerungen: Einerseits wird die Jahreskarte deutlich vergünstigt, andererseits werden andere Tickets nicht mehr angeboten oder die Preise dafür deutlich erhöht. AK Präsident Erwin Zangerl stellt klar: „Es ist zwar ein richtiges und wichtiges Signal, dass die Jahreskarte endlich deutlich billiger wird. Doch gleichzeitig andere - gerade für Familien interessante - Tickets einfach zu streichen und die übrigen Karten derartig zu verteuern, verärgert zu Recht viele Fahrgäste.“

Gute Nachrichten gibt es für alle, die in Innsbruck häufig öffentliche Verkehrsmittel verwenden. Mit 330 Euro wird die Jahreskarte um 132 Euro bzw. 29 % günstiger. Damit folgt Innsbruck vielen anderen Landeshauptstädten, die die Jahreskarte deutlich verbilligt haben. Dass es noch günstiger geht, zeigt Graz mit einem deutlich größeren Netz. Seit Beginn des Jahres gibt es für Grazerinnen und Grazer die Jahreskarte um 228 Euro!

Die neue Jahreskarte der IVB hat aber noch einen weiteren Haken: Sie wird nicht mehr als übertragbare Jahreskarte verfügbar sein. Für jene Fahrgäste, die sich bisher eine Jahreskarte geteilt haben, bedeutet dies, dass sie auf andere Tickets ausweichen müssen. Zwei Jahreskarten kosten zukünftig aber um 198 Euro bzw.
43 %
mehr als die bisher übertragbare Jahreskarte.

Empfindlich teurer wird es auch für all jene, die bisher das übertragbare Jahresticket Family-Plus um 524 Euro gekauft haben. Damit konnten an Tagesrandzeiten bis zu zwei Erwachsene und 4 Kinder fahren. Auch diese Familien sind künftig gezwungen, zwei Jahreskarten zu kaufen oder auf die teureren Einzeltickets umzusteigen.

Nicht mehr angeboten wird die Halbjahreskarte, die vor allem von jenen genutzt wurde, die im Winter mit dem Bus fahren und im Sommer häufiger zu Fuß und mit dem Rad unterwegs sind. Auch sie müssen entweder auf die im Vergleich zur Halbjahreskarte teurere Jahreskarte oder auf Monatskarten umsteigen. Aber auch die Monatskarte kostet mit 49,90 Euro um 8 % mehr als bisher.

Die höchsten Tarifsteigerungen gibt es jedoch bei den Wochenkarten. Deren Preis wird um gleich 40 % angehoben und kostet nun 19,90 Euro – soviel, wie in keiner anderen österreichischen Landeshauptstadt. Drastisch teurer wird auch die Einzelfahrkarte. Kauft man diese direkt beim Fahrer, so muss man statt bisher 2 Euro nun gar 2,70 Euro bezahlen. Das entspricht einer Steigerung von 35 %! Einzelfahrscheine im Vorverkauf kosten nun 2,30 Euro statt bisher 1,80 Euro.

AK Präsident Erwin Zangerl stellt klar: „Es ist zwar ein richtiges und wichtiges Signal, dass die Jahreskarte endlich deutlich vergünstigt wurde. Doch gleichzeitig andere – gerade für Familien interessante – Tickets einfach zu streichen und die übrigen Karten derartig zu verteuern, verärgert zu Recht viele Fahrgäste. Es ist auch kein Signal, um neue Fahrgäste für den öffentlichen Verkehr zu gewinnen, wenn abgesehen von der Jahreskarte alle Tickets um so vieles teurer werden. Man sollte die Fahrgäste nicht bestrafen, nur weil sie sich – warum auch immer – doch nicht für eine Jahreskarte entscheiden wollen. Der Plan von IVB und Stadt Innsbruck ist klar und wenig kundenfreundlich: Die Finanzierung der vergünstigten Jahreskarte soll nur durch andere, deutlich teurere Tickets erfolgen.“

Und eines haben die IVB noch immer nicht geschafft: Die neuen vergünstigten Jahreskarten werden weiterhin ohne Foto ausgestellt. Das bedeutet, dass bei einer Kontrolle die Fahrgäste neben der Jahreskarte auch einen Lichtbildausweis vorweisen müssen. Wenn dies ein Fahrgast nicht kann, so können die IVB die Fahrgäste fotografieren. Aus diesem Grund fordert die Arbeiterkammer, dass die Jahreskarten und andere auf den Namen ausgestellte Karten mit Foto ausgegeben werden, um Unannehmlichkeiten bei der Kontrolle zu ersparen und um Missbrauch zu vermeiden.

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