12.8.2015

AK Zangerl: „Wann wird aus dem Minutenschlüssel endlich ein humaner Pflegeschlüssel?“

Viel zu knapp kalkuliert ist der Arbeitsaufwand im derzeit geltenden Personalbemessungsschlüssel, der für die 86 Tiroler Pflegeheime gilt. Die AK fordert seit Jahren, dass ein adäquater Personalschlüssel menschliche Lebens- und Arbeitsbedingungen gewährleistet.

Personal am Anschlag

Schon der Begriff „Minutenschlüssel“ klingt eher technisch, als human. Und dennoch leisten die Mitarbeiter in den 86 Tiroler Pflegeheimen bisweilen Übermenschliches, um die ihnen anvertrauten Bewohner bestmöglich zu betreuen - trotz des völlig veralteten Personalbemessungsschlüssels.

Seit Jahren weist die AK Tirol darauf hin, dass dieses System zur Personalberechnung den geänderten Realitäten nicht mehr gerecht werden kann. Zuletzt forderte die AK Vollversammlung das Land Tirol auf, den Minutenschlüssel durch einen adäquaten Personalschlüssel zu ersetzen und dabei auch endlich die Therapeutenstellen separat zu berücksichtigen.

Der derzeit geltende Tiroler Personalbemessungsschlüssel stammt ursprünglich aus dem Jahr 1989 und wurde 1998 nachgebessert. Bereits im Tätigkeitsbericht 2007/2009 der Heimanwaltschaft Tirol wurde auf die erschreckende Abweichung zwischen dem tatsächlich geleisteten Arbeitsaufwand und dem bewilligten Personalschlüssel hingewiesen: So zeigt ein Beispiel darin auf, dass bei einem Heimbewohner der Pflegestufe III der tatsächliche Zeitbedarf 158,5 Minuten/Tag betrug, nach der Tiroler Personalbemessung jedoch lediglich 76 Minuten/Tag zu berechnen waren.

offen gesagt

„Wir müssen unseren Heimbewohnern eine optimale Pflege und Betreuung nach den aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen zukommen lassen. Und wir müssen auch für die Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter menschenwürdige Arbeitsbedingungen schaffen.“

AK Präsident
Erwin Zangerl

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