18.6.2018
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Pflegepersonal unter Druck

Akut. Was als Traumberuf beginnt, endet für viele im Burn-Out. „Pflegekräfte brauchen endlich faire Arbeitsbedingungen“, sagt AK Präsident Zangerl. „Sonst kollabiert das System.“ 

Sie sind mehr als 15.000 und ihre Arbeit für die Gesellschaft ist unentbehrlich. Trotzdem müssen sie oft auf die Wertschätzung verzichten, die sie eigentlich verdienen würden, da sie täglich an ihre Grenzen gehen – Tirols Pflegekräfte stehen vor großen Problemen. Kein Wunder, dass der Pflegeberuf mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen hat, auch in Tirol herrscht ein veritabler Fachkräftemangel. Die Situation ist angespannt. AK Präsident Erwin Zangerl warnt diesbezüglich seit langem vor einem Pflegenotstand. „Das Pflegepersonal verdient wesentlich mehr Wertschätzung und es verdient gesunde und faire Arbeitsbedingungen“, so Zangerl.  

Am Limit. Die Belastungsgrenze für die Beschäftigten – über 80 Prozent davon sind weiblich – ist nicht nur erreicht, sondern bereits überschritten, die Ausfälle durch berufsbedingte Krankheiten steigen. „Auch bei größtem Einsatz ist klar, dass sich die notwendigen Tätigkeiten innerhalb der Dienstzeit nicht mehr ausgehen können. Wir brauchen endlich ein Umdenken im Sozialsystem und keine zusätzlichen Baustellen. Sonst wird das System kollabieren“, warnt Zangerl. Er fordert unter anderem (siehe dazu auch unten), dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen für alle Bereiche der Pflege und Betreuung verbessert werden. Ebenso soll die Arbeit mit Demenzkranken im Rahmen des Personalschlüssels einen höheren Stellenwert erhalten, mehr Zeit für Dokumentation zur Verfügung stehen. Arbeitszeiten, die durch Krankenstände, eingeschränkten Einsatz von Schwangeren oder längere Abwesenheiten wie Urlaub oder Weiterbildungen entfallen, müssen ersetzt werden. Auch braucht es verbindliche Vorgaben für den Nachtdienst sowie Zeit für die Umsetzung von neuen Pflegekonzepten oder für mehr Qualitätsmanagement. „Da diese Arbeit mehr wert ist, muss sie auch höher entlohnt werden. Es kann nicht sein, dass Pflegekräfte in Zukunft von Altersarmut bedroht sind, vor allem, wenn sie Teilzeit arbeiten“, so der AK Präsident.  

Taten setzen! Handlungsbedarf gibt es auch im Altenpflegebereich, noch dazu, da der Pflegeregress abgeschafft wurde und der Bedarf an Heimplätzen steigen wird. Auch hier macht sich der Mangel an Fachkräften bemerkbar, denn eigentlich müsste das Personal massiv aufgestockt werden. Gleiches gilt für die mobile Pflege und Betreuung: Es braucht auch in diesem Bereich eine entsprechende Anhebung von Personal und damit der für die Pflege zur Verfügung stehenden Zeit. Die „Warm-Satt-Sauber-Pflege“ sollte der Vergangenheit angehören.

„Wir brauchen keinen sozialen Kahlschlag, wir brauchen ein Gesundheitssystem, in dem der höchste Qualitätsstandard für alle zum Maßstab wird – ob in der Hauskrankenpflege, den Seniorenwohnhäusern oder den Spitälern“, fordert Zangerl.

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