Pflege in Intensivstation © Valerii/stock.adobe.com
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13.4.2022

Intensivpatient Pflege: Kundgebung am 12. Mai für mehr Wertschätzung!

Wo bleiben die Reformen? Am Donnerstag, 12. Mai, dem Tag der Pflege, folgen die nächsten Proteste, mit denen Bedienstete in Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufen auf ihre bedrückende Situation aufmerksam machen. AK Präsident Zangerl fordert von der Politik Taten.

„Mehr Personal, mehr Freizeit, mehr Geld“: So lauten die zentralen Forderungen der Tiroler Beschäftigten in den Pflegeberufen. Bisher sind sie bei den politisch Verantwortlichen offenkundig ungehört verhallt. Deshalb wurde für Donnerstag, 12. Mai, eine weitere Kundgebung in Innsbruck unter dem Titel „WIR mit der PFLEGE“ mit Unterstützung von Gewerkschaften und AK Tirol organisiert.

„Es geht wie immer ums Geld, aber bei der Gesundheit – unserem wichtigsten Gut – darf nicht gespart werden“, betont AK Präsident Erwin Zangerl. Deshalb machen die Beschäftigten in den Pflegeberufen am Tag der Pflege am Do. 12. Mai erneut auf die prekäre Situation aufmerksam: bei einer großen Kundgebung, die von den Gewerkschaften organisiert und von der AK Tirol unterstützt wird. Zangerl: „Wir stehen euch zur Seite, wir stehen hinter euch und, wenn es Angriffe gibt, vor euch!“

PFLEGE-DEMO AM DO. 12. MAI: ABLAUF IM ÜBERBLICK

  • 13.30 Uhr: Treffpunkt Tirol Kliniken, Vorplatz FKK-KHZ-Hautklinik, mit AK Präsident Erwin Zangerl und GÖD-Landesvorsitzendem Gerhard Seier.
  • 14 Uhr: Start des Demonstrationszuges Richtung Landhausplatz. In der Maximilianstraße treffen die Demonstrant:innen auf weitere Teilnehmer:innen aus Österreich, die vom Bahnhof kommen.
  • Große Kundgebung: Gemeinsam ziehen alle Demonstrant:innen von der Maximilianstraße zum Landhausplatz zur großen Abschlusskundgebung.

Der Stillstand in der Pflege wird schon seit längerem kritisiert. Nicht erst seit Corona machen die Beschäftigten darauf aufmerksam, dass sie längst am Limit arbeiten. Und nicht erst seit Corona wird über die wenig zufriedenstellende Situation bei Ausbildung und Entlohnung diskutiert.

Stillstand statt Reform

Dabei gibt es zig Studien, die vor einem Pflegenotstand warnen. Zangerl: „Die AK Tirol hat gemeinsam mit Pflegenden und Expert:innen ein 40-seitiges Konzept erarbeitet, darin wird erörtert, mit welchen Maßnahmen die Strukturen verbessert werden können. Doch geschehen ist nichts. Der Pflegebereich wird mehr und mehr zum Intensivpatienten, und die Politik scheint die Zeichen der Zeit zu ignorieren. Denn übersehen können sie sie schon längst nicht mehr. Dabei geht es um einen besonders sensiblen Bereich: um Menschen, die Pflege benötigen, und um Menschen, die darin ihren Beruf und ihre Berufung sehen. Das macht den politischen Stillstand umso unverständlicher und nicht zuletzt auch gefährlich für alle!“
Fakt ist, nach Jahren mit leeren Versprechungen ist die Frustration bei den Betroffenen groß. Denn trotz vieler Ankündigungen gibt es z. B. noch immer keine Richtlinie für die Ausbildungsvergütung.

0,57 Euro Studenlohn

Der Vater einer angehenden Gesundheits- und Krankenpflegerin brachte die unbefriedigende Situation während der Ausbildung in einem Leserbrief in der TT auf den Punkt: Mit dem monatlichen Stipendium von 130 Euro erhält die junge Frau in knapp drei Jahren insgesamt 4.420 Euro. Davon sind 6 Mal 384,06 Euro Studiengebühr zu bezahlen sowie 180 Euro für Sachmittel und 3 Mal 265 Euro für die Öffis. Bleiben 1.140,64 Euro. Umgelegt auf 2.000 Arbeitsstunden ergibt sich ein Stundenlohn von 0,57 Euro! „Es ist beschämend, wie wenig Wertschätzung seitens der Politik dieser Ausbildung (...) und all denen, die diesen verantwortungsvollen und nicht immer leichten Beruf ergreifen wollen, entgegengebracht wird“, so der Vater.

Pflegereform

Doch auch für alle, die seit Jahren im Beruf stehen, wird die Situation zusehends schwieriger. Es braucht mehr Personal, mehr Gehalt und mehr Freizeit – als die drei zentralen Forderungen, die mit einer Pflegereform umgesetzt werden sollen. „Es ist unzumutbar, wenn Patient:innen einer ganzen Station am Abend nur von einer einzigen Pflegeperson betreut werden. Und natürlich benötigen wir eine deutlich bessere Bezahlung. Tirol liegt derzeit rund 20 % unter dem österreichischen Schnitt. Gerade wegen der hohen Lebenshaltungskosten kann das so nicht bleiben“, forderte etwa Gerhard Seier, der Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, dringende Verbesserungen im Pflegeschlüssel.
Da wundert es wenig, dass Prognosen zufolge bis 2030 allein in Tirol mehr als 7.000 zusätzliche Pflegefachkräfte fehlen werden, wenn die Verantwortlichen nicht endlich Maßnahmen setzen.

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