17.8.2018

AUVA: Man kann nicht am System sparen, ohne bei den Menschen zu kürzen

„Als Dank für die Unterstützung der Industrie im Wahlkampf will die Regierung jetzt die AUVA-Beiträge senken und dafür muss die AUVA aus Eigenem um bis zu 500 Millionen Euro einsparen. Geld, das jedoch für Versicherungs- und ärztliche Leistungen für unsere Gesellschaft dringend benötigt wird. Wer künftig für den Entfall dieser Millionen aufkommen soll, will und kann Türkis-Blau nicht sagen“, sagt AK Präsident und BAK Vizepräsident Erwin Zangerl im Vorfeld der entscheidenden Sitzung der AUVA-Vertreter am kommenden Montag.


Kontakt

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

E-Mail: presse@ak-tirol.com

Telefon: +43 800 22 55 22 1300
(Kostenlose Hotline )

Fax: +43 512 5340 1290

offen gesagt

„Schlimm wird es für Familien mit Kindergartenkindern, Schülern oder Studenten. Hier ist geplant, 15 Millionen Euro jährlich auf Kosten der Kinder und Jugendlichen und deren Eltern einzusparen. Diese Streichung bedeutet jedoch konkret, dass Kinder und Jugendliche nicht mehr automatisch unfallversichert wären.“

AK Präsident
Erwin Zangerl

Scharfe Kritik

„Man kann nicht am System sparen, ohne bei den Menschen zu kürzen, egal, wie sehr die PR-Maschinerie der Regierung dies auch beteuern mag“, so der AK Präsident. „Dies zeigt sich ganz augenscheinlich bei der AUVA. Letztlich wird nur von einer Tasche in die andere umgeschichtet, denn jede Entlastung muss von jemand anderem bezahlt werden. In diesem Fall sind es einmal mehr die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die die Zeche bezahlen müssen, während die Unternehmen entlastet werden. Das versteht Türkis-Blau unter Reformen: Millionengeschenke an die Industrie auf Kosten aller! Die Folgen sind noch völlig offen. Das ist stümperhaft und keine Reform, sondern Verunsicherung auf höchstem Niveau. Schlimm wird es für Familien mit Kindergartenkindern, Schülern oder Studenten. Hier ist geplant, 15 Millionen Euro jährlich auf Kosten der Kinder und Jugendlichen und deren Eltern einzusparen. Diese Streichung bedeutet jedoch konkret, dass Kinder und Jugendliche nicht mehr automatisch unfallversichert wären. Auch die Spitäler werden enorme Finanzierungsprobleme bekommen. Der besondere Pauschalbetrag in Höhe von 150 Millionen Euro für die Krankenhäuser soll gestrichen werden. Woher diese fehlenden Mittel dann kommen sollen, wird nicht gesagt,“ so Zangerl.

„In der Krise durften die österreichischen Steuerzahler mit zig Millionen Euro die Industrie im Rahmen der Kurzarbeit unterstützen, aber das scheint ja jetzt nicht mehr zu zählen. Nur, weil sich die Industrie ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung entledigen will, werden wichtige soziale Errungenschaften einfach ausradiert oder die Kosten auf die Allgemeinheit übergewälzt.“

AK Präsident Erwin Zangerl


Zangerl abschließend: „Schon derzeit fehlt es in vielen Gesundheitsbereichen an den nötigen Mitteln, was viele Patienten bereits zu spüren bekommen. Einsparungen verschärfen die Lage und beschleunigen den Weg in eine Zwei-Klassen-Medizin.“