16.5.2018

AUVA: Senkung der Arbeitgeberbeiträge bringt Arbeitnehmern rein gar nichts!

Auch wenn man eine Aussage ständig wiederholt, wird sie nicht wahrer: „Es ist und bleibt ein Fake, dass durch die Senkung der Arbeitgeberbeiträge zur AUVA die Arbeitnehmer entlastet werden. Die einzigen, die davon profitieren sind Großindustrielle, die sich auf Kosten der Allgemeinheit Geld sparen wollen. Die Arbeitnehmer würden von so einer Senkung rein gar nichts haben. Aber sie werden diese Auswirkungen dann zu spüren bekommen, wenn sie im Fall eines Unfalls nicht mehr versorgt werden“, so AK Präsident Erwin Zangerl. Für ihn sind die jüngsten Aussagen von IV Präsident Christoph Swarovski nur ein weiteres Indiz, dass auf dem Rücken der Arbeitnehmer Sozialabbau betrieben wird mit bewusst falschen Argumenten.

Anschlag auf Sozialstaat

Egal ob Senkung des Arbeitslosenversicherungsbeitrags, Abschaffung der Notstandshilfe, Einführung des 12-Stunden-Tags oder den planlosen Einsparungsversuchen bei AMS oder der AUVA: Für die Anschläge auf unseren Sozialsstat wird gezielt mit Fehlinformationen gearbeitet. Jüngstes Beispiel sind die Aussagen von IV Präsident Christoph Swarovski, dass die Arbeitgeberbeiträge zur AUVA gesenkt werden müssen, „damit mehr Gehalt bei den Arbeitnehmern ankommt“.

„Diese Behauptungen von Seiten der Industrie entsprechen genau dem, was uns auch die Bundesregierung Tag für Tag vorgaukelt: die kleinen Gehälter müssen entlastet werden, vom Gehalt soll mehr bei den Arbeitnehmern ankommen. Das Schockierende daran ist, dass diese wichtigen Ziele nur vorgeschoben werden, damit die Regierung den Sozialstaat umbauen und sich die Industrielobby viel Geld sparen kann“, erklärt AK Präsident Erwin Zangerl.

Fakes statt Fakten 

„Kein Arbeitnehmer wird eine Veränderung auf seinem Gehaltszettel finden, wenn der Arbeitgeber weniger Beitrag zahlt“, so Zangerl, „man versucht, den Arbeitnehmern durch falsche Argumente etwas schmackhaft zu machen, von dem sie rein gar nichts haben.“ Die Fakten sehen anders aus: So sieht das Regierungsprogramm vor, dass durch die Absenkung des Unfallversicherungsbeitrags von 1,3 % auf 0,8 % eine ausschließlich zu Gunsten der Dienstgeber wirkende Lohnnebenkostensenkung von rund 500 Mio. Euro erreicht wird. 500 Mio., die die AUVA nicht einsparen kann. „Eines ist klar: Um in die Größenordnung von dem zu kommen, was sich die Industrie wünscht, müssen Leistungen eingeschränkt werden“, sagt Zangerl. 

offen gesagt

„Fakt ist: die Industrie spart sich massiv Geld, der kleine Arbeitnehmer bzw. Steuerzahler zahlt massiv drauf.“

AK Präsident
Erwin Zangerl

schon gewusst?

Im Jahr 2016 wurden insgesamt € 1.545 Mio. Euro an Beiträgen für die Unfallversicherung eingenommen. Davon wurden 644 Mio. Euro für Renten ausgegeben, 475 Mio. Euro für die Unfallheilbehandlung, 100 Mio. Euro für Rehabilitation und 85 Mio. Euro für Unfallverhütung. Angesichts dieser Zahlen ist klar erkennbar, dass bei einer Reduktion der Beiträge um 1/3 die laufenden Leistungen nicht mehr zu decken sind.

Industrie spart massiv

So wurden im Jahr 2016 insgesamt € 1.545 Mio. Euro an Beiträgen für die Unfallversicherung eingenommen. Davon wurden 644 Mio. Euro für Renten ausgegeben, 475 Mio. Euro für die Unfallheilbehandlung, 100 Mio. Euro für Rehabilitation und 85 Mio. Euro für Unfallverhütung. Angesichts dieser Zahlen ist klar erkennbar, dass bei einer Reduktion der Beiträge um 1/3 die laufenden Leistungen nicht mehr zu decken sind. 

„Fakt ist: die Industrie spart sich massiv Geld, der kleine Arbeitnehmer bzw. Steuerzahler zahlt massiv drauf. Denn entweder werden die Leistungen extrem eingeschränkt und es gibt weniger Geld für Renten, Heilbehandlungen, Unfallverhütung und Rehabilitation, oder die Steuerzahler – und damit wieder die Arbeitnehmer – übernehmen die Kosten für die Leistungen, die sich aus Arbeitsunfällen ergeben. Auf dem Gehaltszettel wird letztlich weniger stehen, im Gegensatz zu den Bilanzen der Großindustriellen“, stellt Zangerl klar.

Arbeitnehmer: Augen auf!

Durch das dauernde Versprechen von höheren Beträgen am Gehaltszettel wird den Beschäftigten nur Sand in die Augen gestreut, wie auch andere Beispiele zeigen. So sollen durch die angekündigte Absenkung des Arbeitslosenversicherungsbeitrags geringere Einkommen entlastet werden, aber gerade diejenigen, die wenig verdienen, profitieren nicht davon. Ähnliches gilt für die angedachte Kürzung der AK Solidarbeiträge. Auch hier sollen Arbeitnehmer dann mehr auf ihrem Gehaltszettel finden. „Die Wahrheit dahinter sieht wieder einmal anders aus: Eine Reduzierung sogar um die Hälfte würde dem durchschnittlichen Beitragszahler lediglich 3,50 Euro im Monat bringen, er würde dann aber fast alle Leistungen der AK verlieren. Andererseits bedeutet eine Reduktion der AK Umlage gleichzeitig eine Senkung der Steuerbemessungsgrundlage. Fazit: Das gesparte Geld würde nicht dem AK Mitglied bleiben, sondern direkt zum Finanzminister wandern. Schon jetzt zeigt sich ganz klar wohin der Weg geht: Entlastung der Großen, Belastung der Kleinen, für die die Regierungsparteien im Wahlkampf so sehr eingetreten sind. Scheinbar war das der Startschuss zum österreichischen Fake-Zeitalter“, so Zangerl.