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30.6.2021

Pflegeberufe: AK fordert Aus für Ausbildungskosten und faire Entlohnung!

„Wir dürfen an Pflegeberufen Interessierten nicht schon durch die Ausbildung den Weg schwer machen“, sagt AK Präsident Zangerl und fordert ein Umdenken und bessere Rahmenbedingungen.

Im Bereich Pflege muss an mehreren Schrauben gedreht werden, um die Berufe wieder attraktiver zu machen. Die Ausbildung ist dabei ein ganz wesentliches Thema, das die Gemüter erhitzt. Denn einmal sorgt die geplante „Pflegelehre“ für Diskussionen, daneben sind aber auch die derzeit geltenden Entschädigungen bei der Ausbildung zur Pflegeassistenz bzw. Pflegefachassistenz und die Frage der Studiengebühren bei der Ausbildung zum diplomierten Personal Anlass für reichlich Gesprächsstoff.

Fakt ist: Gerade dem Ausbildungsbereich wird in Zukunft große Bedeutung zukommen. „Mit einem Taschengeld als Verdienst während der Ausbildung wird das nicht mehr gehen. Alle Ausbildungen im Pflegebereich werden ordentlich entlohnt werden müssen“, sagt dazu AK Präsident Erwin Zangerl.

Bei der vielfach forcierten Pflegelehre brauche es klare Ausbildungsrichtlinien und eine entsprechende Lehrlingsentschädigung, wie etwa in den technischen Lehrberufen. In diesem Zuge müssen auch die Taschengelder bei der Ausbildung zur Pflegeassistenz oder Pflegefachassistenz fallen und gegen eine entsprechende Ausbildungsentlohnung ersetzt werden. 

OFFEN GESAGT

„Alle Ausbildungen im
Pflegebereich müssen
ordentlich entlohnt werden. Mit einem Taschengeld wird das nicht mehr gehen! "

Erwin Zangerl,
AK Präsident

Ausbildungspläne & Gehalt

„Begrüßenswert wäre in diesem Fall die Bezahlung eines Gehaltes, wie dies etwa im Rahmen der Polizei-Ausbildung der Fall ist“, so AK Präsident Zangerl, der sich auch dafür ausspricht, Praktika endlich zu vergüten. Unabhängig davon, ob die Lehre gemacht wird oder die Ausbildung an einer Krankenpflegeschule erfolgt, muss die Durchgängigkeit im Ausbildungssystem gewährleistet sein, sodass man auch im Rahmen einer verkürzten Ausbildung den Bachelor zum gehobenen Dienst in der Gesundheits- und Krankenpflege absolvieren kann. Wie in anderen Lehrberufen fordert die AK auch bei der Pflegelehre konkrete Ausbildungspläne sowie Ausbildungsbetreuer, die den Auszubildenden zur Seite stehen.

„Es muss auch klar sein, dass Lehrlinge, Praktikanten oder andere Personen, die sich in Ausbildung befinden, nicht als Kompensation für fehlendes Personal herhalten dürfen“, so Zangerl.

Weiße Flecken

Zwar prämiert die AK Tirol über die „Zukunftsaktie Pflege“ den Abschluss einer Pflegeaussbildung, trotzdem stellten sich gerade bei Um- und Quereinsteigern die Frage, wie die Ausbildung zu finanzieren ist. Denn die Förderlandschaft weist diesbezüglich einige weiße Flecken auf. Im Falle der einjährigen Vollzeit-Ausbildung zur Pflegeassistenz eignet sich die Bildungskarenz, falls man diese mit dem aktuellen Dienstgeber vereinbaren kann. Für die zweijährige Ausbildung zur Pflegefachassistenz kann bei Erfüllung aller Voraussetzungen das AMS-Fachkräftestipendium ein Lösungsansatz sein, um die Lebenshaltungskosten während der Zeit der Ausbildung finanzieren zu können. Die Situation ist jedoch schwierig, gerade beim Diplom-Studium. Hier ist es für engagierte Personen über 35 durch den Wegfall des Fachkräftestipendiums nicht mehr möglich, den Beruf zu wechseln.

„Die Fördermaßnahmen müssen in allen Bereichen angepasst werden, wir dürfen Interessierten nicht schon mit der Ausbildung den Weg verbauen. Ausbildungskosten bzw. Studiengebühren sollen überhaupt fallen“, so AK Präsident Zangerl.

Bei Fragen helfen die Expertinnen und Experten der Bildungsabteilung der AK Tirol unter 0800/22 55 22 - 1515.

Kontakt

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E-Mail: presse@ak-tirol.com

Telefon: +43 800 22 55 22 1300
(Kostenlose Hotline )

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OFFEN GESAGT

„Alle Ausbildungen im
Pflegebereich müssen
ordentlich entlohnt werden. Mit einem Taschengeld wird das nicht mehr gehen! "

Erwin Zangerl,
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