Bauarbeiter auf Gerüst © Yuttana Studio/adobe.stock.com
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15.5.2019

AK fordert: Zwischenparken beim AMS muss endlich Konsequenzen haben!

Seit Jahrzehnten wird in Österreich von Unternehmen die sogenannte „Recall“-Strategie angewendet. Dabei werden Arbeitskräfte unter dem Jahr gekündigt und - mit einer Einstellungszusage - zu einem späteren Zeitpunkt wieder angestellt. Diese Praxis bringt den Unternehmen Vorteile, ist für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer allerdings mit vielen Nachteilen verbunden. Die AK fordert deshalb Konsequenzen für Unternehmen, die dieses „Zwischenparken“ beim AMS nutzen, um Personalkosten auf die Allgemeinheit abzuwälzen.  

offen gesagt

„Jene Unternehmen, die dieses ,Zwischenparken' beim AMS systematisch praktizieren, sollen stärker an den entstehenden Kosten beteiligt werden.“

Erwin Zangerl,
AK Präsident

Es ist mittlerweile gängige Praxis vieler Unternehmen: In schwächeren Zeiten werden Mitarbeiter gekündigt und kurzerhand – mit Einstellungszusage – beim Arbeitsmarktservice „zwischengeparkt“. So entstehen der Allgemeinheit Kosten von bis zu 500 Millionen Euro jährlich. Doch auch die Arbeitnehmer selbst haben mit den negativen Auswirkungen dieser Entwicklung zu kämpfen. Neben den pensionsrechtlichen Nachteilen sind für die Betroffenen vor allem die negativen Konsequenzen im Zusammenhang mit dem Bezug des Arbeitslosengeldes nicht zu unterschätzen. So kommt es regelmäßig vor, dass Arbeitnehmer, die eine Einstellungszusage von ihrem Arbeitgeber erhalten, von Seiten des AMS die Arbeitslosenunterstützung gesperrt wird. Denn wer eine Einstellungszusage hat und es aus diesem Grund unterlässt eine vom AMS vermittelte Arbeit bei einem neuen Arbeitgeber anzunehmen, hat mit einer Bezugssperre zu rechnen.

Wer von dieser „Recall“-Strategie profitiert, sind die Unternehmen. Einerseits werden die Personalkosten auf die Allgemeinheit abgewälzt, andererseits werden – aufgrund der einheitlichen Arbeitgeberbeiträge zur Finanzierung der Arbeitslosenversicherung – indirekt gerade jene Betriebe quersubventioniert, die diese Möglichkeit intensiv nutzen. Deshalb fordert die AK, dass jene Unternehmen, die dieses „Zwischenparken“ beim AMS systematisch praktizieren, stärker an den entstehenden Kosten beteiligt werden. Sie sollen verpflichtet werden, höhere Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sowie höhere Pensionsversicherungsbeiträge zu leisten.

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„Jene Unternehmen, die dieses ,Zwischenparken' beim AMS systematisch praktizieren, sollen stärker an den entstehenden Kosten beteiligt werden.“

Erwin Zangerl,
AK Präsident