"Aussagen von ÖAAB-Obmann Wöginger sind reiner PR-Gag"

Als Vorreiter einer neuen sozialen Gerechtigkeit präsentiert sich neuerdings ÖAAB-Bundesobmann und ÖVP-Klubchef August Wöginger. „Mit einem durchsichtigen Manöver und einem weiteren Anschütten der Sozialpartnerschaft – diesmal in puncto Karenzzeiten – versucht Wöginger davon abzulenken, dass er sich als ÖAAB-Bundesobmann bisher klar gegen die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gestellt hat“, sagt AK Präsident Erwin Zangerl. Denn den 12-Stunden-Arbeitstag oder den Kahlschlag bei den Sozialversicherungen hat Wöginger mitzuverantworten, so Zangerl.  

offen gesagt

„Die Regierung könnte in puncto Karenzzeiten sofort gesetzliche Maßnahmen umsetzen, beim 12-Stunden-Arbeitstag hat man auch nicht lang gefackelt.“
AK Präsident Erwin Zangerl

„Wir freuen uns über jeden, der für soziale Gerechtigkeit eintritt und sich vom Saulus zum Paulus wandelt, noch dazu, wenn es sich um den obersten ÖAAB-Obmann handelt“, kommentiert AK Präsident Erwin Zangerl die Ankündigung August Wögingers, für eine volle Anrechnung bei den Karenzzeiten (bis zu 24 Monate) zu sorgen. Nachdem sich im Zuge der Metaller-Lohnverhandlungen Kanzler und Vizekanzler mit dem dezenten Hinweis nach besseren Lohnabschlüssen an die Wirtschaft gewandt haben, schreitet Wöginger linienkonform hinterdrein. „Plötzlich steht wieder der Arbeitnehmer im Mittelpunkt, den auch Wöginger noch vor kurzem im Regen stehen ließ, als er den 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche mit abgenickt hat. Jetzt will man hier Schadensbegrenzung signalisieren“, erklärt Zangerl. Für den Tiroler AK Präsidenten steht fest, dass die von der Metaller-Gewerkschaft angekündigte Verhandlungsbasis von 5 % mehr Lohn nun als Grundlage für eine weitgreifende Lohnerhöhung gelten muss. „Und zwar als Grundlage nach oben“, wie Zangerl betont.

Der Vorstoß Wögingers in puncto Karenzzeiten kann jedoch nur als Marketing-Masche und Image-Politur gewertet werden. „Die Regierung könnte diesbezüglich sofort gesetzliche Maßnahmen umsetzen, beim 12-Stunden-Arbeitstag hat man auch nicht lang gefackelt“, so Zangerl, der darauf verweist, dass Wögingers Vorstoß ohnehin auf Forderungen der AK basiert.

Wir werden sehen, was die Vertreter von Industrie und Wirtschaft von der angekündigten Lohnerhöhung bei den anstehenden Verhandlungen halten“, so Zangerl, der die Ankündigung einer spürbaren Reallohnerhöhung natürlich begrüßt. Denn bisher hätte man nur auf „Tarnen und Täuschen“ gesetzt, wie etwa beim Familienbonus, der zwar als großer Erfolg verkauft, allerdings mittels Kalter Progression gegenfinanziert wird. „Nachdem die Bundesregierung rasch Gesetze umsetzen kann, wenn sie sie braucht, wäre hier eine optimale Möglichkeit: Man könnte die Kalte Progression sofort abschaffen und damit die Beschäftigten wirklich entlasten, wenn man wollte. Oder man senkt einfach die hohe Einkommenssteuerbelastung, etwa auf den OECD-Durchschnitt – all das würde für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wirklich mehr Geld bedeuten und zudem die Kaufkraft ankurbeln. Dafür bräuchte man auch keine großartigen PR-Aktionen und keine Ablenkungsmanöver, denn dies wären wirkliche Entlastungen, von denen die Arbeitnehmer enorm profitieren würden“, sagt Zangerl. 

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„Die Regierung könnte in puncto Karenzzeiten sofort gesetzliche Maßnahmen umsetzen, beim 12-Stunden-Arbeitstag hat man auch nicht lang gefackelt.“
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