7.6.2016
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Ende der zwei Klassen: Elternteilzeit darf nicht von Betriebsgröße abhängen

Derzeit ist die Größe eines Betriebes dafür ausschlaggebend, ob ein Anspruch auf Elternteilzeit besteht. Die AK Vollversammlung fordert: Diese Zwei-Klassen-Elternschaft muss im Sinne einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein Ende haben!

Elternteilzeit ist ein gesetzlicher Anspruch, die Arbeitszeit zu verkürzen oder anders zu gestalten, wenn das Kind noch unter 7 Jahren ist. Dadurch soll die Kinderbe-treuung erleichtert werden. Das Recht auf Elternteilzeit besteht aber derzeit nur in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten. Weitere Voraussetzungen sind: Das Dienstverhältnis muss zumindest drei Jahre gedauert haben und die Arbeit um zumindest 20 % der wöchentlichen Normalarbeitszeit reduziert werden. Als Untergrenze gilt eine Mindestarbeitszeit von zwölf Stunden pro Woche.

In kleineren Betrieben haben die Eltern keinen Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung. Sie sind auf den Vereinbarungswillen des Arbeitgebers angewiesen. Nach dem Ende der Karenz bleibt daher vielen vollzeitbeschäftigten Eltern - vor allem Frauen - gar nichts anderes übrig, als ihr Arbeitsverhältnis zu beenden. Denn eine Rückkehr in die Vollzeit ist oft schon aufgrund der mangelhaften Kinderbetreuungsmöglichkeiten vor allem im ländlichen Raum nicht möglich. Dadurch werden Frauen massiv aus dem Arbeitsmarkt gedrängt, und es kommt zu längeren Arbeitsunterbrechungen. Österreich ist geprägt von Klein- und Mittelbetrieben mit im Schnitt 9 Mitarbeitern (Tirol mit im Schnitt 6 Mitarbeitern - 2013). 37,16 % der österreichischen Unternehmen beschäftigen bis 19 (in Tirol 39,9 %) und nur 3,55 % (in Tirol 3,6 %) beschäftigen mehr als 20 Mitarbeiter. Gerade die Vorteile einer Teilzeitbeschäftigung, wie höhere Flexibilität, Steigerung der Produktivität und Arbeitsqualität, höhere Betriebstreue usw. wirken sich auch bei Klein- und Mittelbetrieben positiv aus.

Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern und Frauen vor längeren Erwerbsunterbrechungen bzw. dem beruflichen Ausstieg zu schützen, fordert die AK, diese Ungleichbehandlung zu beseitigen und allen Beschäftigten unabhängig von der Betriebsgröße einen Anspruch auf Elternteilzeit einzuräumen.

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