AK Präsident Zangerl im Porträt © AK Tirol/Friedle
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2.7.2019

Die Wirtschaft brummt: Zeit, den Beschäftigten Danke zu sagen!

TAZ: Herr Präsident Zangerl, Ferienzeit ist für die meisten Arbeitnehmer-Familien Urlaubszeit. Wie wichtig ist Erholung für die Beschäftigten?
Zangerl: Zeiten der Erholung sind für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht hoch genug einzuschätzen. Die Verdichtung der Arbeit hat massiv zugenommen, der Druck auf die Beschäftigten steigt. Waren es früher vor allem körperliche Probleme, so explodieren inzwischen die psychischen Erkrankungen. Ständig und immer länger erreichbar zu sein, mehrere Tätigkeiten gleichzeitig machen zu müssen, die Anforderungen mit neuen Technologien im Zuge der Digitalisierung zu bewältigen, das alles macht den Beschäftigten zu schaffen. Die Zahl der psychischen Erkrankungen hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Umso wichtiger ist es, den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ihre großartigen Leistungen vor Augen zu führen, die sie täglich am Arbeitsplatz erbringen. Den Menschen Danke zu sagen für ihren Einsatz, von dem unser Land lebt. Doppelt weh tut es dann, wenn die Politik mehr die Interessen von Großkonzernen und Großsponsoren vertritt, als sich um die Sorgen der Menschen zu kümmern. Wenn sich unsere Gesellschaft nur über Leistung definiert, muss die Frage erlaubt sein: Wo sind die Leistungen jener Politiker, die sie so lautstark von der Arbeitnehmerschaft einfordern?

TAZ: Der Sommer dürfte aber auch politisch heiß werden. Wie gut gerüstet geht die Arbeitnehmervertretung in die kommenden Monate?
Zangerl: Die AK steht für Veränderungen, weil sich die Arbeitswelt ja auch laufend verändert. Das fängt bei der richtigen Beratung an und hört bei den zahlreichen Studien, Analysen und Gesetzesbegutachtungen auf. Von der alten Bundesregierung waren das Fachwissen und die Expertise der Arbeiterkammer zwar weniger gefragt, von den AK Mitgliedern umso mehr: Das Vertrauen der Bevölkerung in die AK hat einen neuen Höchststand erreicht. Im Arbeits- und Sozialrecht, im Konsumentenschutz, in Bildungs- und Steuerfragen wurden für die Mitglieder im Rahmen von zwei Millionen Beratungen insgesamt mehr als 531 Millionen Euro österreichweit herausgeholt. Die Zahlen und Fakten zeigen einmal mehr, dass die Arbeiterkammer gebraucht wird wie noch nie.

TAZ: Wo liegen die interessenpolitischen Herausforderungen?
Zangerl: Wir haben bei der alten Bundesregierung bei einigen Vorschlägen nicht das Gehör gefunden, das wir uns gewünscht hätten. So bleibt für uns noch einiges zu tun. Die wichtigsten Ziele für uns sind: die faire Verteilung der Arbeit, planbare Arbeitszeiten, die Einführung der versprochenen Vier-Tage-Arbeitswoche, die leichtere Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche und der 1.700-Euro-Mindestlohn.

TAZ: Warum gerade diese Ziele?
Zangerl: Der Druck in der Arbeitswelt ist durch die Einführung des 12-Stunden-Tags gestiegen. Die Freiwilligkeit besteht nur auf dem Papier. Zeit für Familie, Freunde und für die so wichtige Freizeit wird enger. Wir wollen für einen fairen Ausgleich kämpfen.

AK wirkt!

Mehr als 3,7 Mio. Menschen sind österreichweit Mitglieder der Arbeiterkammern. Rund 768.000 AK Mitglieder sind vom Beitrag befreit (z. B. Arbeitsuchende, Eltern in Karenz, unter der Geringfügigkeitsgrenze Verdienende und Lehrlinge). Sie haben aber dennoch Anspruch auf das volle AK Leistungsangebot. Der AK Beitrag für ein mittleres Einkommen beträgt 6,99 Euro netto im Monat. Für jeden Euro Beitrag holt die AK für ihre Mitglieder mehr als einen Euro an barem Geld retour. Von der Leistung her gesehen, hat jeder Euro für die Mitglieder sogar den dreifachen Wert. Das Vertrauen der Bevölkerung in die AK hat einen neuen Höchststand erreicht. Im Arbeits- und Sozialrecht, im Konsumentenschutz, in Bildungs- und Steuerfragen genießt die AK höchste Kompetenz. Die Zahlen und Fakten zeigen einmal mehr, dass die Arbeiterkammer gebraucht wird wie noch nie.

531,2 Mio. Euro hereingeholt
Knapp zwei Millionen Beratungen werden pro Jahr durchgeführt. 531,2 Millionen Euro haben die Arbeiterkammern österreichweit den Mitgliedern gebracht: Rund 247,7 Millionen Euro in arbeitsrechtlichen Angelegenheiten, in Insolvenzrechtsangelegenheiten und im Konsumentenschutz – außergerichtlich rund 38 Millionen Euro, vor Gericht und Behörden 209,7 Millionen Euro.  

Höchste soziale Kompetenz
Sehen lassen kann sich mit rund 231 Mio. Euro auch der Erfolg in den Sozialrechtsangelegenheiten. Hier geht es um Gerichtserfolge im Bereich Pensionen, Unfallrenten nach Arbeitsunfällen, Ausgleichszulagen, Pflegegeldeinstufungen und alle Aspekte der Krankenversicherung. Zusätzlich haben die Arbeiterkammern im Rahmen der Steueraktion für die Mitglieder rund 44,8 Mio. Euro vom Finanzamt zurückgeholt.

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AK wirkt!

Mehr als 3,7 Mio. Menschen sind österreichweit Mitglieder der Arbeiterkammern. Rund 768.000 AK Mitglieder sind vom Beitrag befreit (z. B. Arbeitsuchende, Eltern in Karenz, unter der Geringfügigkeitsgrenze Verdienende und Lehrlinge). Sie haben aber dennoch Anspruch auf das volle AK Leistungsangebot. Der AK Beitrag für ein mittleres Einkommen beträgt 6,99 Euro netto im Monat. Für jeden Euro Beitrag holt die AK für ihre Mitglieder mehr als einen Euro an barem Geld retour. Von der Leistung her gesehen, hat jeder Euro für die Mitglieder sogar den dreifachen Wert. Das Vertrauen der Bevölkerung in die AK hat einen neuen Höchststand erreicht. Im Arbeits- und Sozialrecht, im Konsumentenschutz, in Bildungs- und Steuerfragen genießt die AK höchste Kompetenz. Die Zahlen und Fakten zeigen einmal mehr, dass die Arbeiterkammer gebraucht wird wie noch nie.

531,2 Mio. Euro hereingeholt
Knapp zwei Millionen Beratungen werden pro Jahr durchgeführt. 531,2 Millionen Euro haben die Arbeiterkammern österreichweit den Mitgliedern gebracht: Rund 247,7 Millionen Euro in arbeitsrechtlichen Angelegenheiten, in Insolvenzrechtsangelegenheiten und im Konsumentenschutz – außergerichtlich rund 38 Millionen Euro, vor Gericht und Behörden 209,7 Millionen Euro.  

Höchste soziale Kompetenz
Sehen lassen kann sich mit rund 231 Mio. Euro auch der Erfolg in den Sozialrechtsangelegenheiten. Hier geht es um Gerichtserfolge im Bereich Pensionen, Unfallrenten nach Arbeitsunfällen, Ausgleichszulagen, Pflegegeldeinstufungen und alle Aspekte der Krankenversicherung. Zusätzlich haben die Arbeiterkammern im Rahmen der Steueraktion für die Mitglieder rund 44,8 Mio. Euro vom Finanzamt zurückgeholt.